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Italien: Forscher lösen Rätsel von „Familie Schmerzfrei“

Archivmeldung vom 14.12.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.12.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Michael Bührke / pixelio.de
Bild: Michael Bührke / pixelio.de

Es ist ein Segen und ein Fluch zugleich: Eine 78-jährige Italienerin, ihre zwei Töchter und drei Enkelkinder können von Geburt an keinen Schmerz empfinden. Und endlich wissen Genforscher jetzt, warum. Das Fachblatt „Brain“ berichtet.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik" meldet weiter: "Die Ursache dieses schmerzfreien Lebens ist ein Fehler im Erbgut – eine Mutation des Gens ZFHX2, wie die Forscher jetzt herausgefunden haben. Das Problem dabei: Wer davon betroffen ist, verspürt eben auch keine Verletzungen und keine Gefahr. Bei der Familie aus Italien etwa haben Ärzte Knochenbrüche festgestellt, von denen die Patienten überhaupt nichts wussten – sie hatten sie schlicht nicht wahrgenommen.

Das Gen ZFHX2 ist laut den Wissenschaftlern dafür zuständig, ob ein Reiz als Schmerz registriert wird oder nicht. Die Forscher haben nämlich, wie das Blatt schreibt, eine Mäusefamilie gezüchtet, deren Mitglieder genau so einen Genfehler hatten wie die Familie aus Italien.

Und siehe da: Vorher hatten die Nager überempfindlich auf Wärmestrahlung reagiert – nachher waren sie nahezu unempfindlich für Druck und Hitze. Außerdem sollen die Wissenschaftler festgestellt haben, dass das Gen ZFHX2 die Funktion weiterer 16 Gene reguliert.

Die Forscher wollen jetzt zusätzliche Versuche vornehmen, um die Arbeit dieses speziellen Gens und dessen Wechselwirkung mit anderen Genen besser zu verstehen. Davon versprechen sie sich, wie das Fachblatt schreibt, wertvolle Erkenntnisse für die Behandlung von Patienten, die an chronischen Schmerzen leiden. Umgekehrt könnte dadurch der Familie aus Italien möglicherweise das Schmerzempfinden wiedergegeben werden – sofern sie denn Interesse daran hat."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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Bild: Erwin Lorenzen / pixelio.de
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