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Wasser auf dem Mond - Astronomen liefern Nachweise

Archivmeldung vom 27.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Mond Bild: NASA
Mond Bild: NASA

Zwei neue im Fachjournal „Nature Astronomy“ veröffentlichte Studien legen nahe, dass es noch mehr Wasservorkommen auf dem Mond geben könnte als gedacht: Zum einen in molekularer Form, zum anderen als Eis in sogenannten Kältefallen - Stellen, die dauerhaft im Dunkeln liegen, weil die Sonne sie nicht erreicht. Dies berichtet das russische online Magazin "Sputnik".

Weiter heißt es hierzu auf deren deutschen Webseite: "Einer der Studien zufolge haben Forscher um Casey Honniball von der University of Hawaii in Honolulu (USA) Daten des Stratosphären-Observatoriums für Infrarot-Astronomie (SOFIA), einer von der US-Weltraumbehörde Nasa und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum fliegenden Teleskop umgebauten Boeing 747, analysiert.

Bei der Untersuchung des Clavius-Kraters im Süden des Erdtrabanten fanden sie Hinweise auf Wassermoleküle. Diese könnten überwiegend in Glaskügelchen oder in Spalten zwischen Geröll auf der Oberfläche konserviert sein, vermuten sie. Generell gehen sie davon aus, dass Wassermoleküle in polnahen Gegenden eher vorkommen als in anderen Regionen, die näher am Mondäquator liegen.

Wassereis wird vor Sonne geschützt

Da Eis auf dem praktisch atmosphärelosen Mond bei Erwärmung sofort sublimieren würde, kann es sich nur in sogenannten Kältefallen halten: Stellen, die nie vom Sonnenlicht erreicht werden, etwa am Grund von Einschlagskratern. Und laut einer weiteren Studie dürfte es weit mehr solcher Stellen geben als gedacht.

Ein Team um Paul Hayne von der University of Colorado in Boulder (USA) suchte gezielt nach Kratern, Spalten und kleinen Flächen, in denen Wassereis vorkommen könnte. Aus Daten der Nasa-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter leiteten die Forscher Modelle ab, denen zufolge auf dem Mond eine Gesamtfläche von 40.000 Quadratkilometern in ständigem Schatten liegen könnte – verteilt auf unzählige Mikro-Kältefallen. Das ist etwa doppelt so viel wie in früheren Studien angenommen. Die meisten dieser Regionen liegen den Forschern zufolge in den Polregionen des Mondes, 60 Prozent der Fläche verorten sie auf seiner Südhalbkugel.

„Wenn man sich vorstellt, auf der Mondoberfläche nahe einem der Pole zu stehen, würde man überall Schatten sehen“, sagt Hayne. „Viele dieser kleinen Schatten könnten voller Eis sein.“

Als Beispiel für größere Zonen mit Wassereis nennen die Astronomen den Shackleton-Krater am Südpol, der mehr als vier Kilometer tief ist. Große Teile des Kraterinneren liegen im ewigen Schatten.

Die Forscher stellen fest, dass ihre Bewertung mögliche, nicht zuverlässig nachgewiesene Wassermengen betreffen würde. Es müsse Wasser auf dem Mond geben, so die Wissenschaftler, da es seit Milliarden von Jahren von Kometen und Asteroiden dorthin gebracht worden sei und sich durchaus in Kältefallen befinden könnte.

Die Ergebnisse ihrer Forschung seien für zukünftige Mondmissionen sehr wichtig, so die Autoren.

„Wenn wir Recht haben, wird Wasser leichter zum Trinken, für den Raketentreibstoff und alles andere verfügbar sein“, so Hayne.

Die Forscher sind auch der Meinung, dass in Zukunft die Mondbasen in den Polarregionen des Erdtrabanten geplant werden sollten, wo fast überall Wassereis vorhanden sein sollte.

Russische Forscher nicht erstaunt

Es sei den russischen Wissenschaftlern seit 2010 bekannt, dass es auf der beleuchteten Seite des Mondes Anzeichen für Wasser gibt, sagte der Leiter des Labors für Weltraum-Gammaspektroskopie am Weltraumforschungsinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN), Igor Mitrofanow, gegenüber Sputnik am Montag. Aber die US-amerikanischen Kollegen hätten sich bis vor kurzem geweigert, daran zu glauben.

Nach russischen Daten, so Mitrofanow, könne sich das Wasser fast an der Mondoberfläche befinden - unter einer dünnen Schicht Mondmasse.

Die neuesten Angaben aus den USA seien daher „keine Neuigkeit“, hieß es.

„Ein weiterer großer Erfolg der US-amerikanischen Wissenschaft, ich gratuliere ihnen“, merkte der russische Forscher ironisch an."


Quelle: Sputnik (Deutschland)

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