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Anja Reschke im journalist-Interview: "Es gibt keinen Kompromissjournalismus"

Archivmeldung vom 06.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Angesichts der politischen Umbrüche und der polarisierenden Debatten spricht sich die NDR-Journalistin und Panorama-Chefin Anja Reschke für eine klare Positionierung von Journalisten aus. Im Interview mit dem Medienmagazin journalist fordert sie, dass Journalisten ihre Haltung deutlich erkennbar machen sollten, und diese Position "nicht unter einem Pseudo-Neutralitätsmäntelchen versteckt" werden dürfe. Es brauche "mehr Mut zur Ehrlichkeit, zur Transparenz, auch was die Herkunft von Informationen betrifft", so die ARD-Journalistin.

Anja Reschke findet es zwar positiv, dass Journalisten heute viel kritischer mit sich und ihrer Rolle umgehen. Sie warnt aber zugleich davor, sich dauerhaft verunsichern zu lassen und eine Rechtfertigungsposition einzunehmen. "Journalismus ist nicht dazu da, die Meinung der Rezipienten zu bedienen. Wo soll das hinführen?" Es gebe "keinen Kompromissjournalismus, um alle Meinungen zu bedienen", so die Panorama-Chefin. "Es gibt nur Journalismus."

Zugleich glaubt Reschke, dass der "Wert von freier, unabhängiger, seriöser Presse" nicht mehr jedem klar sei. Die Möglichkeit, dass jeder in Deutschland jederzeit seine Meinung sagen kann, dass auch Journalisten schreiben und kritisieren können, was sie für richtig halten, werde für selbstverständlich genommen "oder durch Lügenpresse-Rufe sogar in die gegenteilige Richtung gedeutet", so Reschke. "Ich weiß nicht, ob den Menschen bewusst ist, was sie verlieren können."

Das komplette Interview lesen Sie in der Februar-Ausgabe des Medienmagazins journalist, die gerade erschienen ist.

Quelle: journalist - Das Medienmagazin (ots)

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