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Hightech-Einkaufshilfe für Blinde

Archivmeldung vom 30.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Third Eye-VI: System mit Kamera und Handschuh. Bild: Patrick Mansell
Third Eye-VI: System mit Kamera und Handschuh. Bild: Patrick Mansell

Forscher haben ein Gerät entwickelt, das ein "drittes Auge" für blinde und sehbehinderte Menschen darstellt und besonders das Erledigen von Einkäufen erleichtern soll. Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen kommen im Projekt "Visual Cortex on Silicon" zusammen, darunter auch der Computerwissenschaftler Vijay Narayanan von der Penn State University.

Unter dem Arbeitstitel "Third Eye-VI" wird das System entwickelt, das sehbehinderten Menschen beim Shoppen helfen soll. Um bestimmte Produkte in einem Geschäft zu erkennen, muss man zuerst verstehen, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Dieses hat zwei Aufmerksamkeitsmodi: Einerseits das Bummeln, wo alles unfokussiert wahrgenommen wird, bis etwas die Aufmerksamkeit erregt. Andererseits das Suchen nach einem bestimmten Ding, wo die Umgebung spezifisch auf dessen Merkmale hin untersucht wird.

"Wenn du deine Aufmerksamkeit auf etwas richten willst, kannst du entweder einfach das Signal verstärken oder alles rundherum zu einem Störgeräusch machen, sodass das Signal die einzige Stimme ist, die man hört", so Narayanan. "Das Gehirn tut beides. Es verstärkt den Anteil der Aufmerksamkeit und es unterbindet auch aktiv die anderen Dinge, die nicht relevant sind."

Identifizieren von Lebensmitteln

Mit Dezember 2014 waren bereits 87 Lebensmittel registriert, die das System sehr genau erkennen kann. Texte auf den Verpackungen und Logos können interpretiert und identifiziert werden. "Wenn es nur 'Cornflakes' oder 'Milchprodukt' sagt, hilft das niemandem. Wenn du Tomatensauce willst, müssen wir wissen, ob es Prego-Tomatensauce sein soll. Ist es die organische Prego-Tomatensauce? Das ist das detaillierte Level, das wir brauchen, und das ist ein Teil der Herausforderung, der wir uns gegenübergestellt sehen", erklärt Narayanan.

Neben dem Scannen der Umgebung auf die interessierenden Produkte, muss Blinden und Sehbehinderten auch dabei geholfen werden, dass die Lebensmittel tatsächlich im Einkaufswagen landen. Hier kommt der Handschuh ins Spiel, auf dem das dritte Auge angebracht ist. Dieser gibt durch Vibration an verschiedenen Stellen Hinweise darüber ab, wie die Hand bewegt werden muss, um das Produkt zu ergreifen. Die Handhabung soll laut den Forschern in nur fünf Minuten erlernbar sein.

Quelle: www.pressetext.com/Marie-Thérèse Fleischer

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