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Publikum misstraut parteiischen Nachrichten

Freigeschaltet am 10.07.2019 um 10:09 durch Thorsten Schmitt
Bild: pixabay.com, kalhh
Bild: pixabay.com, kalhh

Nachrichtenmedien, die beim Publikum als voreingenommen gelten, wird ähnlich wenig Vertrauen entgegengebracht wie Medien, die der Ansicht der Seher nach Fake News verbreiten. Auch wenn diese Nachrichtenquellen transparent und ehrlich wirken, schadet es ihrem Ansehen, wenn sie parteiisch erscheinen. Das ergibt eine Studie der Ohio State University. "Wenn ein Medium als glaubwürdige Quelle gelten will, muss es ehrlich, aber auch objektiv und sachkundig sein", erklärt Studienautorin Laura Wallace.

Voreingenommenheit schadet Glaubwürdigkeit

Für die Studie zogen die Forscher 169 Studenten als Probanden herbei. Sie gaben ihnen einen Text zu lesen, der einen Dialog zwischen zwei Entwicklungshelfern enthält, die sich über die Verteilung von Ressourcen zu Beginn eines Ebola-Ausbruches im Kongo unterhalten. Die beiden fiktiven Personen müssen sich entscheiden, ob sie Ressourcen in die Region Rutu schicken sollten, wo der Ausbruch anfing, oder in die Stadt Poko, die bereits von dem Ausbruch betroffen ist. Beide Figuren wurden den Probanden als extrem erfahren beschrieben. Einer von beiden, Roger, ist dafür, Hilfe nach Rutu zu schicken.

Einigen Studienteilnehmern wurde mitgeteilt, dass Roger in der Vergangenheit als Freiwilliger in der Region Rutu gearbeitet hat, was andeuten würde, dass er voreingenommen ist. Die anderen Probanden erhielten diese Information nicht. Die Teilnehmer mussten schließlich in einem Fragebogen die Konversation beurteilen. Es stellte sich heraus, dass Roger für diejenigen, die über seine Verbindung zu der Region Rutu Bescheid wussten, unglaubwürdig war, auch wenn sie ihn für fähig, sympathisch und ansonsten vertrauenswürdig hielten.

Parteiische Medien nützlicher als Fake News

Den Forschern zufolge gibt es Unterschiede zwischen Voreingenommenheit und Unehrlichkeit. "Im Fall einer voreingenommenen, aber ehrlichen Quelle, unterstützen deren Informationen vielleicht nur eine Seite einer Diskussion, jedoch ist sie zumindest nützlich, um diese Seite zu verstehen. Unehrliche Nachrichten können nicht so nützlich sein", meint Wallace.

Ein anderer Unterschied zeige sich im Ergebnis einer weiteren, noch unveröffentlichten Studie: Die Änderung einer Position bei voreingenommenen Medien hat demnach einen positiven Effekt auf ihre Glaubwürdigkeit. Bei einer unehrlichen Quelle habe das dagegen gar keinen Effekt. "Wenn eine voreingenommene, aber ehrliche Quelle ihre Meinung ändert, muss das für das Publikum an stichhaltigen und wichtigen Beweisen liegen. Deswegen vertrauen sie so einem Sinneswandel eher, als wenn er von einem unzuverlässigem Medium kommt", so Wallace.

Quelle: www.pressetext.com/Georg Haas

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