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Schwerhörige Menschen könnten über Organ im Mund hören lernen

Archivmeldung vom 17.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
"Zungenspange" im Test: Forscher präsentieren neues Gerät. Bild: colostate.edu
"Zungenspange" im Test: Forscher präsentieren neues Gerät. Bild: colostate.edu

Menschen, die ihren Gehörsinn fast verloren haben, könnten bald mit ihrer Zunge hören lernen, wenn es nach den Forschern der Colorado State University geht. Sie haben ein elektronisches Gerät entwickelt, das die in der Zunge befindlichen Nerven nach einem bestimmten Muster stimuliert - je nachdem, welche Wörter die Person über das Bluetooth-Mikrofon im Ohr hört.

Das Tool übersetzt die verschiedenen Wörter in komplexe Wellenformen, die die unterschiedlichen Wörter repräsentieren. Diese werden via Bluetooth vom Mikrofon im Ohr an das einer Zahnspange für die Zunge ähnelnde Gerät gesendet, das wiederum die Zunge durch eine Anordnung an Elektroden stimuliert. Die Zunge leitet diese taktile Information an das Gehirn weiter, wo das entsprechende Wort mit den sinnlichen Informationen verknüpft wird.

"Manche Leute sagen, es fühlt sich so an, als hätte man Champagnerbläschen oder Pop Rocks auf der Zunge", berichtet Maschinenbauingenieur John Williams gegenüber "Popular Science". Expertin Leslie Stone-Roy präzisiert: "Wir können auf der Zunge zwischen kleinen Punkten unterscheiden, die eng nebeneinander liegen. Es ist ähnlich wie bei den Fingerspitzen; darum verwenden wir unsere Finger, um Braille-Schrift zu lesen. Die Zunge ähnelt ihnen darin, weil sie hohe Sinnesschärfe hat."

Nutzung nur beschränkt möglich

Wichtig bei dem neuen Konzept ist, dass die Personen, die das Hightech-Tool nutzen, nicht taub sind, sondern zumindest noch ein bisschen hören können. Sonst können die akustischen Informationen nicht mit den taktilen Informationen verknüpft werden, wie es für das Gehirn notwendig ist, um mit der Zunge "hören" zu lernen.

Die mit einer 9-Volt-Batterie betriebene "Zungenspange" soll letztendlich billiger auf dem Markt angeboten werden als teure Cochleaimplantate, die den Gehörnerv direkt stimulieren. Außerdem ist für das Hören über die Zunge keine Operation notwendig.

Quelle: www.pressetext.com/Marie-Thérèse Fleischer

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