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Bitkom begrüßt Initiative zur Reform der Internetüberwachung

Archivmeldung vom 09.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Markus Vogelbacher / pixelio.de
Bild: Markus Vogelbacher / pixelio.de

Der Hightech-Verband Bitkom begrüßt die die Initiative von AOL, Facebook, Google, LinkedIn, Microsoft, Twitter und Yahoo zur Reform der geheimdienstlichen Überwachung im Internet. "Wir unterstützen den Vorstoß der Konzerne gegen die geheimdienstlichen Überwachungsaktionen", sagte Verbandspräsident Dieter Kempf. "Sowohl die Internetnutzer als auch die Anbieter von Internetdiensten müssen vor einem ungezügelten Zugriff auf persönliche Daten durch die Geheimdienste geschützt werden."

In Deutschland gibt es einen massiven Vertrauensverlust, was die Sicherheit von Daten und die Integrität von Diensten im Internet angeht, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands zeigt: 80 Prozent der Internetnutzer in Deutschland halten ihre persönlichen Daten im Internet generell für unsicher. 33 Prozent halten sie für "völlig unsicher" und 47 Prozent für "eher unsicher". Im Juli, nach der ersten Welle der Veröffentlichungen im Zuge der NSA-Affäre, hielten insgesamt erst 66 Prozent der Internetnutzer ihre Daten für unsicher, im Jahr 2011 waren es 55 Prozent. "Das Vertrauen vieler Internetnutzer in die Sicherheit ihrer Daten wurde durch die NSA-Affäre erschüttert", sagte Bitkom-Präsident Kempf mit Blick auf die Zahlen.

Telekom erhöht Abhörschutz im Mobilfunk

Die Deutsche Telekom erhöht den Abhörschutz im Mobilfunk: Als erster Netzbetreiber in Deutschland setzt sie den Verschlüsselungsstandard A5/3 für die Sprachübertragung im Mobilfunknetz ein. Damit sind Gespräche auch im GSM-Netz besser gegen mögliches Abhören geschützt, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Derzeit werde der Standard bundesweit implementiert, bis Ende 2013 soll die Umsetzung abgeschlossen sein. "Das Vertrauen der Menschen in Telekommunikation und Internet hat durch die NSA-Affäre in den vergangenen Wochen stark gelitten. Wir tun, was wir können, um unseren Kunden mehr Sicherheit zu bieten", sagte Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance bei der Telekom. "Die bessere Verschlüsselung von Mobilfunkgesprächen ist dafür ein weiterer wichtiger Schritt."

Für die Verschlüsselung von Handygesprächen müssen die Kunden nicht aktiv werden: Sie erfolgt bei der Funkübertragung zwischen Mobiltelefon und Basisnetz automatisch. Mit dem neuen Standard A5/3 ist die Verschlüsselung im GSM-Netz stärker, der neue Algorithmus gilt bislang als sicher. Im UMTS- und LTE-Netz werden ähnlich starke Verschlüsselungen eingesetzt. Bislang war im GSM-Netz der Verschlüsselungsstandard A5/1 implementiert, der von Experten allerdings geknackt werden konnte. Für den neuen Standard musste bundesweit neue Hard- und Software an rund 30.000 Basisstationen und zentralen Netzpunkten installiert werden. Die Aktivierung des neuen Algorithmus erfolgt regional nach und nach. Die Kunden werden die Umstellung nicht bemerken, hieß es seitens der Telekom weiter.

Telekom-Chef kritisiert Regierung wegen schleppender Aufklärung

Telekom-Vorstandschef René Obermann kritisiert die Bundesregierung und die EU-Kommission wegen der schleppenden Aufklärung der NSA-Abhöraffäre. "Die Spitzeleien haben das Vertrauen in zwei Grundpfeiler unserer Gesellschaft, die freie Kommunikation und die Privatsphäre, erschüttert", sagte Obermann dem "Handelsblatt". Für Obermann, der sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Bonner Telekommunikationsunternehmens Ende des Jahres an Timotheus Höttges übergibt, sind die Spionageaktivitäten des US-Geheimdienstes "sogar demokratiegefährdend". Insbesondere die Untätigkeit der in Berlin und Brüssel Verantwortlichen sei nicht hinnehmbar. "Ich verstehe die Leisetreterei nicht", erklärte Obermann. "Es ist fahrlässig, dass so wenig geschieht." Es sei Sache der Politik und nicht der Wirtschaft, gegenüber den USA die Einhaltung von Datenschutzstandards einzufordern. "Europa könnte ruhig mal selbstbewusst die gemeinsamen Regeln nach außen tragen", so Obermann. Die Forderung des Managers: "Wenn Unternehmen aus den USA oder jedem anderen Land hier Geschäfte machen wollen, haben sie sich an unsere Standards zu halten." Vor diesem Hintergrund fordert Obermann eine schnelle Harmonisierung der europäischen Datenschutzgesetze. Es müssten künftig alle EU-Bürger in der Lage sein, "ihren Anspruch auf eine geschützte Privatsphäre im Notfall auch einklagen zu können".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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