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Roboter klettert Wände hoch wie ein Blutegel

Archivmeldung vom 14.05.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.05.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
"LEeCH" in Aktion: Erklimmen von Mauerkronen kein Problem.
"LEeCH" in Aktion: Erklimmen von Mauerkronen kein Problem.

Bild: youtube.com

Inspiriert von einem Blutegel, haben Forscher der Toyohashi University of Technology/english einen neuen Roboter namens "LEeCH" entwickelt, der mühelos an senkrechten Wänden emporklettern kann. Die Maschine klammert sich mit ihrem vorderen Saugnapf an der Wand fest und zieht ihren Hinterkörper nach. Dann saugt sich der Roboter fest und stemmt einen Oberkörper empor. Er kann sogar in Kurven emporsteigen, etwa um Hindernisse zu umgehen.

Auch Kurven sind kein Problem

Tomoaki Mashimo, Assistenzprofessor an der Toyohashi University of Technology und Fumiya Iida von der britischen University of Cambridge haben LEeCH auf ganz besondere Art konstruiert: Vorder- und Hinterkörper sind mit drei schlauchartigen Gebilden miteinander verbunden, die sich zusammenziehen und ausdehnen. Der Roboter schafft es sogar, an einer Wand hochzuklettern, die Mauerkrone zu überwinden und an der anderen Seite wieder hinabzusteigen.

Roboter, die Wände emporklettern können, finden zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Sie lassen sich zu Inspektionen und zur Vorbereitung der Wartung von Gebäuden einsetzen, wenn sie mit einer Kamera bestückt werden. Außerdem sind sie hilfreich bei Rettungseinsätzen. Roboter, die senkrecht emporklettern, sind verhältnismäßig leicht zu realisieren. In Deutschland etwa ist bereits vor Jahren ein Roboter entwickelt worden, der die riesigen Glasflächen der Leipziger Messe reinigt.

Duschschlauch führt Eigenleben

Das Besondere an LEeCH ist, dass er problemlos seitliche Bewegungen vollführt. Am schwierigsten ist die Überwindung einer Wand, um auf der Rückseite wieder abzusteigen. Im Inneren der Schläuche befindet sich eine metallische Spirale, die sich ausdehnt und zusammenzieht. Weil der Roboter gleich drei davon hat, die sich unabhängig voneinander ausdehnen und zusammenziehen, kann er sich auch seitlich bewegen.

Die Idee, eine solche Maschine zu bauen, kam dem japanischen Doktoranden Ayato Kanada in seinem Badezimmer. "Als ich versehentlich den Wasserhahn öffnete, bewegte sich der Duschschlauch, als habe er ein Eigenleben", erinnert sich Kanada. Wenn man diesen Schlauch zielgerichtet manipulieren könnte, ließe sich ein Roboter bauen, der sich so dynamisch bewegt wie ein Lebewesen, so seine Überlegung, die in LEeCH endete.


Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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