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Autor Robert Menasse befürwortet den EU-Austritt von Großbritannien

Archivmeldung vom 27.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Robert Menasse, 2008
Robert Menasse, 2008

Foto: FlickreviewR
Lizenz: CC BY 2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der österreichische Schriftsteller und Europa-Kenner Robert Menasse sieht in einem möglichen Austritt der Briten aus der Europäischen Union Chancen für die Lösung der europäischen Finanzkrise. Die Engländer verhinderten und blockierten "systematisch politische Gemeinschaftsbeschlüsse" wie die Einführung der Finanztransaktionssteuer. "Wenn wir die Finanztransaktionssteuer bekämen, dann könnten wir die ganze Finnazkrise viel einfacher lösen, als es durch die englische Blockadepolitik im Moment der Fall ist", sagte Menasse in einem vorab aufgezeichneten Interview für die WDR 5 Sendung "Politikum".

"Wenn man will, dass Großbritannien ein Teil der EU ist und nicht ein Gegenteil, dann muss man argumentieren, 'Geht raus, aber erpresst uns nicht und blockiert nicht die Gemeinschaftspolitik!'. Ich bin absolut sicher, wenn sie einmal draußen sind, dass sie in fünf Jahren wiederkommen, aber dann ohne all diese Ausnahmen und Sonderwünsche zu fordern, wie es jetzt der Fall ist", so Menasse, der sich mit seinem Buch "Der Europäische Landbote, Die Wut der Bürger und der Friede Europas oder Warum die geschenkte Demokratie einer erkämpften weichen muss" (2012) als intimer Kenner der EU empfahl.

Ein EU-Austritt Griechenlands würde nach Menasses Ansicht dagegen "zu großen Verwerfungen" führen. Anders als die Briten sei Griechenland mit der EU durch den Euro und die Teilnahme am Schengen-Abkommen über gemeinsame Grenzkontrollen sehr eng verflochten. "Deswegen darf Griechenland nicht raus." Wenn aber Großbritannien austrete, das "nicht einmal die europäische Grundrechts-Charta unterschrieben" habe, "dann passiert gar nichts", außer dass man "vernünftiger und konsequenter" Gemeinschaftspolitik machen könne, so Menasse.

Quelle: WDR Westdeutscher Rundfunk (ots)

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