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Saisonal abhängige Depression Wenn die dunkle Jahreszeit psychisch krank macht

Archivmeldung vom 04.12.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.12.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Depression  Bild: pixelio.de, G. Altmann
Depression Bild: pixelio.de, G. Altmann

In den Herbst- und Wintermonaten haben Erkältungskrankheiten und Grippe Hochsaison. Aber die dunkle Jahreszeit kann sich auch auf die Psyche auswirken. Kurzfristige Stimmungstiefs, umgangssprachlich auch Winterblues genannt, sind mögliche Folgen. Während diese im medizinischen Sinne keine Krankheit darstellen und in der Regel nicht behandlungsbedürftig sind, können manche Menschen daraus aber auch eine so genannte saisonal abhängige Depression (SAD) entwickeln. Diese Form der Depression tritt wiederholt zu einer bestimmten Zeit im Jahr auf, häufig in den Herbst- oder Wintermonaten. Wie äußert sich die saisonal abhängige Depression, was sind die Gründe und wann sollte sie behandelt werden? Auskunft gibt Dr. med. Hannes Horter, Chefarzt der Oberberg Fachklinik Weserbergland und der Oberberg Tagesklinik Hannover.

"Viele Anzeichen, die auf eine saisonal abhängige Depression hindeuten können, sind auch Symptome einer klassischen Depression. Dazu gehören Müdigkeit, Traurigkeit, Verzweiflung, Angstzustände, Konzentrationsstörungen, Gereiztheit, sozialer Rückzug und Antriebslosigkeit", erklärt der Experte. "Die SAD kann sich zudem durch atypische Symptome wie ein vermehrtes Schlafbedürfnis, Heißhunger-Attacken auf Kohlenhydrate und Gewichtszunahme bemerkbar machen, während die klassische Depression eher mit Schlafstörungen und Appetitverlust einhergeht." Die Gründe für die Entstehung einer SAD sind oft multifaktoriell, sie haben also mehrere Auslöser. Neben einer genetischen Veranlagung wie man zum Beispiel mit Stress umgeht, spielt der Botenstoffhaushalt im Gehirn eine Rolle. Dieser gerät in den sonnenarmen Herbst- und Wintertagen leicht in Schieflage. "Fehlendes Tageslicht führt dazu, dass der Körper mehr Melatonin ausschüttet, was den Körper auf den Schlaf vorbereitet und müde macht. Gleichzeitig wird die Produktion des Glückshormons Serotonin gedrosselt", erklärt Dr. Horter. "Dadurch haben viele Menschen im Winter ein erhöhtes Schlafbedürfnis."

Gerade im Winter ist es daher besonders wichtig, den Tag für Aufenthalte und Bewegung im Freien zu nutzen, so dass die Serotonin-Produktion angeregt und der Hormonhaushalt in Balance gehalten wird. Soziale Kontakte tragen ebenfalls zum psychischen Wohlbefinden bei und können helfen, Stimmungstiefs zu überwinden oder einer SAD vorzubeugen. Auch Tageslichtlampen oder spezielle Lichttherapiegeräte können helfen. Leidet jemand allerdings schon unter einer SAD, reichen diese Maßnahmen oft nicht aus und es ist ratsam, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Die Oberberg Fachklinik Weserbergland bietet mehrfach im Jahr ein stationäres 3-wöchiges Kompaktprogramm zur Behandlung von Depression an. Nach der stationären Phase folgt eine Anschlussbehandlung mit drei (telemedizinischen) Einheiten, verteilt über einen Zeitraum von sechs Wochen. Während eine klassische Therapie in der Regel vier bis acht Wochen in Anspruch nimmt, profitieren Betroffene bei dem Kompaktprogramm von einer verhältnismäßig kurzen Dauer der stationären Behandlung. Dies macht es ihnen oft leichter, die Therapie in ihr Leben zu integrieren und die Hürde, Hilfe anzunehmen, ist weniger hoch.

Quelle: Oberberg Kliniken (ots)

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