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Vaterit eignet sich ideal als Arzneimittel-Transporter

Archivmeldung vom 10.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Saxifraga sempervivum im Botanischen Garten in Cambridge.
Saxifraga sempervivum im Botanischen Garten in Cambridge.

Bild: Paul Aston

Vaterit ist ein vorzügliches Transportmittel für Medikamente. Das Mineral aus der Klasse der Carbonate lässt sich allerdings nur mit hohem Aufwand herstellen. Künftig lassen Forscher des Sainsbury Laboratory an der University of Cambridge die Arbeit andere machen. Sie haben entdeckt, dass das in der Natur ansonsten kaum vorkommende Mineral ein Hauptbestandteil des weißlichen Belags vieler Alpenpflanzen ist. Dazu gehört Saxifraga sempervivum, das auch gern in Steingärten angepflanzt wird.

Mögliches Krebsmedikament

Der deutsche Forscher Heinrich Vater hat Vaterit Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals hergestellt. Man findet es in kleinen Mengen in Krustentieren, Eierschalen, Lachsen, Meteoriten und Felsen. Jetzt ist es erstmals gelungen, eine ergiebige Quelle für dieses seltene und instabile Mineral zu finden. "Chemiker arbeiten daran, Vaterit zu synthetisieren, weil es ein hohes Potenzial hat, um Medikamente aufzunehmen, sodass diese an die Stelle im Körper transportiert werden, an denen sie ihre Wirkung entfalten sollen", sagt Raymond Wightman.

Das Mineral hat eine hohe Transportkapazität und wird von Körperzellen aufgenommen. Nanometergroße Vaterit-Partikel, beladen mit Anti-Krebs-Präparaten, wären ideal, weil sie den Wirkstoff nur langsam abgeben, sodass auf dem Weg zum Tumor weniger gesunde Zellen geschädigt werden. Weitere Anwendungsgebiete sind in der Chirurgie zu finden. Vaterit kann den Zement verbessern, mit dem Implantate im Knochen befestigt werden. Aber auch die Industrie könnte es nutzen, um Papier so zu präparieren, dass die Drucktinte nicht verläuft.

Sorgen um Naturzerstörung

"Vaterit ist im eher feuchten Klima auf der Erde nicht stabil. Es zerfällt schnell in andere Formen des Kalziumcarbonats, etwa in Calzit", weiß Wightman. Deshalb sei es besonders erstaunlich, große Mengen davon auf den Blättern von Pflanzen zu finden. Die Forscher untersuchten per Mikroskop eine Vielzahl von Belägen auf alpinen Pflanzen. Bei einigen wurden sie fündig, doch in reiner Form entdeckten sie das Mineral zunächst nicht. Dann stießen sie auf Saxifraga sempervivum, das reines Vaterit produziert - Saxifraga nennt man in Deutschland Steinbrech.

Die Forscher haben allerdings eine Sorge. Alpine Pflanzen sind durch den Klimawandel und sportliche Betätigung, vor allem von Skifahrern und Snowboardern, gefährdet. Wenn jetzt noch Pflanzen gesammelt würden, um Vaterit zu gewinnen, würde die Gefahr noch größer. Aus diesem Grund suchen die Wissenschaftler jetzt nach anderen Pflanzen, die ein ähnliches Kunststück schaffen. Durch das Studium der Pflanzenzellen und die Ergründung der Vaterit-Produktionstechnik hoffen sie zudem Möglichkeiten zu finden, die Eigenschaften auf andere Pflanzen zu übertragen, die nicht so empfindlich sind wie Saxifraga.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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