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Drohnensteuerung via Sprachkanal weltweit möglich

Archivmeldung vom 04.08.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.08.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Drohne mit neuem Modul für Sprachkanal-Steuerung.
Drohne mit neuem Modul für Sprachkanal-Steuerung.

Bild: hhi.fraunhofer.de

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI), haben ein Sprachverfahren zur Steuerung und Ortung von Drohnen entwickelt. Das neue Verfahren ist laut den Berliner Experten stabil, günstig, reichweiteunabhängig und prinzipiell sofort umsetzbar: Die Steuerung erfolgt ganz einfach über die Sprachkanäle des Mobilfunknetzes.

Datenübertragung in Echtzeit

"Ein großer Vorteil ist, dass Sprachkanäle im Gegensatz zu Datenverbindungen nahezu überall verfügbar und äußerst zuverlässig sind. Selbst in Gegenden, wo eine Datenverbindung nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, ist die Netzabdeckung für Sprachkanäle meist noch gegeben", so HHI-Forscher Tom Piechotta. Darüber hinaus entstünden kaum zusätzliche Kosten, da weder eine neue Infrastruktur aufgebaut werden, noch spezielle Verträge für priorisierte Datenverbindungen mit den Netzbetreibern geschlossen werden müssten. Nötig sei nur eine Sprachverbindung, wie sie sich mit jeder Prepaidkarte bereitstellen lasse.

Um Drohnen zu steuern, müssen Befehle und Infos wie Position, Höhe oder Akkuzustand an den Controller am Boden übermittelt werden. "Bei den Steuerbefehlen und Ortsinformationen handelt es sich um verhältnismäßig kleine Informationsmengen, die aber zuverlässig übertragen werden müssen. Wir wandeln die Befehle in Audiosignale um, ähnlich wie früher bei Modems. Diese übersetzt ein kleines Modul auf der Drohne zurück in den Steuerbefehl. Das Besondere ist, dass diese Art der Übertragung nicht nur in Echtzeit funktioniert und äußerst robust gegenüber Ausfällen und Verbindungsabbrüchen ist. Sie funktioniert auch schon heute, ohne neue Funkstandards, ohne neue Infrastruktur - und zwar weltweit."

Drohne ruft bei Bedarf zurück

Zur Steuerung der Drohne muss diese nicht im Sichtfeld liegen. Visualisiert wird der Standort der Drohne zum Beispiel über Online-Kartendienste wie Google Maps. Position und Höhe des Fluggeräts werden in Echtzeit übertragen und auf der Karte angezeigt. Zusätzlich können die Drohnen mit eigenen Sensoren ausgestattet werden, um spontane Hindernisse, beispielsweise andere Drohnen, Hubschrauber oder Kräne, zu erkennen und zu umfliegen. Die Steuerung erfolgt entweder manuell oder über das Senden von Wegpunkten, was besonders für Anwendungen wie die Paketzustellung interessant ist.

"Funklöchern begegnen wir mit unserem System extrem selten. Sollte ein Netz ausfallen, weicht die Verbindung auf einen anderen Mobilfunkstandard aus, zum Beispiel von LTE auf GSM oder UMTS, und sollte die Verbindung doch einmal abbrechen, ruft die Drohne innerhalb kürzester Zeit automatisch zurück", erklärt Piechotta. "Ein weiterer Vorteil ist, dass die Technologie absolut zukunftssicher ist: Mobilfunkstandards kommen und gehen - für Sprachkanäle gilt dies nicht. Das Mobilfunknetz wird immer Sprachkanäle zur Verfügung stellen, und solange dies der Fall ist, ist das System eine zuverlässige und kostengünstige Alternative zu konventionellen Datenverbindungen", verdeutlicht Piechotta abschließend.

Quelle: www.pressetext.com/Florian Fügemann

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