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DGP-Präsident: Thrombose, Lungenembolie - Prophylaxe mit Kompressionsstrümpfen in Zeiten von Corona

Archivmeldung vom 03.06.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.06.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Professor Dr. med. Markus Stücker (2020) Bild: "obs/medi GmbH & Co. KG/Bild: www.klinikum-bochum.de"
Professor Dr. med. Markus Stücker (2020) Bild: "obs/medi GmbH & Co. KG/Bild: www.klinikum-bochum.de"

Nach derzeitigem Erkenntnisstand* treten bei Patienten mit einer Covid-19 Erkrankung vermehrt venöse Thrombosen und Lungenembolien auf.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, Professor Dr. med. Markus Stücker (Leitender Arzt am Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken, Ruhr-Universität Bochum), verdeutlicht in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der konsequenten Thromboseprophylaxe.

Professor Dr. med. Markus Stücker: "Patienten, die an einer Coronavirus-Infektion erkranken, können ein erhöhtes Risiko für venöse Thrombosen und Lungenembolien aufweisen. Dann ist die gezielte Thromboseprophylaxe wichtig, um tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien zu verhindern beziehungsweise das Risiko zu minimieren."

Immobil im Krankenhaus oder in Quarantäne daheim: Thrombosen und Lungenembolien vorbeugen

Immobilität bei hospitalisierten Patienten ist ein Hauptrisikofaktor für eine tiefe Beinvenenthrombose sowie der weiterführenden Komplikation einer Lungenembolie. Bettlägerigkeit und Bewegungsmangel bedingen eine inaktive Wadenmuskelpumpe. Die Folge: Das sauerstoffarme Blut in den Beinvenen fließt langsamer und weniger zielgerichtet zum Herzen zurück. Neben dieser Strömungsverlangsamung spielen bei der Entstehung einer tiefen Beinvenenthrombose auch eine erhöhte Blutgerinnungsneigung und Veränderungen an den Gefäßwänden eine entscheidende Rolle.

Um vor allem den Aspekt der Strömungsverlangsamung des Blutes positiv zu beeinflussen, sind medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe als physikalische Therapiemaßnahme ein entscheidender Baustein neben der medikamentösen Therapie mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulantien, wie Heparin). Diese bewährte Kombinationsbehandlung zur Thromboseprophylaxe zahlt somit am besten auf die drei Ursachen einer tiefen Beinvenenthrombose ein.

Corona-Patienten in häuslicher Quarantäne oder nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sollten vor diesem Hintergrund ebenfalls eine sorgfältige Thromboseprophylaxe mit ihrem Arzt abstimmen. Regelmäßige Bewegung, medizinische Kompressionsstrümpfe sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind einfache Maßnahmen, die das Thromboserisiko senken können. Medizinische Kompressionsstrümpfe (beispielsweise vom Hersteller medi) können bei medizinischer Notwendigkeit vom Arzt verordnet werden. Im medizinischen Fachhandel werden die Strümpfe angepasst.

Professor Dr. med. Markus Stücker: "Zum augenblicklichen Stand der Erkenntnisse sollte man Corona und Thromboseprophylaxe nicht isoliert betrachten. Die Infektion mit dem Covid-19 Virus kann zu einer erhöhten Rate von venösen Thrombosen und Lungenembolien führen. Denn nicht nur Immobilität bei Patienten im Krankenhaus, sondern auch Bewegungsmangel im Alltag können grundsätzlich auslösende Faktoren sein. In diesem Zusammenhang ist Thromboseprophylaxe einmal mehr ein lebenswichtiges Thema. Corona-Patienten in Quarantäne oder auch Patienten mit bekannten venösen Vorerkrankungen haben aufgrund der aktuellen Situation in ihrem Alltag oft nur wenig Bewegung. Deshalb sollte man für sie das Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen in Betracht ziehen, um das Risiko einer Thrombose zu minimieren."

* Wichmann D et al. Autopsy Findings and Venous Thromboembolism in Patients With COVID-19: A Prospective Cohort Study. Ann Intern Med 2020 May 6. doi: 10.7326/M20-2003 sowie l Wang T et al. Attention should be paid to venous thromboembolism prophylaxis in the management of COVID-19. Lancet Haematol 2020;7(5):e362-e363.

Quelle: medi GmbH & Co. KG (ots)


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