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Wladimir Kaminer: Ich bin ein großer Fan von Merkel

Archivmeldung vom 18.02.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.02.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Wladimir Kaminer (2008)
Wladimir Kaminer (2008)

Foto: indeedous
Lizenz: CC-BY-SA-2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

In Zeiten schwindender Popularität der Bundeskanzlerin outet sich Wladimir Kaminer (49) als treuer Anhänger. "Ich bin ein großer Fan von Angela Merkel. Sie sieht aus wie eine gemütliche Tante aus der Küche, die von nichts Ahnung hat außer Mathematik, aber in Wahrheit ist sie einer der weitsichtigsten Politiker überhaupt", sagte der "Russendisko"-Autor in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Dass in der Flüchtlingspolitik stets über Risiken geredet werde, empfindet der Wahl-Berliner "als typisch für die Deutschen": "Sie reden immer schnell über die Nachteile und lassen die Vorteile außen vor. Wenn es den Deutschen gelingt - und mit Merkel können sie das sehr gut -, diesen jungen Menschen Ehrgeiz statt Verzweiflung und einen Lebensentwurf statt Frustration zu geben, werden alle davon profitieren", sagte der Autor weiter. Für seine zweite Heimat hat der in Moskau geborene Kaminer viel Lob übrig: "Deutschland ist heute ein Turm zu Babylon, eine unglaubliche Mischung aus verschiedenen Kulturen und Lebensentwürfen", sagte der 49-Jährige. "Wenn ich auf meine 27 Jahre in Deutschland schaue, sehe ich eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Ich sehe sehr viele Menschen um mich herum, die Energie, Lust und Chuzpe haben, ein besseres Europa zusammen zu bauen. Und ich fühle mich glücklich in diesem Land." Russland ginge es hingegen "immer schlechter", so Kaminer, der die Regierung im Kreml kritisiert. "Ein Staat muss als Solidargemeinschaft einen Sinn und einen Zukunftsentwurf haben. Man braucht einen politischen Überbau. Die Menschen müssen ihre Wünsche definieren können, und eine Führung sollte sie respektieren und realisieren. Das ist aber mit der "Sicherheitsabteilung" nicht zu machen. Für das russische Volk wird immer nur eine Art Fake-Politik inszeniert, es gibt keine echte Politik und auch keine Politiker." Von der neuen US-Führung hält der Autor auch sehr wenig: "Amerika hatte noch nie einen so unerfahrenen Präsidenten und so ein schwaches Kabinett. Putin hat großes Glück, nun einen Gesprächspartner zu haben, der ein totes Eichhörnchen auf dem Kopf trägt, wie man in Russland schon witzelt. Fünf Fragen - und Putin hat Trump auseinandergenommen." Dass Kaminer mittlerweile mit seiner "Russendisko"-Veranstaltung deutsche Kultur im Ausland präsentiere, wie zuletzt auf der Buchmesse 2016 im finnischen Turku, empfinde er nicht als paradox. "Das ist eine Völker verbindende Sache und zeigt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, in dem die Russendisko dazugehört", sagte Kaminer. Allerdings organisiere er "wegen der Gesundheit" nur noch selten eine "Russendisko". "Ich werde schließlich in diesem Jahr 50. Ich kann nicht mehr jede Nacht bis an die Decke springen. Wodka ist da kein guter Ratgeber. Wodka bringt mich langfristig eher nach unten als nach oben."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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