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Philosoph Nida-Rümelin warnt vor den Folgen der Corona-Krise - "Die Spaltung wird tiefer"

Freigeschaltet am 19.02.2021 um 07:41 durch André Ott
Heutzutage gibt es die Tendenz das einzig die herrschende Meinung "legal und gültig" ist und alle anderen Meinungen "gefährliche Verschwöhrungstheorien" sein sollen (Symbolbild)
Heutzutage gibt es die Tendenz das einzig die herrschende Meinung "legal und gültig" ist und alle anderen Meinungen "gefährliche Verschwöhrungstheorien" sein sollen (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der Philosoph und Risiko-Ethiker Julian Nida-Rümelin warnt vor den schwerwiegenden Folgen der Krise für die Gesellschaft in den nächsten Jahren: "Die Spaltung wird tiefer", sagt er in der neuen Folge des Podcasts "Die Wochentester" von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)".

Nida-Rümelin weiter: "Und deswegen kann ich solche Sprüche nicht hören wie "Eure Großeltern mussten in den Krieg und von Euch fordert man ja nur, zuhause zu bleiben." Diese Botschaft ist gegenüber denjenigen zynisch, die ihre wirtschaftliche Existenz und ihren Job verlieren oder auch psychisch destabilisiert werden."

Die Einschränkung der Grundrechte in der Pandemie treibt den Philosophen, der unter SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder Kulturstaatsminister war und Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrt, besonders um: "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Lebensschutz nicht alle anderen Grundrechte erstickt." Nida-Rümelin kritisiert im Gespräch mit den Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach scharf, dass wichtige Möglichkeiten, die Krise in den Griff zu bekommen, gescheitert sind: "Wir haben eine Corona-App in Deutschland installiert, die den Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung nichts nützt, obwohl es ein Leichtes wäre, diese Nachverfolgbarkeit mit digitalen Tools sicherzustellen." Wenn Grundrechte derart eingeschränkt würden wie derzeit, "dann müssen wir auch darüber reden, dass Gesundheitsämter über Ortungsdaten verfügen. Ich bin der Meinung: Das sollten wir akzeptieren, obwohl ich sehr für Datenschutz bin."

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)


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