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Mehrwert von DAB schwer vermittelbar

Archivmeldung vom 07.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Geht es nach den Rundfunkgesetzen einiger Bundesländer, dann gehört das UKW-Radio schon bald der Vergangenheit an. Einzelne Landesregierungen und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten setzen auf Radioübertragung in den digitalen Formaten DAB und DAB plus.

Ob die Abschaltung der analogen Frequenzen eine Chance hat, diskutierten auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland Uwe Hornauer, Leiter der Landemedienzentrale Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Jereczinsky vom Mitteldeutschen Rundfunk und Bernd Sörries, der für den Mobilfunkanbieter E-Plus im Bereich Corporate Affairs und Frequenzregulierung arbeitet.

In der Diskussion täten sich Gräben auf, stellte der Moderator der Runde, Medienjournalist Manfred Kloiber. Alexander Jereczinsky verteidigte den Ausbau der öffentlich-rechtlichen Angebote im Übertragungsstandard DAB, Uwe Hornauer wusste zu berichten, wie ablehnend sich die privaten Rundfunkanbieter zu DAB verhalten. Bernd Sörries versuchte, an einem Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern den Nutzen der sogenannten digitalen Dividende zu erklären.

Der Begriff besagt, dass durch die Umstellung von analogem auf digitalen Rundfunk Frequenzen frei werden, die ein breiteres Angebot als bisher zur Folge haben können. In einem Dorf in der Region Müritz nutzt E-Plus eine alte Fernsehfrequenz für die gleichzeitige Übertragung von digitalem Rundfunk und Breitband-Internet. Sörries: "Das ist ein Mehrwert für die Nutzer."

Auf die Frage von Moderator Kloiber, ob sich die Radionutzer überhaupt für den digitalen Standard interessierten, sagte Hornauer: "Es darf bezweifelt werden, dass der Mehrwert von DAB den Hörern vermittelbar ist." Die Geräte seien verhältnismäßig teuer, der qualitative Vorsprung gegenüber analogem Radio interessiere bei der vorherrschenden Nutzung des Radios als "Nebenbei-Medium" kaum jemanden, und schließlich sei das Angebot derzeit noch begrenzt.

Was nicht zuletzt daran liegt, dass sich die privaten Rundfunkanbieter dem Thema DAB gegenüber skeptisch verhalten. Deren Vertreter im Publikum sorgten für eine kontroverse Diskussion. Der gebührenfinanzierte Ausbau von DAB verlängere das Ungleichgewicht zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ins digitale Netz, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation, Ursula Adelt: "Der Markt will DAB nicht."

Ebenfalls aus dem Auditorium fragte Boris Lochthofen von der Medienholding Regiocast, warum die Politik mit dem UKW-Netz ein zu "knapp 90% genutztes, erfolgreiches Medium" abschalten wolle: "Wo ist der Nutzen?"

Moderator Kloiber fasste den kontroversen Verlauf des Panels so zusammen: Die Befürchtung, jemand säge am UKW-Radio, sehe er nicht. "Aber für DAB und DAB plus sehe ich auch keine Perspektive."

Quelle: Medientreffpunkt Mitteldeutschland

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