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Gesundheitsgefahr Leder: Erneut gefährliche Chemikalien in Lederschuhen gefunden

Archivmeldung vom 22.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Lederproduktion in Bangladesh. Ohne Schuhe stehen Arbeiter in den Gerblaugen und atmen giftige Daempfe ein. Bild: Manfred Karremann für PETA
Lederproduktion in Bangladesh. Ohne Schuhe stehen Arbeiter in den Gerblaugen und atmen giftige Daempfe ein. Bild: Manfred Karremann für PETA

Lederschuhe als Gesundheitsrisiko: Erst kürzlich hatte die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. die toxische Lederproduktion in Bangladesch aufgedeckt und über Kinderarbeit in gefährlichen Gerbereien und deren giftige Abfälle und Umweltzerstörung berichtet. In der aktuellen Rapex-Wochenmeldung 41/2013, dem EU-Schnellwarnsystem für Verbraucherschutz, wird nun vor Chrom VI-Belastungen bei Damenschuhen in Deutschland gewarnt. Stark erhöhte Werte des krebserregenden und hoch allergenen Schwermetalls Chrom VI fanden sich bei drei Schuhmodellen unterschiedlicher Marken: Ballerinas von „Style Shoes“, Pumps von „Emilia shoes“ und bei Sandalen von „5th Avenue” by Halle Berry von Deichmann. Herkunftsland war jeweils China.

„Wöchentlich melden Verbraucherschützer und Behörden gefährliche Chemikalien in Lederschuhen aus Asien“, berichtet Frank Schmidt, Kampagnenleiter bei PETA. „Die aktuell betroffenen Damenschuhe sollten auf keinen Fall weiter getragen werden, sonst riskieren die Frauen chronische Hautekzeme. Konsumenten müssen über die toxische Lederproduktion mit Chrom aufgeklärt werden. Wir empfehlen als Alternative qualitativ hochwertige Schuhe aus recyclebaren Kunstleder oder robusten pflanzlichen Stoffen, wie Leinen und Hanf.“

Weltweit werden über 90 Prozent der Tierhäute mit dem reaktiven Schwermetall Chrom gegerbt und mit giftigen Chemikalien konserviert. PETA-Ermittler besuchten zuletzt das Armutsviertel Hazaribagh in Dhaka, Bangladesch, in dem tausende Menschen – auch Kinder – in rund 150 Gerbereien arbeiten. Die Abwässer sind mit Chrom verseucht, Arbeiter hantieren unmittelbar mit Säuren und Laugen, die chronische Hauterkrankungen und Krebs auslösen können. Bei der Endfertigung in China, Italien oder Indien sind die Tierhäute nach wie vor mit Chemikalien belastet. Verbrauchermagazine wie Stiftung Warentest und Öko-Test stellen in Deutschland regelmäßig gesundheitsschädliche Konzentrationen von Chrom (VI) unter anderem in Kinderschuhen, Jacken und Handschuhen aus Leder fest.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

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