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Channel 4 plant Flugzeugabsturz-Show

Archivmeldung vom 14.11.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.11.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Channel 4 ist für provokative TV-Sendungskonzepte bekannt. Bild: channel4.com
Channel 4 ist für provokative TV-Sendungskonzepte bekannt. Bild: channel4.com

Der britische Privat-TV-Sender Channel 4 wird offenbar niemals müde, was die Entwicklung fragwürdiger Showkonzepte betrifft. Laut Bericht des Guardian hat der Fernsehanbieter, der bereits des Öfteren mit umstrittenen Sendungen für Aufregung gesorgt hat, für 2010 schon einen neuen Quoten-Hit parat, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll.

Bei "Plane Crash", so der bezeichnende Titel der geplanten Show, können Zuseher live beim Absturz eines Passagierflugzeugs dabei sein. Unzählige vorher angebrachte Kameras sollen das Publikum dabei jede einzelne Sekunde des Geschehens hautnah miterleben lassen.

"Mit 'Plane Crash' werden wir dem Publikum den waghalsigsten TV-Event des kommenden Jahres bieten", stellt Channel-4-Programmchef Julian Bellamy gegenüber dem Guardian klar. Der Sendung liege eine außergewöhnliche Idee zugrunde. "Nur Channel 4 hat den Mut, so etwas auch umzusetzen. Nicht einmal die Hersteller würden ein so großes Flugzeug abstürzen lassen", betont Bellamy. Das Publikum werde von einer derart spektakulären Show, die Mitte des kommenden Jahres ausgestrahlt werden soll, sicherlich begeistert sein.

Nützliches wissenschaftliches Experiment

Aus Sicht der Sendungsverantwortlichen soll "Plane Crash" dabei nicht nur Rekordquoten bringen, sondern auch ein wissenschaftliches Interesse befriedigen. "Diese Show wird eines der nützlichsten Experimente in der Geschichte der Luftfahrt", ist Produzent Geoff Deehan überzeugt. Eine wahre Armee an Sensoren und Kameras, die im Rumpf des 300-Sitzplatz-Jets angebracht ist, soll völlig neue Erkenntnisse in Bezug auf Flugzeugabstürze liefern, die unter Umständen die Überlebenschancen der Fluggäste erhöhen könnten, so Deehan.

Sorgen um Menschenleben oder Umweltschäden müsse man sich aber keine machen. Die einzigen Passagiere des Jets, die zwei Piloten, würden rechtzeitig vor dem Absturz den Autopiloten aktivieren und sich per Schleudersitz aus der Gefahrensituation katapultieren, heißt es von Channel 4. Den genauen Absturzort will man aber weiterhin geheim halten. "Wir werden mit lokalen Umweltbehörden zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass wir keinen Müll hinterlassen", betont der britische Privatsender.

Verzweiflungstat für die Quote

"Die wissenschaftliche Motivation im vorliegenden Fall ist sicherlich nur zweitrangig. Die Produktion einer derartigen Sendung erweckt bei mir vielmehr den Eindruck einer Verzweiflungstat, die Aufmerksamkeit erregen und die eigenen Zuseherquoten in die Höhe treiben soll", meint Medienexperte Kai-Uwe Weidlich vom Medieninstitut in Ludwigshafen http://www.medien-institut.de im Gespräch mit pressetext. In Deutschland wäre die Umsetzung eines solchen Showkonzepts aufgrund der strengeren Gesetzgebung wohl nicht möglich.

Dass Channel 4 tatsächlich eine Show produzieren will, bei der dem Publikum ein Flugzeugabsturz bis ins kleinste Detail serviert wird, sei auch Ausdruck des enormen Quotendrucks im Privat-TV. "Die Hemmschwelle des guten Geschmacks ist im TV in den letzten Jahren kontinuierlich nach unten verschoben worden", so Weidlich abschließend. 

Quelle: pressetext.deutschland (Markus Steiner)

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