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Der Einfluss des E-Rezepts auf das deutsche Gesundheitssystem: Das Ende der Versorgungssicherheit?

Freigeschaltet am 24.04.2019 um 14:24 durch Andre Ott
Bild: "obs/Dr. Kaske"
Bild: "obs/Dr. Kaske"

Fakt ist: Das E-Rezept kommt nach Deutschland. Mit der bevorstehenden Einführung im Frühjahr 2020 werden die Karten neu gemischt. Die Marketingberatung Dr. Kaske hat in einer großen E-Rezept-Studie analysiert, wie das E-Rezept den Apothekenmarkt verändert. Die Prognose: Die Zahl der Vor-Ort-Apotheken könnte um über 7.000 Apotheken zurückgehen.

Das elektronische Rezept wird das Gesundheitswesen als wesentliche Komponente der Digitalisierung nachhaltig und tiefgreifend verändern. Doch was bedeutet dieser Meilenstein konkret für Apotheker, Hersteller und Verbraucher? Die E-Rezept-Studie der Marketingberatung Dr. Kaske schafft jetzt Klarheit. "Für die Studie haben wir über 5.000 Verbraucher, 235 Apotheken und 107 Hersteller befragt und Marktprognosen aufgestellt. Die Studie gibt Auskunft zum aktuellen Meinungsbild in Deutschland. Im Detail analysiert werden die mit der Einführung des E-Rezeptes verbundenen Erwartungen und Bedenken der drei Stakeholdergruppen. Experten-Statements zum Einfluss des E-Rezeptes auf das deutsche Gesundheitssystems komplettieren die umfassende Studie" erläutern die Studienautoren Fabian Kaske, Marie Sophie Kaiser und Ebru Pekel.

Apothekensterben

Online-Apotheken sehen im E-Rezept eine einmalige Chance und können die Ablösung des Papierrezepts kaum erwarten. Die gerade im BMG in Diskussion stehende Ausstellung von Folgerezepten durch Online-Apotheken beflügelt die Prognosen des zukünftigen Marktpotentials. Noch liegt der Rx-Online-Anteil bei überschaubaren 1,5%. Die regulatorischen Veränderungen machen laut Dr. Kaske jedoch ein exponentielles Wachstum zunehmend wahrscheinlich: "Wir erwarten eine Steigerung des Rx-Versandhandelsanteils auf bis zu 10,2%, was einem Umsatz von EUR5,1 Mrd. entspricht - zulasten der stationären Apotheken, die EUR4,3 Mrd. Rx-Umsatz verlieren. Das hat gewaltige Folgen: bis 2030 könnte jede dritte Offizin-Apotheke schließen" so die Studienautoren. Konkret bedeutet das, dass es in zehn Jahren nur noch 11.871 Apotheken in Deutschland geben könnte.

Verbraucher sind offen

Der Dr. Kaske Studie zufolge sind Verbraucher für regulatorischen Veränderungen sehr offen: "Wir haben Verbraucher gefragt, wie sie es fänden, wenn der Arzt nach der Untersuchung das E-Rezept direkt an die Apotheke vor Ort oder an die Online-Apotheke ihrer Wahl sendet. Mehr als die Hälfte aller Verbraucher befürwortet die Zusendung des E-Rezepts an die Apotheke." Die Hälfte der Verbraucher würde ein E-Rezept online einlösen, obwohl bisher nur 1,5% dies aktuell machen und vor der Umfrage mehr als 70% noch nichts vom E-Rezept gehört hatten. EUR23,3 Mrd. Rx-Online-Umsatz p.a. würden entstehen, wenn Patienten ihr Verhalten entsprechend ändern würden.

Apotheker sind besorgt

86,4% der Apotheker befürchten mit Einführung des E-Rezeptes das Abwandern der Kunden zu ausländischen Versandapotheken. Die Dr. Kaske Prognose zeigt eine potenziell-realistische Marktverschiebung von über EUR5,1 Mrd. Rx-Umsatz von Stationär zu Online. "Die Einführung des E-Rezepts ist die größte Veränderung des Apothekenmarkts seit 15 Jahren. Damals wurden die Versandapotheken eingeführt. Dutzende Milliarden Umsatz werden sich in Richtung Online verschieben durch E-Rezept, Apotheker-Folgerezept und die Digitalisierung. Es ist erstaunlich, dass die Apotheker bei diesem Thema noch so still sind. Es geht immerhin um die Existenz von mehr als 7.000 Apotheken," so Fabian Kaske, Geschäftsführer von Dr. Kaske.

Hersteller wittern Geschäft

92% der Hersteller sehen in Online-Apotheken großes bis sehr großes Potential für ihr OTC-Geschäft. 80% der Hersteller gehen davon aus, dass die Einführung des E-Rezepts den Rx-Online-Anteil vergrößern wird und weitere 68% erwarten, dass die Einführung des E-Rezepts den OTC-Online-Anteil vergrößern wird. Fabian Kaske betont, dass schnelles Handeln gefragt ist: "Für Hersteller ist die E-Rezept-Einführung eine riesige Umsatzchance. Gerade Rx-Firmen müssen jetzt Strategien entwickeln, um nicht von Digital First Movern abgehängt zu werden."

Über Dr. Kaske:

Dr. Kaske ist eine inhabergeführte Marketingberatung mit Fokus auf Digital Marketing, E-Commerce und Print Marketing. Das 53-köpfige Team mit Standorten in München und Belgrad berät große und mittelständische Kunden aus dem Gesundheits- und Lifestylemarkt in herausfordernden Marketingfragen und entwickelt maßgeschneiderte Kommunikationsstrategien.

Quelle: Dr. Kaske (ots)

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