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Fruchtsaftindustrie rechnet mit einer schwachen Streuobsternte von 300.000 Tonnen

Archivmeldung vom 29.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Bild: VdF Fotograf: VdF
Bild: VdF Fotograf: VdF

Die Fruchtbehangschätzung für 2021 ist abgeschlossen. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) rechnet für den Herbst bundesweit mit einer schwachen Streuobsternte von ca. 300.000 Tonnen. "In diesem Jahr haben den Streuobstbeständen die niedrigen Temperaturen und viel Nässe während der Blütezeit zugesetzt", so Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des VdF. "Als Folge der zunehmenden Schwächung der Bäume in den letzten Jahren sind diese leider auch anfälliger für Krankheiten, so dass wir insgesamt davon ausgehen müssen, dass das Ertragspotential der Streuobstwiesen weiter sinken wird", so die Einschätzung Heitlingers.

Klimastress und überalterte Baumbestände

Das Frühjahr 2021 hat insbesondere die Blütezeit der mittelfrühen Apfelsorten auf den Streuobstwiesen mit niedrigen Temperaturen und viel Nässe gestört. Die frühen und späten Apfelsorten waren nicht in dem Maße betroffen. Die Bäume auf den Streuobstwiesen stehen aber schon seit einigen Jahren enorm unter Klimastress: späte Nachtfröste zur Blütezeit, anhaltende Hitzeperioden in den Sommermonaten und insgesamt viel zu wenig Niederschlag. Insbesondere der fehlende Niederschlag und der damit verbundene Trockenstress hat die Bäume zunehmend geschwächt und sie anfälliger gemacht für Krankheiten wie den schwarzen Rindenbrand, einer Pilzkrankheit, die zu schwarzen Stellen an der Baumrinde führt und die Bäume im schlimmsten Fall absterben lässt. Eine weitere Folge ist der verstärkte Mistelbefall in den Bäumen, der sich in diesem Jahr besonders ausgeprägt zeigt.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Streuobstbestände überaltert sind oder nicht mehr gepflegt und bewirtschaftet werden. Auch das wirkt sich auf den Ertrag aus und wird zunehmend zu einem Problem für die Fruchtsafthersteller. Denn damit fehlen nicht nur wertvolle Rohstoffe zur Saftherstellung, sondern auch der besondere Geschmack der vielen alten Obstarten auf den Streuobstwiesen.

Ökosystem Streuobstwiese

In Deutschland werden aktuell rund 250.000 Hektar Fläche als Streuobstwiesen bewirtschaftet. Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung bieten sie als botanisches Kulturgut über 5.000 Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum und Nährboden. Ein Natur- und Lebensraum, der dringend geschützt werden muss. Auch die Fruchtsafthersteller fördern den Streuobstanbau, tragen zur Erhaltung durch Vertragsanbau bei und nutzen die Vielfalt der Obstarten und ihre besonderen Geschmacksvarianten für die Fruchtsaftherstellung. Spezielle Angebote wie der Streuobstwiesenapfelsaft oder Quitten- und Birnensäfte werden insbesondere von Saft-Liebhabern geschätzt, die viel Wert auf die ausgeprägte, charakteristische Aromenvielfalt dieser meist naturtrüben Säfte legen.

Quelle: VdF Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (ots)

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