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Ulrich Wickert sieht Frankreich in Identitätskrise

Archivmeldung vom 22.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Ulrich Wickert Bild: ulrichwickert.de
Ulrich Wickert Bild: ulrichwickert.de

Der frühere Tagesthemen-Moderator und Frankreich-Experte Ulrich Wickert sieht keine Spaltung Frankreichs durch den Terror. Das schreibt Wickert in einem Gastbeitrag für "Bild". "Der Terror wird dieses Land nicht unterkriegen. Und: Er wird auch diese Wahl nicht entscheiden", schreibt Wickert in vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen in "Bild". "Nein, nicht der Terror spaltet dieses Land. Frankreich wird vielmehr durch eine schwere Identitätskrise erschüttert", so Wickert.

"Hohe Arbeitslosigkeit, minimales Wachstum, ein riesiger Schuldenberg", das treibe die Franzosen um, meint Wickert. Politisch, wirtschaftlich und finanziell sei das Land Schlusslicht von Europa. "Die Grande Nation - das war einmal." Zu seiner Zeit als Frankreich-Korrespondent hätten große Persönlichkeiten die Politik des Landes bestimmt, erinnert sich Wickert. "Und die Präsidenten, die waren eine Art Königersatz, gaben den Franzosen das Gefühl von Größe.

Das ist vorbei. Spätestens mit der Profilierungssucht von Sarkozy und der Profillosigkeit seines Nachfolgers Hollande hat das Amt rapide an Ansehen verloren." Wickert hofft auf einen Sieg des unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron. "Macron sieht klar, dass Frankreich reformiert werden muss", und er habe "einen klaren außenpolitischen Kompass", meint Wickert.

"Er will die europäische Idee vorantreiben. Und zwar mit Deutschland als Partner. Für uns und die Franzosen wäre Macron der beste Präsident." Ulrich Wickert leitete von 1984 bis 1991 das Pariser Büro der ARD und moderierte von 1991 bis 2006 die Tagesthemen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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