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DRV-Körnermaisschätzung: Besseres Ernteergebnis als im Vorjahr

Archivmeldung vom 11.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Symbolbild Gen-Mais: Welche Folgen hat die Gentechnik im Maiskolben genau?  Bild: Martin Langer / Greenpeace
Symbolbild Gen-Mais: Welche Folgen hat die Gentechnik im Maiskolben genau? Bild: Martin Langer / Greenpeace

Die Körnermaisernte in Deutschland befindet sich auf der Zielgeraden. "Wir gehen in diesem Jahr von einer Erntemenge in Höhe von gut vier Millionen Tonnen aus. Das ist ein Plus von rund 10 Prozent zum schwachen Vorjahresergebnis", erklärt der Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) Guido Seedler.

Grund für das bessere Ergebnis sind in erster Linie höhere Hektarerträge. Lediglich im Südwesten blieben die Erträge hinter denen des Vorjahres zurück. Die prognostizierte Erntemenge könnte mitunter etwas höher ausfallen: Im Nordwesten Deutschlands sind Flächen, die für die Silomaisernte vorgesehen waren, im abgereiften Zustand als Körnermais gedroschen worden.

Körnermais ist das wichtigste Getreide weltweit

Von den gut 2,2 Milliarden Tonnen Getreide, die in diesem Jahr weltweit geerntet werden, entfällt rund die Hälfte auf den Körnermais. Das wichtigste Anbauland sind die USA, dort wächst im Durchschnitt ein Drittel bis ein Viertel der weltweiten Körnermaisernte heran. Andere wichtige Anbauländer sind China, Brasilien und die Ukraine. Bedeutsame europäische Erzeugerländer sind Rumänien, Frankreich und Ungarn. Deutschland selbst nimmt mit seiner Erntemenge eine eher untergeordnete Rolle ein.

Gleichzeitig besteht eine große Binnennachfrage nach Körnermais, weshalb Importe nötig sind. Derzeit wird der Bedarf überwiegend aus Ungarn, Polen und der Tschechischen Republik gedeckt. In den Vorjahren wurden große Mengen aus der Ukraine importiert. Aufgrund der dortigen schlechteren Ernte und damit verbundenen höheren Preise sind diese Partien im Vergleich zu EU-Anbietern zu teuer.

Logistik ist entscheidend - Quarantäneregeln praxisnah gestalten

Die Corona-Pandemie hat bislang kaum Spuren auf dem deutschen Getreidemarkt hinterlassen. Für größere Unsicherheiten auf dem Futtergetreidemarkt sorgt der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Dennoch könnte sich Covid-19 an den Getreidemärkten niederschlagen, sollte als Auswirkung die reibungslose Logistik nicht mehr gewährleistet sein. Mit Sorge betrachtet der DRV daher einen Passus in der Muster-Quarantäneverordnung von Bund und Ländern, nach der die Besatzungen von Binnenschiffen, die Waren durch Risikogebiete transportieren, anschließend in Quarantäne gehen müssen. Seedler befürchtet: "Sollte diese Regelung von den Ländern umgesetzt werden, könnte dies zu erheblichen Engpässen bei Frachtraum-Kapazitäten führen." Vor diesem Hintergrund spricht sich der DRV dafür aus, Personal im Güterverkehr von einer Quarantänepflicht auszunehmen, wenn ausreichende Schutzmaßnahmen ergriffen wurden.

Herbstaussaat nahezu abgeschlossen

Die Herbstaussaat von Getreide ist bis auf Restflächen nach spät räumenden Kulturen nahezu abgeschlossen. Die Aussaatbedingungen waren in der Summe gut. Aufgrund der milden Temperaturen in den vergangenen Tagen und Wochen besteht aber die Gefahr, dass die Pflanzen zu stark wachsen und damit das Entwicklungsstadium der optimalen Winterhärte überschreiten.

Quelle: Deutscher Raiffeisenverband (ots)


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