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Perfekte Belichtung: Software mischt Fotos ab

Archivmeldung vom 27.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Viele Aufnahmen: Daraus entsteht später ein perfektes Bild. Bild: cornell.edu
Viele Aufnahmen: Daraus entsteht später ein perfektes Bild. Bild: cornell.edu

Informatiker der Cornell University haben eine Software entwickelt, die perfekt belichtete Fotos zugänglicher macht. Denn das Tool automatisiert das "Computational Lighting Design", ein Trick der digitalen Fotografie, bei dem die endgültige Belichtung aus einer ganzen Serie von Aufnahmen abgemischt wird. Profi-Fotografen sollen dank der Software viel Zeit sparen, während sie Amateuren die Möglichkeit verspricht, in wenigen Minuten professionell wirkende Fotos zu erstellen.

Der Informatik-Professorin Kavita Bala gab den Anstoß zum Projekt ein Werbefoto, das so perfekt aussah, "dass man das Produkt haben will". Das liegt letztlich an der idealen Beleuchtung, die mit einer Einzelaufnahme gar nicht möglich wäre. Der Trick: Eine Kamera auf einem Stativ schießt 100 oder mehr Bilder, wobei die Beleuchtung dank eines durch den Raum bewegten Blitzes jedes Mal anders ausfällt. Mit einer Bildverarbeitungssoftware auf dem Computer kann der Fotograf dann aus diesen Lagen ein Bild abmischen, das wirklich perfekt aussieht - was allerdings einen Arbeitsaufwand von Stunden oder gar Tagen bedeutet.

Die Cornell-Software vereinfacht den Prozess, indem sie die vielen Einzelaufnahmen vorverarbeitet und auf nur drei grundlegende Layer reduziert. Das sind "Edge Lighting", das Formen und Schatten hervorhebt, "Fill Lighting" zum gleichmäßigen ausleuchten sowie "Diffuse Color Light", das Farbe und Textur von Gegenständen wirklich sichtbar macht. Der Nutzer kann dann einfach für einzelne Bereiche seines Bildes auswählen, wie stark welche Beleuchtungsart betont werden soll. Zudem ist es möglich, den Lichtfokus auf bestimmte Stellen zu justieren, diffuse Filter zu nutzen und bei Bedarf doch auch mit den Einzelaufnahmen als individuelle Layer Anpassungen vorzunehmen.

Schnelles und gutes Arbeiten

Prinzipiell soll die Software genau die Lichtverhältnisse einfangen, mit denen Fotografen bevorzugt arbeiten. Dass das gelungen ist, haben Tests mit drei Profis gezeigt. Ihnen zufolge liefert die Software mit ihren Basis-Beleuchtungstypen eine gute Arbeitsgrundlage, sodass sie wesentlich schneller zum gewünschten Ergebnis kommen, als wenn sie die Einzelaufnahmen rein von Hand abmischen. Ein Experiment mit sieben Anfängern wiederum hat ergeben, dass diese im Schnitt nur 15 Minuten brauchen, um mit dem Tool professionell wirkende Bilder zu erstellen.

Noch ist die Software, die im Juli auch im Rahmen der Computergrafik-Konferenz SIGGRAPH vorgestellt wurde, nicht wirklich fertig. Doch hofft das Team Bala zufolge, bald zumindest einen Prototypen bereitzustellen. Langfristig werde die Lösung wahrscheinlich in ein Adobe-Produkt wie Photoshop integriert werden. Die Entwicklungsarbeit hat das Unternehmen jedenfalls bereits finanziell unterstützt.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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