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Bertelsmann lässt Geschichte des "Stern" wissenschaftlich aufarbeiten

Freigeschaltet am 01.08.2022 um 13:25 durch Sanjo Babić
"Hitler-Tagebücher entdeckt" – Schlagzeile des Sterns am 22 April 1983. Lügen über Lügen...
"Hitler-Tagebücher entdeckt" – Schlagzeile des Sterns am 22 April 1983. Lügen über Lügen...

Bild: en.wikipedia.org

Bertelsmann hat das renommierte Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München mit der unabhängigen Aufarbeitung der Geschichte des Magazins "Stern" beauftragt. Der Forschungsauftrag wurde vom Bertelsmann-Vorstand in Übereinstimmung und enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Tochterfirmen und Institutionen initiiert, darunter die Geschäftsführung von RTL Deutschland, die Chefredaktion des "Stern" und die Henri-Nannen-Schule für Journalismus.

Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, sagt: "Mit der Analyse der 'Stern'-Geschichte wollen wir einen Beitrag zur Mediengeschichte der jungen Bundesrepublik ermöglichen. Wir freuen uns sehr, das Institut für Zeitgeschichte hierfür als unabhängigen Partner gewonnen zu haben, den wir in seiner Arbeit vorbehaltlos unterstützen werden."

Der Forschungszeitraum wird die Jahre ab Gründung des "Stern" durch Henri Nannen 1948 bis zu dessen Ausscheiden 1983 umfassen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach politischen, personellen und inhaltlichen Verflechtungen und Verbindungen zur Zeit des Nationalsozialismus. Aufbauend auf bereits bestehender Forschung sollen weitergehende Analysen vorgenommen werden, etwa zu Themen, Texten und der Bildsprache des "Stern". Hierbei soll auch das umfangreiche Bildarchiv einbezogen werden, das 2018 der Bayerischen Staatsbibliothek zur Erschließung übergeben wurde.

Mit der Analyse der "Stern"-Geschichte durch das Institut für Zeitgeschichte will Bertelsmann einen objektivierenden, wissenschaftlichen und nachhaltigen Beitrag zur jüngst wieder aufgekommenen Diskussion um die Person des langjährigen "Stern"-Chefredakteurs Henri Nannen (1913-1996) leisten. Ziel ist es, eine sachliche Grundlage für die öffentliche Debatte zu schaffen, bereits bestehende Forschungen zu ergänzen und damit den aktuellen Kenntnisstand zur Geschichte des deutschen Journalismus nach 1945 um eine fundierte Analyse zu erweitern.

In dem auf mehrere Jahre angelegten Projekt werden ein offener Austausch mit der Forschungs-Community sowie Transparenz im Umgang mit den zu erwartenden Forschungsergebnissen angestrebt. Angedacht ist unter anderem eine wissenschaftliche Tagung, auf der eine erste Bestandsaufnahme vorgenommen werden könnte. Alle für den historischen Forschungsprozess relevanten Quellen werden dem Institut für Zeitgeschichte zur Verfügung gestellt.

Angesiedelt ist die Forschungsarbeit bei dem stellvertretenden Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, Prof. Dr. Magnus Brechtken, der als ausgewiesener Experte für die Auseinandersetzung mit dem Erbe des Nationalsozialismus gilt. Das Institut für Zeitgeschichte hat bereits zahlreiche Studien dieser Art erfolgreich durchgeführt, so etwa zur Geschichte des Bundesinnenministeriums, zum Atom- und Forschungsministerium, zur Entwicklung von der Reichsbank zur Bundesbank sowie zu Alfred Bauer und der Berlinale, um nur einige der zahlreichen IfZ-Projekte zur sogenannten Aufarbeitungsgeschichte zu nennen. Auf Seiten von Bertelsmann wird das Projekt vom zur Unternehmenskommunikation gehörenden Unternehmensarchiv begleitet.

Zum Hintergrund:

Die erste Ausgabe des "Stern" erschien am 1. August 1948 im neu gegründeten Stern-Verlag Henri Nannen. Nach Aussage neuerer Forschungen diente hierbei die Zeitschrift "Der Stern", die bereits 1938 unter dem Herausgeber Kurt Zentner konzipiert worden war, als Vorbild. 1949/1951 verkaufte Henri Nannen insgesamt 87,5 Prozent der Anteile am "Stern" an den Verleger Gerd Bucerius sowie 12,5 Prozent an den Druckereibesitzer Richard Gruner. Letzterer gründete 1965 mit den Verlegern John Jahr sen. und Gerd Bucerius die Gruner + Jahr GmbH & Co. KG. Seit dieser Zeit wird der "Stern" dort verlegt. Nannen blieb bis 1980 Chefredakteur, bis 1983 Herausgeber der Zeitschrift. Bertelsmann erwarb 1969 zunächst 25 Prozent an Gruner + Jahr und stockte diesen Anteil bis 1976 auf 74,9 Prozent auf. 2014 übernahm Bertelsmann die restlichen Anteile und wurde damit zum alleinigen Eigentümer. Seit dem 1. Januar 2022 ist Gruner + Jahr Teil von RTL Deutschland.

Bertelsmann beauftragte im Jahr 1998 als eines der ersten Medienunternehmen in Deutschland eine Unabhängige Historische Kommission (UHK), die Geschichte des Unternehmens während der Zeit des Nationalsozialismus zu erforschen. Nach über dreijähriger Forschungsarbeit legte die UHK ihren Bericht "Bertelsmann im Dritten Reich" vor, der 2002 im C. Bertelsmann Verlag erschien. Der Aktenbestand der UHK bildet den Grundstein für das 2003 gegründete Bertelsmann-Unternehmensarchiv.

Quelle: Bertelsmann SE & Co. KGaA (ots)


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