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Ein Job, sechs Klischees: Fremd- und Selbstwahrnehmung eines Webcam-Girls

Archivmeldung vom 25.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Big7.com Anny Aurora
Bild: Big7.com Anny Aurora

„Sag mir, was du machst und ich sag dir, wer du bist“ – mit jedem Berufsbild gehen bestimmte Klischees einher: Ein Arzt rettet Leben. Ein Anwalt beschützt die, denen Unrecht widerfährt. Und ein Lehrer korrigiert Hausaufgaben. Dass dieses Rollenbild häufig nicht viel mit der Realität zu tun hat, ist dabei sekundär. Jedes Klischee steht und fällt dabei mit der individuellen Perspektive.

Das Bild von Freunden, Familie, Konkurrenz und Gesellschaft ist nur selten im Einklang mit Realität und Selbstwahrnehmung. Deutlich extremer fallen die Klischees aus, sobald es um einen „ungelernten“ Beruf geht oder dieser etwas mit Erotik zu tun hat. Wie sieht zum Beispiel der Alltag eines Webcam-Girls aus? Ist sie ein Modell oder gehört sie eher zum horizontalen Gewerbe? Was denken Familie, Freunde oder die Konkurrenz? Genau das zeigt Anny Aurora, Webcam-Girl bei Big7.com.

…Familie: „Für meine Eltern arbeite ich selbstständig im Internet und betreue mehrere Webseiten. Dafür muss ich natürlich die Buchhaltung machen und Rechnungen schreiben. Dass ich auch mit Erotik zu tun habe, steht bei meiner Familie nicht so im Vordergrund. Ich bin da einfach eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Damit kann ich natürlich sehr gut leben.“

…Freunde: „Meine Freunde denken, ich verdiene viel Geld mit wenig Arbeit und sie sehen meinen Beruf als Traumjob. Ich sitze einfach nur ein bis zwei Stunden pro Tag in Unterwäsche vor der Webcam. Ansonsten habe ich frei und kann den ganzen Tag tun und lassen, was ich will. Mein Job ist also fast wie Urlaub – bezahlter um genau zu sein.“

…andere Camgirls: „Da wir als Webcam-Girls alle selbstständig sind, herrscht untereinander natürlich eine gewisse Konkurrenz. Da gibt es auch mal Klatsch und Tratsch. Man kann sich das etwa so vorstellen wie bei Germany’s Next Topmodel – nur mit Webcam-Girls, mehr nackter Haut, Dildos und Vibratoren. Ich mache aber einfach mein Ding und versuche, mich aus sowas raus zu halten.“

…die Gesellschaft: „Gesellschaftlich trage ich den Stempel ‚Rotlicht‘. Ich verdiene mein Geld entweder auf dem Rücken oder auf den Knien. Was ich aber tatsächlich mache, interessiert dabei wenig. Und natürlich wäre ich auch ein Opfer des Sexismus. Ich würde mich unterdrücken und manipulieren lassen. Wahrscheinlich wollen mir viele auch noch einen Vater-Komplex andichten. Mittlerweile bin ich es aber leid, mich zu erklären und kann das ganz gut überhören.“

…sich selbst: „Ich selbst sehe mich und meinen Beruf wahrscheinlich positiver als jemand, der mich von außen betrachtet. Wenn mich jemand fragt, sage ich meist: Ich bin Erotikmodell. Ich habe viele Fans und einen hohen Anspruch an mich und meinen Job. Darum will ich meinen Fans natürlich etwas bieten. Ich glaube auch, dass ich meine Arbeit besser mache, als viele meiner Konkurrentinnen. Darum kommen meine Fans ja auch zu mir in die Webcam.“

…die Realität: „Die Realität sieht natürlich oft ganz anders aus. Ich arbeite häufig dann, wenn andere frei haben: am späten Abend, in der Nacht und an Wochenenden und Feiertagen. Dabei ist es auch egal, ob es mir mal nicht so gut geht oder ob ich mich nicht so erotisch fühle. Der User erwartet ein sexy Webcam-Girl – 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Das ist der Job – and somebody has to do it.“

Quelle: Big7.com

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