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Lars Eidinger: "Ich bin nie vollkommen glücklich. Dafür bin ich viel zu intelligent."

Archivmeldung vom 12.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
COVER_COSMOPOLITAN_#04/19 / Bild: "obs/Bauer Media Group, Cosmopolitan"
COVER_COSMOPOLITAN_#04/19 / Bild: "obs/Bauer Media Group, Cosmopolitan"

Erfolgreicher Schauspieler als Hauptberuf - DJ als Hobby und Nebenjob. Lars Eidinger ist für seine vielfältigen Rollen und seine exzentrischen Auftritte sowohl bekannt als auch beliebt. Sein Talent wird im Theater und TV gefeiert und der letzte enorme Erfolg liegt mit dem Kinofilm "25 km/h" nicht lange zurück.

An diesem Multitalent hat natürlich auch Hollywood Interesse und so schafft der 40-Jährige es immer wieder in internationale Verfilmungen. In dem kommenden Remake des Disney Klassikers "Dumbo" (EVT 28.03.) ist er mit einer kleinen, aber tragenden Rolle zurück auf der Kinoleinwand. Im Gespräch mit COSMOPOLITAN erklärt der Künstler, was ihm bei seinen Auftritten den Kick gibt, warum er Probleme mit Klischees hat und weshalb er nie richtig glücklich sein kann.

Ursprünglich wollte er Popstar werden, stünde da nicht die Stimme im Weg: "Könnte ich besser singen, wäre ich Sänger statt Schauspieler geworden, weil ich finde, dass man allein über die Stimme viel direkter die Herzen der Menschen erreichen kann." Sowohl bei seinen Rollen als auch bei seinen DJ Gigs versucht der Künstler sich durchgehend zu fordern: "Meine inneren Widerstände zu besiegen, das gibt mir den Kick." Dass dabei auch mal der blanke Hintern entblößt wird, löst in dem eigentlich, laut eigener Angabe "schamhaften" Menschen, die größte Euphorie aus. Durch diese Selbstdarstellung wirkt Lars Eidinger oft egozentrisch, beschreibt sich persönlich dennoch mit den Worten: "Widersprüchlich, ehrlich, menschlich."

Von Klischees ist er genervt und mag es nicht, dass Personen ihn klassifizieren. Vor allem mit einem Vorurteil stimmt der Darsteller gar nicht überein: "Mit der Behauptung, dass ich selbstverliebt sei. Das bin ich null Komma null." Er fügt hinzu: "Ich habe wahrscheinlich eine narzisstische Störung, das ist etwas anderes. Aber jemand, der selbstverliebt ist, wird nicht Schauspieler. Nein, der genügt sich selbst. Der muss nicht von anderen gespiegelt kriegen, du bist toll! Wir gucken dir zu, wir lieben dich! Und das brauche ich extrem. Ich brauche das Außen, um mich zu bestätigen, weil ich das aus mir heraus nicht schaffe."

Der Schauspieler zeigt, dass er mit seiner Selbstbeschreibung vollkommen richtig liegt, denn ehrlich steht er zu seiner Widersprüchlichkeit: "Es schwingt bei mir eben immer beides mit, Größenwahn und Zweifel. Der Triumph funktioniert auch nur in dem Wissen um die Möglichkeit des Scheiterns. Ich habe Angst abzustürzen." Nachdenklich, aber dennoch selbstbewusst, reagiert er auf die Frage, was ihn glücklich macht: "Ich bin nie vollkommen glücklich. Dafür bin ich viel zu intelligent." Er zeigt seine menschliche und nahbare Seite: "In jedem glücklichen Moment schwingt auch immer eine gewisse Melancholie, ob dessen Vergänglichkeit, mit. Deshalb kann ich mich auch nie im Moment verlieren." Trotzdem wäre Lars Eidinger nicht gerne weniger intelligent und plädiert dafür, dass man sich selber treu bleiben muss, denn gerade das macht die Menschen einzigartig.

Quelle: Bauer Media Group, Cosmopolitan (ots)

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