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Zensur: Olympia-Veranstalter löst Kritikwelle aus

Archivmeldung vom 18.07.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.07.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
London 2012: Kritische Berichterstattung unerwünscht. Bild: london2012.com
London 2012: Kritische Berichterstattung unerwünscht. Bild: london2012.com

Die offizielle Website der Olympischen Spiele 2012 in London wird von Journalisten des "free speech blog" heftig kritisiert. Den Aktivisten fiel eine Passage in den Nutzungsbedingungen auf, die es Journalisten und Privatpersonen verbietet, auf die Seite zu verlinken, wenn kritisch über die Olympischen Spiele berichtet wird.

"Ich denke mir, das ist ein schlechter Scherz. Diese Praxis ist rechtlich nicht haltbar. Journalisten können laut EU-Recht auf die Website verlinken, egal ob sie kritisch berichten oder nicht. Sollte der Veranstalter trotzdem klagen, hat er keine Chancen auf Erfolg. Eigentlich dachte ich, dass solch eine Vorgehensweise der Vergangenheit angehört", sagt Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur im pressetext-Interview.

In den Nutzungsbedingungen findet man unter Punkt Fünf folgende Bestimmung: "Sie erklären sich damit einverstanden, dass Sie keinen Link auf unsere Seite setzen, der uns oder andere offizielle Olympia-Organisationen, -Aktivitäten, -Produkte oder -Dienste in einem falschen, irreführenden, abfälligen oder in sonstiger Weise unangenehmen Licht darstellt.

Kommentar verweigert

Das IT-Portal Golem berichtet, dass es sich um eine Standardformulierung handeln könnte, die viele Webmaster verwenden. Eine Google-Suche zeige viele weitere Websites auf, die den gleichen Satz verwenden. "Zu Ende gedacht ist der Passus natürlich nicht. Kein Betreiber eines Internetauftritts wird es jemals wagen, gerichtlich gegen den Link eines Kritikers vorzugehen. Außerdem würde der Versuch zu mehr kritischer Berichterstattung und Verlinkung führen."

Dass es sich um eine Unachtsamkeit handelt ist aufgrund der Reaktionen der Verantwortlichen zu bezweifeln. Mehrmalige pressetext-Anfragen für eine Stellungnahme des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und dessen Zweigstellen in Deutschland und Österreich wurden bis zum Redaktionsschluss abgeblockt oder nicht erwidert.

Quelle: www.pressetext.com/Peter Oslak

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