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Zeitung berichtet über „umstrittene“ russisch-chinesische Experimente

Archivmeldung vom 18.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: NASA
Bild: NASA

Arbeiten Russland und China derzeit an einer Technologie, die die Atmosphäre beeinflussen und für militärische Zwecke eingesetzt werden kann? Das behauptet zumindest die Zeitung „South China Morning Post“ unter Berufung auf chinesische Forscher. Die Experimente bezeichnet das Blatt als „umstritten“.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik" berichtet weiter: "Insgesamt wurden im Juni laut dem Blatt fünf russisch-chinesische Experimente durchgeführt. Eines davon habe eine „physische Störung“ über einem Gebiet von 126.000 Quadratkilometern (etwa die Hälfte des Territoriums von Großbritannien) verursacht.

Diese „modifizierte Zone“ habe sich in einer Höhe von mehr als 500 Kilometern über Wassilsursk, einer russischen Kleinstadt im Westen des Landes, befunden. Dort habe es infolge des Experiments zehnmal mehr negativ geladene subatomare Teilchen gegeben als in den umliegenden Bereichen.

Im Laufe eines zweiten Versuchs sei die Temperatur des ionisierten Gases mit geringer Dichte in großer Höhe wegen des Teilchenflusses um mehr als 100 Grad Celsius gestiegen.

Diese Teilchen (oder Elektronen) seien mit Sura – einer im Kalten Krieg vom sowjetischen Militär gebauten Forschungsanlage für Ionosphärenforschung — in den Himmel gepumpt worden.

Von der Sura-Forschungsstation wurden laut dem Blatt mehrere hochleistungsfähige Antennen eingesetzt, die Mikrowellen in die obere Atmosphäre „spritzten“. Der chinesische Erdbeobachtungssatellit Zhangheng-1 habe sich der Zone nähern und die erforderlichen Daten sammeln können.

Die Ergebnisse der Experimente waren laut dem beteilgiten Forschungsteam „zufriedenstellend“.

Sonnen- und kosmische Strahlen erzeugen in einer Höhe von 75 bis 1000 Kilometern eine große Zahl von freien, positiv geladenen Atomen, bekannt als Ionen. Diese Schicht der Atmosphäre – Ionosphäre – reflektiert Radiowellen wie ein Spiegel und lässt sie auf große Entfernungen „abprallen“.

Militärs verschiedener Länder konkurrieren laut der Zeitung seit Jahrzehnten um die Ionosphäre. Denn wem es gelingt, diese Schicht der Atmosphäre über einem feindlichen Gebiet zu manipulieren, kann man die Verbindung zu den Satelliten kappen.

Die Sura in Russland soll die weltweit erste großangelegte Forschungsstation sein, die zu diesem Zweck errichtet wurde.  Die USA haben ein ähnliches Projekt: The High Frequency Active Auroral Research Program (HAARP) wurde im Jahr 1990 in Alaska gebaut.

China baut derzeit nach Zeitungsinformationen eine noch größere und fortgeschrittene Forschungsanlage auf der Insel Hainan. Damit soll es in Zukunft möglich sein, die Ionosphäre über dem gesamten Südchinesischen Meer kontrollieren zu können.

Es gebe aber Sorgen, dass solche Anlagen Naturkatastrophen wie Stürmen, Wirbelstürmen und Erdbeben verursachen könnten.

Dr. Wang Yalu, eine Forscherin an der China Earthquake Administration, die laut der Zeitung an der Studie im Juni beteiligt war, versucht, diese Ängste zu entkräften: „Wir führen eine rein wissenschaftliche Forschung durch. Wenn da etwas anderes im Spiel ist, weiß ich darüber nicht Bescheid“, sagte sie in einem Interview."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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