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Sepsis-Stiftung: Viele Corona-Tode durch Blutvergiftung vermeidbar

Archivmeldung vom 21.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Patientin mit schwerem septischen Schock (Blutvergiftung) und Ischämiezonen an der Haut bei Mikrothromben
Patientin mit schwerem septischen Schock (Blutvergiftung) und Ischämiezonen an der Haut bei Mikrothromben

Foto: Emergency doc
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Viele Covid-19-Erkrankte sterben nach Darstellung der deutschen Sepsis-Stiftung an einer unerkannten Blutvergiftung, was durch eine bessere Früherkennung und eine angepasste Behandlung verhindert werden könnte. "Der hohe Bedarf an Intensivbetten und die hohe Sterblichkeitsrate von Covid-19 ist vor allem durch Sepsis bedingt", sagte der Stiftungs-Vorsitzende Konrad Reinhart dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Wie eine aktuelle Studie betätige, führten viele schwere Covid-19-Verläufe zu einer Sepsis, an der die Patienten dann häufig verstürben. Nach wie vor gebe es jedoch eine weit verbreitete Unkenntnis über das Thema Sepsis in der Bevölkerung, aber zum Teil auch beim medizinischen oder pflegerischen Personal, beklagte Reinhart. "Ein großes Problem ist, dass viele Patienten, die sich mit einer unkomplizierten Covid-19-Erkrankungen zu Hause kurieren wollen, nicht rechtzeitig bemerken, wenn diese in eine Sepsis übergeht", sagte der Stiftungschef. "Wer Anzeichen wie ein plötzliches extremes Krankheitsgefühl, Fieber, einen hohen Puls, Verwirrtheit oder Schüttelfrost bemerkt, sollte auf keinen Fall abwarten und sofort ein Krankenhaus aufsuchen oder den Notarzt rufen", sagte er.

Auch in den Kliniken hapere es häufig bei der Früherkennung der Symptome, beklagte Reinhart. Sepsis spiele nicht nur bei Corona eine entscheidende Rolle, sondern auch bei Ebola, Grippe oder jeder zukünftigen Pandemie, u nabhängig vom Erreger, so der Mediziner. "Deshalb ist es umso wichtiger, die Früherkennung, Diagnose und Behandlung von Sepsis durch gebündelte Maßnahmen auf nationaler Ebene zu stärken." Dazu fordert er einen Nationalen Sepsisplan. Das werde von zahlreichen Fachgesellschaften, dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina unterstützt.

"Zu unserem Bedauern wurde das bisher durch das Bundesgesundheitsministerium abgelehnt", kritisierte Reinhart. Bei einer Sepsis - allgemein Blutvergiftung genannt - handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf eine Infektion. Die Folge ist ein septischer Schock, bei dem es zu einem Mehrfach-Organversagen kommt. Nach Angaben der Sepsis-Stiftung sterben jedes Jahr rund 75.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Etwa 15.000 bis 20.000 davon könnten nach Darstellung der Stiftung gerettet werden, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt werden würde.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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