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Aktionsplan: Bis 2010 neuer Internetstandard für ein Viertel der Deutschen

Archivmeldung vom 15.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Das Internet der nächsten Generation soll bis zum nächsten Jahr für mindestens ein Viertel der deutschen Nutzer verfügbar sein. Das hat der deutsche IPv6-Rat auf einer Tagung in Potsdam gefordert, die am Freitag zu Ende ging.

Das Verbandsgremium aus Internetexperten in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verabschiedete auf dem zweiten IPv6-Gipfel am Hasso-Plattner-Institut (HPI) einen entsprechenden "Nationalen Aktionsplan". Er sieht vor, dass sich Deutschland aktiv an der weltweiten technischen Weiterentwicklung des Internets beteiligt. Das Maßnahmenbündel für den Umstieg auf die modernen Datenverkehrsregeln nach dem Internetprotokoll IPv6 soll auf dem nächsten IT-Gipfel der Bundesregierung beraten werden.

Zur Eröffnung des Gipfels hatte Dr. Robert E. Kahn (70), neben Vint Cerf einer der beiden "Väter" des Internets, einen schnellen Umstieg auf IPv6 befürwortet, damit das weitere Wachstum des Internets gewährleistet werden könne. Staatssekretär Dr. Hans Bernhard Beus, der Bundesbeauftragte für Informationstechnik, hatte auf der Tagung am Donnerstag die Nutzung des IPv6-Standards als "wichtige infrastrukturelle Grundsatzentscheidung" bezeichnet. Die Bundesregierung wolle IPv6 "selber einsetzen und die Verbreitung empfehlen". Beus sagte dem deutschen IPv6-Rat "weitere aktive Unterstützung" zu.

EU-Kommissarin Viviane Reding erklärte in einer Video-Botschaft an die 90 Teilnehmer des Gipfels, es werde Zeit für die öffentliche Hand, in die eigene IPv6-Infrastruktur zu investieren: "Wir müssen jetzt Ernst machen und selber IPv6 nutzen", sagte Reding. Geschehe dies europäisch abgestimmt, werde dies einen enormen Nachfrageschub erzeugen, der Bewegung in den Markt bringe. Prof. Christoph Meinel, Vorsitzender des deutschen IPv6-Rats und HPI-Direktor, betonte, der neue Standard sei zum Beispiel eine wichtige Voraussetzung für die Internet-Kommunikation mit und zwischen Fahrzeugen sowie in Sensornetzwerken mit RFID-Technologie. Hier gehe es um grundlegende Einsatzmöglichkeiten des "Internets der Dinge", wie sie auch im Theseus-Programm der Bundesregierung beschrieben seien.

Quelle: Hasso-Plattner-Institut (HPI)

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