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Ex-"Jupiter Jones" Frotmann Nicholas Müller hat mehr als 1000 Panikattacken überstanden

Archivmeldung vom 05.12.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.12.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Jupiter Jones
Jupiter Jones

Foto: Superbass
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Sänger Nicholas Müller musste seine Panik in Trauer und Selbstachtung umwandeln, um die alles lähmenden Angststörungen in den Griff bekommen zu können. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der 34-jährige Ex-Frontmann der Band Jupiter Jones: "Fürsorge, Selbstliebe, Achtsamkeit, dass man sich selber wieder lieben lernt, so was ist wichtig."

Der Sänger, dessen neues Bandprojekt "Von Brücken" gerade das erste Album veröffentlicht hat, fügte hinzu: "Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man dann sagen muss: Okay, alles klar, jetzt muss ich mich auch wieder um den Rest kümmern, nicht immer nur um mich. Und das ist eben gar nicht so einfach, wenn man so lange an sich selber rumoperiert hat."

Dass er nicht müde wird, über seine Angsterkrankung zu reden, gibt Nicholas Müller offen zu. Was bei Burnout und Depressionen schon geschafft sei, nämlich, dass die Themen nicht mehr als schambesetzt wahrgenommen werden, sei bei Angststörungen noch ein großes Problem: "Dabei ist es eine der am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankung."

In seinen schlimmsten Zeiten hatte der Sänger sich einfach auf den Boden gelegt, die Beine angewinkelt und gewartet, dass die Panik vorübergeht. "Es war die pure Angst vor dem Sterben." Aber weil es eben nur Angst war, habe die Therapeutin seine Frau angewiesen, keinen Krankenwagen zu rufen "Und deswegen habe ich sie wirklich angepflaumt - freundlich ausgedrückt", erinnert sich Müller. "Ich hatte wirklich Zeiten, in denen ich mich so gestraft gefühlt habe, dass ich mit sämtlichen Instanzen, mit Gott und allem, drüber diskutiert habe: Warum denn gerade ich?"

Weit über 1000-mal haben die Panikattacken Müller heimgesucht. Auslöser war der hautnah miterlebte Krebstod seiner Mutter, den der Sänger in dem Lied "Still" von Jupiter Jones verarbeitet hatte. Erst während eines zehnwöchigen Klinikaufenthalts wegen seiner Angststörungen hatte Müller gelernt, sich ganz hemmungslos der Trauer hinzugeben.

In seinem Heilungsprozess geholfen hat ihm nicht allein die Tatsache, dass er sich konsequent aus aller Öffentlichkeit zurückzog, sondern auch, dass parallel seine Tochter geboren wurde: "Das war total wichtig. Ich kenne genug Menschen, die gerade mit einer solchen Aufgabe in eine ähnliche Problematik gerutscht wären". Doch Kinder, betont Nicholas Müller, könnten einen erden: "Von dem Moment an, an dem sie zur Welt gekommen ist, war ich wirklich ruhiger, da wusste ich, jetzt habe ich eine Aufgabe, die wirklich wichtig ist."

Das Album "Weit weg von fertig" der Rockband "Von Brücken", die Müller gemeinsam mit dem Musiker Tobias Schmitz gegründet hat, stieg schon kurz nach Veröffentlichung auf Platz 12 der Charts. Eine Tournee ist für Februar/März geplant.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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