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Heftiger Fall von sexueller Gewalt eines Zwölfjährigen entfacht Debatte um Gewalt in Games

Archivmeldung vom 01.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
"GTA" spielen: Gewaltinhalte wurden nachgeahmt.
"GTA" spielen: Gewaltinhalte wurden nachgeahmt.

Bild: John Sting, unsplash.com

In Großbritannien hat ein besonders heftiger Fall von sexueller Gewalt die Debatte um Gewalt in Computer- und Videospielen neu entfacht. In der englischen Stadt Swindon soll ein Zwölfjähriger seine erst sechs Jahre alte Schwester mehrfach vergewaltigt haben, um bestimmte Szenen aus dem bekannten Videospiel "Grand Theft Auto" ("GTA") nachzustellen. Weil der Bub noch so jung ist, wurde er nun dazu verurteilt, zwölf Monate in einer therapeutischen Einrichtung zu bleiben. Er wird zudem für zweieinhalb Jahre im offiziellen Register der Sexualstraftäter geführt.

Spiel erst ab 18

"Es hat sich herausgestellt, dass der Junge sein Opfer bei zahlreichen Gelegenheiten im elterlichen Heim attackiert hat, während sich die Eltern in anderen Zimmern aufhielten oder geschlafen haben", berichtet die britische Zeitung "Independent" zum Fall, der kürzlich am Swindon Youth Court verhandelt wurde. Einmal seien die Übergriffe auch am Weihnachtsabend passiert. "Auslöser für die sexuelle Gewalt war einschlägiges Bildmaterial in einem Videospiel, das nach dem europäischen PEGI-Klassifizierungssystem mit einer Altersfreigabe ab 18 versehen ist", so die Schilderung.

"Zum Thema Gewalt in Videospielen sind in den letzten Jahren viele verschiedene Studien erschienen. Die jüngste davon kommt zum Ergebnis, dass es keinen Zusammenhang zwischen Gewaltinhalten in Games und dem Aggressionspotenzial von Kindern und Jugendlichen gibt", stellt Matthias Jax, Projektleiter bei Saferinternet, gegenüber pressetext klar. Wer seine Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen will, sei gut beraten, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. "Die PEGI-Kennzeichnung ist nur eine Orientierungshilfe. Plattformen wie YouTube bieten aber die Möglichkeit, sich Spiele vorab anzusehen. In Österreich gibt es zudem die Plattform BuPP.at, auf der das Bundeskanzleramt Informationen zu digitalen Spielen anbietet", erklärt Jax.

Sex, Drogen, Gewalt

Die 1997 gestartete GTA-Reihe der Firma Rockstar Games gilt als eine der erfolgreichsten Videospielserien überhaupt. In seiner über 20-jährigen Geschichte hat das Spiel aufgrund von offen zur Schau gestelltem Sex, Drogen und Gewaltinhalten bereits des Öfteren für Skandale und heftige Kritik von Jugendschützern gesorgt. Besondere Kontroversen löste etwa auch die Möglichkeit aus, nicht nur Sex mit Prostituierten zu haben, sondern diese auch ermorden und anschließend ausrauben zu können.

Im vorliegenden Fall in England hat sich der zwölfjährige Sexualstraftäter, dessen Namen aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden darf, mittlerweile vor Gericht in vier Fällen der Vergewaltigung schuldig bekannt. Sollte er die einjährige therapeutische Behandlung in einer speziellen Einrichtung positiv absolvieren, die ihm als Strafe auferlegt worden ist, werden die entsprechenden Einträge in seiner Strafakte wieder gelöscht.

Quelle: www.pressetext.com/Markus Steiner

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