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3,2 Milliarden Euro Fördermittel, 32 500 geförderte Projekte

Archivmeldung vom 04.07.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.07.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Geld und Geldscheine (Symbolbild)
Geld und Geldscheine (Symbolbild)

Bild: N.Schmitz / pixelio.de

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2017 rund 32 500 Forschungsprojekte mit ei-nem Volumen von nahezu 3,2 Milliarden Euro gefördert – circa 1000 Projekte beziehungsweise 120 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Davon wurden über 8000 Projekte neu bewilligt und mit insgesamt 2,1 Milliarden Euro gefördert. Diese Zahlen gehen aus dem „Jahresbericht 2017“ her-vor, den die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland am Mittwoch, dem 4. Juli 2018, in ihrer Mitgliederversammlung im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Bonn vorstellte.

DFG-Förderhandeln 2017 – die wichtigsten Zahlen und Fakten

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 32 481 Projekte von der DFG gefördert. Für sie wurden gut 3,15 Milliarden Euro bewilligt, die zu 67,9 Prozent vom Bund und 31,2 Prozent von den Ländern kamen. Die Zahl der neu bewilligten Projekte stieg mit 8303 gegenüber 7933 im Vor-jahr noch einmal deutlich an, ebenso wie die neu bewilligten Mittel – von 2,05 Milliarden Euro 2016 auf nunmehr 2,13 Milliarden Euro.

Auch 2017 war mehr als die Hälfte aller geförderten Projekte – 16 517 – in der Einzelförderung angesiedelt; für sie wurden insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro Fördermittel bewilligt – über 85 Millionen Euro mehr als 2016. In den Graduiertenkollegs, Sonderforschungsbereichen und an-deren Koordinierten Programmen wurden 840 Verbünde mit gut 13 760 Teilprojekten und einer Gesamtbewilligungssumme von rund 1,33 Milliarden Euro gefördert. In die insgesamt 99 im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderten Einrichtungen flossen rund 438,3 Millionen Euro.

Aufgeteilt nach den großen Wissenschaftsbereichen erhielten die Lebenswissenschaften mit rund 1,1 Milliarden Euro die meisten Fördermittel (35,2 Prozent der Gesamtbewilligungssum-me), gefolgt von den Naturwissenschaften mit rund 714 Millionen Euro (22,6 Prozent), den In-genieurwissenschaften mit rund 624 Millionen Euro (19,8 Prozent) und den Geistes- und Sozi-alwissenschaften mit rund 480 Millionen Euro (15,2 Prozent); fachübergreifende Projekte wur-den mit rund 224 Millionen Euro (7,1 Prozent) gefördert.

Inhaltlich deckten die geförderten Vorhaben die ganze Bandbreite der wissenschaftlichen Diszip-linen und Fächer ab. Von der Archäologie über die Immunologie bis zur Zoologie reichte der Bo-gen ebenso wie von den Agrar- über die Pflanzen- bis zu den Materialwissenschaften; Bauwesen, Biologie und Bildungsforschung gehörten ebenso dazu wie Molekülchemie, Mathematik und

Mechanik oder Sozialanthropologie, Statistische Physik und Systemtechnik.

Der auch in Buchform veröffentlichte Jahresbericht enthält neben diesen und weiteren Zahlen, Statistiken und Grafiken auch eine Darstellung der inhaltlichen Akzente des Förderhandelns der DFG sowie ihres Engagements in Fragen von Wissenschaftssystem und Wissenschaftspoli-tik.

Außerdem stellt der Jahresbericht in journalistisch angelegten Beiträgen ausgewählte For-schungsprojekte vor. „Wenn er dabei bewusst einen internationalen Akzent setzt, so will er damit dem doppelten Umstand Rechnung tragen, dass Wissenschaft und Forschung vom welt-weiten Austausch besonders profitieren können, zugleich aber die Bedingungen gerade für ei-ne in der Wahl ihrer Themen und Methoden freie Forschung in manchen Teilen der Welt schwieriger werden“, unterstreichen DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider und Gene-ralsekretärin Prof. Dorothee Dzwonnek in ihrem Vorwort. „Deshalb wird eine an diesen Frei-heiten orientierte und von politischen, ökonomischen oder gesellschaftlichen Vorgaben unab-hängige Forschungsförderung immer wichtiger.“

Themen und Ergebnisse der Jahresversammlung in Bonn

Mit der Vorstellung des „Jahresberichts 2017“ und seiner Annahme in der Mitgliederversamm-lung endete am Mittwoch, dem 4. Juli, die dreitägige Jahresversammlung der DFG, die auf Ein-ladung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in deren 200. Jubiläumsjahr in Bonn stattfand, wo auch die DFG ihren Sitz hat. Seit Montag hatten alle zentralen Gremien der DFG getagt – vom Präsidium über Senat und Hauptausschuss bis zur Mitgliederversammlung.

Im Mittelpunkt der Förderentscheidungen stand die Einrichtung von fünf Forschungsgruppen und zwei Kolleg-Forschungsgruppen. In der Mitgliederversammlung wurden zwei neue Mit-glieder – eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler – neu in den Senat, das wichtigste wis-senschaftliche Gremium der DFG, gewählt und zwei für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

Ebenfalls in der Mitgliederversammlung wurde der neue „DFG-Förderatlas“ vorgestellt, der als die umfassendste Informationsquelle zur öffentlich finanzierten Forschung in Deutschland gilt. Die seit 1997 alle drei Jahre erscheinende Publikation setzt in ihrer nunmehr achten Aus-gabe einen besonderen Schwerpunkt auf die „Forschungsförderung im europäischen For-schungsraum und weltweit“ sowie auf das 50-jährige Bestehen des DFG-Förderprogramms der Sonderforschungsbereiche. Am morgigen Donnerstag, dem 5. Juli, wird der neue Förderatlas von der DFG gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und dem Stifterverband in Berlin in einer Pressekonferenz auch den Medien und der Öffentlichkeit präsentiert.

An der Festveranstaltung im Rahmen der Jahresversammlung am Dienstagabend nahmen die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, und die nordrhein-westfälische Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Isabel Pfeiffer-Poensgen, teil, die jeweils ein Grußwort hielten. DFG-Präsident Peter Strohschneider sprach in seiner Festrede über Urteilskraft als Vo-raussetzung für gelingende Forschung und Forschungsförderung.

Bereits am Montag, dem 2. Juli, hatten die DFG und der Stifterverband im Bonner Pantheon den diesjährigen Communicator-Preis verliehen. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung ging an die Bremer Meeresforscherin und Geomikrobiologin Prof. Dr. Antje Boetius für ihr viel-seitiges und langjähriges Engagement in der Vermittlung ihrer eigenen Forschungen über die Tiefsee und die Polarregionen sowie allgemeiner Fragen des Wissenschaftssystems und der Wissenschaftskommunikation.

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (idw)

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