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Ameisenroboter braucht kein Navi mehr

Archivmeldung vom 16.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
"Antbot": Vorbild ist die Wüstenameise.
"Antbot": Vorbild ist die Wüstenameise.

Bild: Julien Dupeyroux, CNRS, AMU

"Antbot" ist der weltweit erste laufende Roboter, der nicht auf Satellitennavigation wie GPS oder Glonass angewiesen ist, um seinen Weg zu finden. Forscher am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) und der Aix-Marseille University (AMU) haben den Sechsbeiner entwickelt. Als Vorbild diente "Cataglyphis", hierzulande als Wüstenameise bekannt. Sie kann hunderte Meter weit laufen, um Futter zu finden. Danach kehrt sie auf direktem Weg zu ihrem Nest zurück, ohne auch nur den kleinsten Umweg zu machen.

Optischer Kompass integriert

Duftstoffe können es nicht sein, die die Tierchen den Weg finden lassen, weil sie in der Wüstenhitze schnell zerstört werden. Forscher fanden heraus, dass sie eine Art Kompass im Gehirn haben, der sich an polarisiertem Licht orientiert, das Menschen nicht wahrnehmen können. Die Entfernung messen sie, indem sie, so verrückt es auch klingt, gewissermaßen ihre Schritte zählen.

Antbot macht es genauso. Der Ameisenroboter ist mit einem optischen Kompass ausgestattet, der sich an polarisiertem Licht orientiert, und einem optischen Bewegungssensor. Er ist in der Lage, völlig selbstständig seine Umgebung zu erkunden und auf dem gleichen Weg an seinen Ausgangsort zurückzukehren - und das mit beeindruckender Genauigkeit. Nach einer Strecke von 14 Metern trifft er sein Ziel mit einer Abweichung von höchstens einem Zentimeter.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Mit einem Gewicht von 2,3 Kilogramm ist er in unwegsamem Gelände Robotern weit überlegen, die auf Rädern oder Raupenketten rollen. Auch Drohnen könnten in bestimmten Situationen, etwa bei Naturkatastrophen, da nicht mithalten, sagen die Forscher. Antbot navigiert mit einer Genauigkeit von 0,4 Grad, und zwar bei klarem und leicht bewölktem Himmel. Nachts ist er noch überfordert, doch das wollen die französischen Forscher noch ändern, um die Einsatzmöglichkeiten des Ameisenroboters auszuweiten. Künftig soll er auch über größere Entfernungen krabbeln können, ohne sich zu verlaufen.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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