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TV-Übertragung via LTE: Kein Massenmarkt in Sicht

Archivmeldung vom 12.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Sendemast: LTE-TV möglich, aber noch nicht rentabel. Bild: pixelio.de, REK
Sendemast: LTE-TV möglich, aber noch nicht rentabel. Bild: pixelio.de, REK

Trotz der Vorteile von LTE sowie dem Nachfolgestandard LTE Advance mit Datenraten von bis zu 1.000 Mbit/s bleibt die Einführung der Technologie zur Fernsehübertragung ungewiss. Vertreter des Rundfunks befürchten, dass sich die Nutzer die Bandbreite teilen müssen. Dass es jedoch prinzipiell funktioniert, hat Nokia Siemens Networks (NSN) Anfang Januar bewiesen. Über das LTE-Netz in der chinesischen Stadt Xiamen wurden Live-TV-Bilder eines Marathonlaufes übertragen. Bedenken zur breiten Einführung bleiben aber bestehen.

Laut NSN blieb die Netzwerk-Performance während der zweieinhalbstündigen Übertragung stabil. Es stellten sich weder Paketverluste noch Verzögerungen bei der Datenübertragung ein. Die verwendeten Übertragungsparameter sollen sogar die Verbreitung von TV-Bildern in HD-Qualität ermöglichen. Auch seien solche Übertragungen in anderen LTE-Netzen möglich. Im Gegensatz zum chinesischen "Time Division Duplex"-System kommt in Deutschland mit dem "Frequency Division Duplex" jedoch ein anderes System zum Einsatz, bestätigt NSN.

"Beide Systeme bieten ausreichende Bandbreiten im Uplink, um Fernsehen zu übertragen. Wir haben dies bereits in verschiedenen technologischen Demonstrationen unter Beweis gestellt. Im Uplink sind Bandbreiten bis zu zehn Mbit/s denkbar", unterstreicht NSN-Sprecherin Irene Nie auf Nachfrage von pressetext. Doch auch sie muss gestehen, dass Uplink-Datenraten solcher Art in den meisten Fällen zulasten der gesamten Bandbreite in einer Mobilfunkzelle gehen. "Es ist eine wirtschaftliche Entscheidung des Netzbetreibers", verdeutlicht Nie.

Fehlendes Geschäftsmodell

In Deutschland hat man sich gegen die LTE-TV-Übertragung entschieden. Das geht aus den Volumenbegrenzungen der Mobilfunkverträge mit LTE-Nutzung hervor. "Angenommen, die Surfgeschwindigkeit wird bei einem Volumen von zehn Gigabyte gedrosselt, so könnte der Nutzer pro Monat nur rund acht Stunden mobiles Fernsehen in Standardqualität empfangen", erläutert Ulrich Reimers von der Technischen Universität Braunschweig und Mitbegründer des DVB-Standards, auf einem Symposium der Landesmedienanstalten zum Thema "Mobiles Fernsehen".

Das nüchterne Fazit des Branchenkenners: Auch wenn Fernsehen über LTE technisch möglich ist, wird man in Zukunft nicht ohne Rundfunkübertragungssysteme wie DVB auskommen. Reimers sieht die Zukunft in konvergenten Systemen aus den beiden Lagern Mobilfunk und Rundfunk.

Quelle: www.pressetext.com/Marc Hankmann

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