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Cornelia Funke: "Ich denke manchmal, ich hätte mehr sündigen sollen"

Archivmeldung vom 17.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: PSYCHOLOGIE bringt dich weiter
Bild: PSYCHOLOGIE bringt dich weiter

Cornelia Funke ist die international erfolgreichste deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin. Über 50 Werke stammen aus ihrer Feder. Wer aus so schier unendlicher Fantasie schöpfen kann, dem wird gern eine wilde Teenagerzeit angedichtet.

Auf die Frage nach ihrer größten Jugendsünde antwortet die 61-Jährige im Interview mit PSYCHOLOGIE bringt dich weiter (Heft 03/2020) jedoch: "Ach Gott ... Ich denke manchmal, ich hätte mehr sündigen sollen! Ich war eine sehr brave Jugendliche. Ich habe viel gelesen, gezeichnet und Musik gehört, mich eingeigelt und meine inneren Welten bereist, was mir als Schriftstellerin wahrscheinlich sehr zugute gekommen ist."

Doch die gebürtige Westfälin hadert nicht mit vermeintlich verpassten Exzessen: "Es hat sicher auch Vorteile, in dem Alter gegen Regeln zu verstoßen oder wilder zu leben, als ich das getan habe. Inspiriert oder ermüdet es das Herz, wenn man es mit 17 schon dreimal gebrochen bekommen oder viel mit Drogen experimentiert hat? Ich weiß die Antwort nicht, denn ich habe den Weg nie versucht. Meine Rebellion passierte durch politisches Engagement - oder wenn ich im Stadion laut für Schalke geschrien habe."

Und mit welcher Eigenschaft kämpft eine Erfolgsautorin mit 26 Millionen verkauften Büchern am meisten? "Mit Ungeduld", so Funkes erster Reflex - dann differenziert sie noch mal: "Ungeduld habe ich wirklich nur bei Sachen, die ich nicht gerne tue - Papierkram, Aufräumen, Interviews. Ansonsten kann ich unendlich geduldig sein. Ein Freund von mir meinte mal, ich hätte keine Frustrationstoleranz - ich glaube, das trifft es ganz gut." Gefragt nach Dingen, die sie verunsichern, fällt ihre Antwort eindeutig aus: "Tiefes Wasser! Davor habe ich schon immer Angst gehabt, denn ich bin eine sehr schlechte Schwimmerin."

Nach vielen Jahren in Hamburg lebt die Bestseller-Autorin seit 2017 in Kalifornien. "Mit meiner Farm habe ich den Ort, an dem ich leben möchte. Deswegen habe ich jetzt auch beschlossen, dass das meine letzte große Lesereise war", so Funke, der es schwerfällt, "lange von dem Ort fort zu sein, an dem ich mich zu Hause fühle". "Ich bekomme gleich Heimweh, vermisse meine Tiere und meine Freunde, mein Zuhause. Ich bin in der Hinsicht wahrscheinlich irgendwie immer ein Baum gewesen. Ich kann das nicht, einfach die Wurzeln aus dem Boden ziehen und woanders wieder eingraben. Insofern werde ich vermutlich in Amerika bleiben, zumal auch meine Kinder dort leben: Ich fühle mich angekommen."

Quelle: PSYCHOLOGIE bringt dich weiter (ots)

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