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Studie: Warum bei einer Erkältung auf Milch verzichtet werden sollte

Archivmeldung vom 06.11.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.11.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Milch (Symbolbild)
Milch (Symbolbild)

Der Konsum von Milch und Milchprodukten kann laut den britischen Ärzten die Krankheitssymptome bei einer Erkältung verschlechtern. Diese Studie ist im Fachmagazin „Laryngoscope“ veröffentlicht worden.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik" schreibt weiter: "Die Forscher interessierte der Zusammenhang zwischen der Intensivität der Schleimausscheidung und der Entwicklung dieser verbreiteten Krankheit. Es ist bekannt, dass die im Schleim enthaltenen Fermente Mikroben töten und den Menschen vor einer Erkältung schützen. Wenn es doch zur Erkrankung gekommen sei, so beginne der Organismus, zu viel Schleim zu produzieren, weswegen beim Erkrankten Husten, Allergie und Heiserkeit in der Stimme auftreten würden.

Seit alters her hieß es, dass die Milch diese Symptome nur verschärfe. So schrieb beispielsweise der bekannte jüdische Gelehrter Maimonides (1135-1204), dass dieses Produkt eine „Konstruktion im Kopf“ provoziere. Dabei existiert zugleich die Meinung, dass eine Erkältung mit Milch oder heißer Milch mit Honig zu heilen sei. Eine glaubwürdige wissenschaftliche Bestätigung oder Widerlegung derartiger Beobachtungen habe es jedoch nicht gegeben, deshalb hätten sich die Mediziner entschlossen, ihr eigenes Experiment durchzuführen, wie einer der Forscher, der HNO-Arzt vom Joseph Lister-Hospital, Adam Frosch, betonte.

Zur Teilnahme an diesem Experiment hatten die Forscher 26 Männer und 82 Frauen – Patienten des Krankenhauses — eingeladen, die über erhöhte Schleimsekretion geklagt hätten. Alle Teilnehmer seien sechs Tage lang einer milchfreien Diät unterzogen worden.

Ab dem dritten Tag des Experiments begannen die Mediziner, einer Hälfte der Patienten je 350 Milliliter Milch und der anderen Hälfte die gleiche Portion von Sojamilch täglich zu geben. Dabei wurde der Geschmack der beiden Produkte modifiziert, damit die Teilnehmer nicht wussten, was genau sie tranken.

Alle Patienten haben einen Fragebogen ausgefüllt, wo sie den Grad des Schleimausflusses nach der Skala von eins bis 100 Punkte einschätzen und die Symptome der Krankheit angeben mussten. Am Anfang des Experiments schwankte der Index der Teilnehmer bei etwa 65 Punkten, doch nach zwei Tagen der Diät verzeichneten alle weniger Ausscheidung (etwa 55 Punkte für Vertreter der beiden Gruppen), aber nach der erneuten Einführung der Milch in die Ration der Teilnehmer kehrten ihre Werte zu dem ursprünglichen Niveau – 63 Punkten – zurück. Dabei sollen sich diejenigen, die Sojamilch getrunken haben, besser gefühlt haben.

„Dies ist ein hinreichend beeindruckendes Ergebnis während einer relativ kurzen Zeitspanne. Es wäre sinnvoll zu schlussfolgern, dass jeder Kranke, der verspürt, dass die Milch die Schleimausscheidung provoziert, seine tägliche Milchportion entweder verringern oder überhaupt auf die Milchprodukte verzichten sollte“, betonte Frosch."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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