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Bericht: VW-Abgasaffäre kostet 1.260 Menschen das Leben

Archivmeldung vom 04.03.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.03.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Bernd Kasper, pixelio.de
Bild: Bernd Kasper, pixelio.de

In den USA sterben 60 Menschen vorzeitig, in Europa sogar 1.200. Schuld daran sind überhöhte Stickoxid-Emissionen bei manipulierten Diesel-Autos, die jahrelang vom Volkswagen-Konzern hergestellt wurden. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT).mit.edu in ihrer aktuellen Untersuchung. Das Unternehmen hatte im September 2015 zugegeben, Software gezielt verändert zu haben.

Die MIT-Forscher werteten die übermäßigen Emissionen zwischen 2008 und 2015 aus. Am stärksten betroffen ist demnach Deutschland mit 500 Todesfällen. Auch in den Grenzregionen, etwa in Frankreich, Polen und Tschechien sind überdurchschnittlich viele vorzeitige Todesfälle zu erwarten. "Luftverschmutzung macht nicht Halt an politischen Grenzen", sagt Studienautor Steven Barrett, Professor für Luft- und Raumfahrt am MIT.

Dass Volkswagen das Abgasproblem in den Griff bekommt, halten die Forscher für dringend erforderlich. Wenn es gelänge, alle Fahrzeuge bis Ende 2017 umzurüsten, würde es den Berechnungen zufolge 2.600 vorzeitige Todesfälle weniger geben, umgerechnet 29.000 Lebensjahre. Die Kosteneinsparung im Gesundheitswesen wäre zudem gigantisch. Sie läge bei 4,1 Mrd. Euro. Das sei weit mehr als in den USA, was nicht allein an der geringeren Zahl an Fahrzeugen liege.

Geringeres Risiko in den USA

Dieselfahrzeuge in Deutschland haben im Durchschnitt eine um 20 Prozent höhere Jahreslaufleistung als in den USA. Auch die höhere Bevölkerungsdichte in Europa sowie klimatische Verhältnisse spielen eine Rolle. Stickoxide reagieren zudem mit Ammoniak in der Luft. Dabei entsteht Feinstaub, der in die Lunge eindringt. Dieses Risiko ist laut der MIT-Studie in den USA geringer, weil die Luft dort weniger Ammoniak enthält. Ammoniak gelangt vor allem durch das Düngen der Felder in die Luft.

Ende Oktober 2015, also nur wenige Monate nach dem Bekanntwerden der gezielten Abgas-Manipulationen, hatten MIT-Forscher 60 Todesfälle in den USA auf die Software-Trickserei zurückgeführt. Zu den 60 Opfern wurden damals weitere 130 Personen erwartet - nicht zuletzt aufgrund der nur allmählichen Nachrüstungen bei den betroffenden Fahrzeugen.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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