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Infektion mit Schimmelpilz endet oft tödlich

Archivmeldung vom 13.01.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.01.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Oliver Randak

Tausende Menschen in Deutschland infizieren sich pro Jahr mit dem Schimmelpilz Aspergillus fumigatus. Jeder zweite stirbt, weil es bislang kaum wirksame Medikamente gegen die Pilzinfektion gibt. Jenaer Forscher suchen nach neuen Therapien.

Aspergillus fumigatus gehört zu den am weitesten verbreiteten Spezies der Erde. Der Schimmelpilz, 20 Mal kleiner als der Durchmesser eines Menschenhaares, findet sich nahezu überall. Besonders gut gedeiht er in Biotonnen, Kompost, Blumenerde und Tapeten. Im Schnitt atmet jeder Mensch 1000 Sporen pro Tag ein. Die Folgen können von Allergien bis hin zu Pilzinfektionen der Lunge reichen. 5000 Menschen in Deutschland infizieren sich Schätzungen zufolge pro Jahr mit diesem Mikroorganismus.

Richtig gefährlich ist Aspergillus fumigatus für immungeschwächte Menschen. Er ist für mehr als 90 Prozent der lebensbedrohlichen Aspergillosen verantwortlich - also Atemwegsinfektionen, deren Erreger den ganzen Körper erfassen. Jeder zweite Infizierte stirbt, und bis heute gibt es kaum wirksame Arzneimittel zur Bekämpfung dieser Erkrankungen. Das soll sich nun ändern: Forscher des Jenaer Leibniz-Instituts für Naturstoffforschung und Infektionsbiologie decken derzeit die molekularen Mechanismen einer Infektion mit Aspergillus fumigatus auf.

«Wenn wir die Moleküle finden, die am Krankheitsprozess beteiligt sind, und in ihrer biologischen Funktion stören, können wir die Infektion wahrscheinlich stoppen», sagt der Institutsdirektor Axel Brakhage in Jena. Der Wissenschaftler hofft, in fünf bis zehn Jahren eine wesentlich verbesserte Diagnose und Therapie anbieten zu können.

Die Zahl der Pilzinfektionen beim Menschen ist in den vergangenen 20 Jahren extrem gestiegen. Grund dafür ist vor allem die Zunahme immungeschwächter Patienten der Krebs- und Transplantations-Medizin. «Mit den heutigen Diagnoseverfahren verlieren wir zuviel Zeit bis eine zielgerichtete Behandlung beginnen kann», sagt Brakhage. «Die Infektionsverläufe sind so dramatisch und kurz, dass die Zeit für die Produktion von Antikörpern in der Regel nicht ausreicht und deshalb Immunzellen die Hauptrolle bei der Bekämpfung der Infektion spielen».

Um keine wertvolle Behandlungszeit zu verlieren, werden heute AntimykotikaAntimykotika sind Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (Mykosen). mit breitem Wirkspektrum meist bereits im Verdachtsfall eingesetzt. «Die Therapieerfolge sind bislang mäßig, weil die Mittel nicht wirksam genug sind», sagt der Molekularbiologe.

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