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Böhmermann: „Durchtränkt von Menschenfeindlichkeit“ - ZDF-Komiker offenbart totalitäres Denken

Archivmeldung vom 06.09.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.09.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Jan Böhmermann bei der Romyverleihung 2018
Jan Böhmermann bei der Romyverleihung 2018

Foto: Manfred Werner (Tsui)
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der vom ZDF via Gebühren finanzierte Fernsehmacher Jan Böhmermann entlarvt einmal mehr seine antidemokratische, ja totalitäre Gesinnung, die typisch ist für viele Aktivisten wie ihn: Wer andere Meinungen hat als sie, den wollen sie aus dem Diskurs ausschließen, den diffamieren sie mit dem Totschlagargument „Menschenfeindlichkeit“. Im konkreten Fall hat der durch seine Systemtreue auffallende Entertainer seinen TV-Kollegen Markus Lanz vom ZDF heftig kritisiert. Lanz würde Gäste einladen, deren Meinungen „durchtränkt von Menschenfeindlichkeit“ seien. Dies berichtet der Investigative Journalist Boris Reitschuster auf "Reitschuster.de".

Weiter berichtet Reitschuster: „Ich frage mich, wieso einige Leute bei Dir sitzen“, sagte Böhmermann zu Lanz auf einer Podiumsdiskussion der Wochenzeitung „Die Zeit“. Gemeint waren damit die Wissenschaftler Hendrik Streeck und Alexander Kekulé – ihres Zeichens Professoren für Virologie, die zwar vor heftiger Kritik an der Regierung à la Bhakdi und Wodarg zurückschrecken, aber sich immerhin gelegentlich kritisch äußern. „Wo man fachlich sagt, das ist keine gute Sache“, so Böhmermann zu den Aussagen der beiden Wissenschaftler. Was nicht zuletzt auch deshalb überraschend ist, weil bisher nicht bekannt ist, dass der Fernsehmann eine Ausbildung als Virologe hätte. Umso erstaunlicher, dass er sich anmaßt zu urteilen, welche Aussagen „eine gute Sache sind“.

In dem Auftritt kulminieren der Größenwahn und die Arroganz, die beide für Böhmermann und viele seiner Mitstreiter so typisch sind. Regelrecht trunken vom Glauben an die eigene Überlegenheit und den Besitz der Wahrheit verlieren sie jeden Bezug zur Realität – von Bodenständigkeit gar nicht zu reden. Lanz konterte Böhmermanns Aussage „Wo man fachlich sagt, das ist keine gute Sache“ denn auch treffend: „Wer sagt das?“ Die Antwort des selbsternannten „Universalgelehrten“ vom ZDF fiel kleinlaut aus: „Leute, die Ahnung davon haben.“ Kekulé, so Böhmermann, sei ein Mikrobiologe, der noch nichts publiziert habe. Auch von Böhmermann sind mir keine Publikationen zum Thema Virologie bekannt. Für seine Behauptung, die Aussagen von Streeck und Kekulé seien „durchtränkt von Menschenfeindlichkeit“, nannte der „Komiker“ keine Belege. Zuvor hatte er noch angekündigt, er werde seinen Vorwurf „diplomatisch“ formulieren. Wenn „durchtränkt von Menschenfeindlichkeit“ diplomatisch sein soll – was wäre dann bei Böhmermann Klartext?

Der TV-Mann entlarvte sich sodann noch weiter. Er sagte, er frage sich, warum man Menschen eine Bühne biete, „die eine Meinung vertreten, die man nur deswegen veröffentlicht, weil man sagt, man muss auch die andere Seite sehen“. Weil dies das Wesensmerkmal einer Demokratie ist. Und nicht irgendwelche Fernseh-Komiker oder wer auch immer entscheiden können, welche Meinung es wert ist, geäußert zu werden und welche nicht. Denn wenn sich irgendjemand so eine Entscheidung ganz pauschal und generell zubilligt, ist es aus mit Demokratie und Pluralismus, und man landet im totalitären Denken.

Lanz scheint das intuitiv zu verstehen: „Wer sind wir, dass wir uns anmaßen, (zu entscheiden,) ob Leute wie Hendrik Streeck was drauf haben oder nicht?“, kontert er.  Und fügt hinzu, er fände  es „steil“, wenn Böhmermann ihm Krawallmacherei vorwerfe. Wo er, Böhmermann, doch selbst in seiner „Schmähkritik“ über Erdogan zu heftigen Wörtern gegriffen habe. Wenn man Böhmermanns Wortwahl „durchtränkt von Menschenfeindlichkeit“ analysiert, drängt sich der Verdacht auf, er projiziere damit etwa genau jenes Erdogan-Gedicht („Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner, selbst ein Schweinefurz riecht schöner. Am liebsten mag er Ziegen ficken und Minderheiten unterdrücken. Sein Kopf so leer wie seine Eier, der Star auf jeder Gangbangfeier, bis der Schwanz beim Pinkeln brennt. Das ist Recep Erdoğan, der türkische Präsident.“)

Auf das Gedicht angesprochen, reagierte Böhmermann mit: „Wir sind ja beide keine klassischen Journalisten.“ Auf Twitter bestätigte Böhmermann nochmal seine Haltung: „Meinungen im öffentlichen Raum sollten einer strengen, umfassenden medialen und gesellschaftlichen Qualitätskontrolle standhalten. Die öffentliche Repräsentation von Meinungen muss nach Qualität erfolgen“.

Das könnte aus dem Handbuch jedes autoritären Regimes stammen.

Kommentatoren werfen mir oft vor, ich würde Böhmermann zu viel Raum bieten. Ich finde: Solange wir ihn mit unser aller Gebühren zwangsfinanzieren müssen und ihm das ZDF eine große Bühne bietet, ist es notwendig, seine Aussagen zu beachten und auch auf diese zu reagieren, wenn sie besonders weit über das hinausgehen, was man früher demokratischen Grundkonsens nannte. Böhmermann ist in seiner Rolle als Regierungs-Komiker und Hetzer gegen Andersdenkende eine Schlüsselfigur in der Medienszene des Merkel-Deutschland. Es bleibt zu hoffen, dass diese Rolle in späteren Zeiten Teil der Vergangenheitsbewältigung sein wird, die unser Land nach 16 Jahren Merkel dringend benötigt.

Quelle: Reitschuster

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