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Faktor Mond - Lunare Mythen, Fakten und Spekulationen

Archivmeldung vom 23.01.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.01.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Jens Brehl
Eine Lunar Orbiter-Aufnahme der sechziger Jahre präsentiert im Sinus Medii ein über 2.000 Meter hohes Objekt auf der Mondoberfläche.
Eine Lunar Orbiter-Aufnahme der sechziger Jahre präsentiert im Sinus Medii ein über 2.000 Meter hohes Objekt auf der Mondoberfläche.

Schon unsere Altvorderen wußten, daß der Mond ein Trabant der Erde ist, ein „treuer Begleiter“, der „ewige Geselle und Freund“, und da die Erde dreieinhalbmal so groß ist wie „Luna“, ahnten sie auch schon früh, daß Erde und Mond eigentlich ein Doppelplanetensystem darstellen.

Dieses Bild zeigt ein in einem Krater entdecktes Objekt, welches eine Art "Zentralberg" zu sein scheint, jedoch die Form einer ebenmäßigen, monolithisch symmetrischer Form besitzt. Dieses Gebilde wurde "The Tower" getauft.
Dieses Bild zeigt ein in einem Krater entdecktes Objekt, welches eine Art "Zentralberg" zu sein scheint, jedoch die Form einer ebenmäßigen, monolithisch symmetrischer Form besitzt. Dieses Gebilde wurde "The Tower" getauft.
Eine rechteckige Einfriedung mit einem Längendurchmesser von 104 Kilometern nahe dem Krater Fontanelle. Sie scheint aus den Bergen "herausgeschnitten zu sein und später wieder von Lava überflutet.
Eine rechteckige Einfriedung mit einem Längendurchmesser von 104 Kilometern nahe dem Krater Fontanelle. Sie scheint aus den Bergen "herausgeschnitten zu sein und später wieder von Lava überflutet.

Diese Konstellation ist im Sonnensystem ungewöhnlich, wenn man bedenkt, daß die Monde der anderen Planeten im Gegensatz zu ihren Zentralgestirnen recht winzig erscheinen. Es dauerte denn auch mehr als zweitausend Jahre, bis die „Selenologie“, die Wissenschaft von der Geologie des Mondes, erforschen konnte, ob Erde und Mond tatsächlich aus einem gemeinsamen Mutterkörper entstanden sein können.


Mondrätsel und Mondschwindel

Der Erdtrabant ist eine lebensfeindliche und von Kratern zernarbte, zerklüftete Welt, doch als erdnächster Himmelskörper recht genau kartografiert worden, was wohl auch der Grund ist, warum er neben feststehenden Fakten immer wieder für die wildesten Spekulationen herhalten mußte.

Im Jahre 1866 beobachtete Julius Schmidt in Athen den kleinen Krater Linné im Mare Serenitatis, wie dieser angeblich überraschend verschwand und statt dessen eine weißumrandete Grube entstanden sein soll. Jahrzehntelang wurde der Krater intensiv beobachtet, mit allerdings widersprüchlichen Resultaten. Schließlich zeigten Raumsondenaufnahmen, daß der Krater noch existierte.

In jüngerer Zeit jedoch wurden zweifelsfrei mehrfach Leuchterscheinungen, sogenannte „Transient Lunar Phenomena“ (TLP) wahrgenommen.

Am 30. Oktober 1963 beispielsweise beobachteten die Astronomen Greenacre und Barr ein auffälliges Leuchten im Krater Aristarch.

Im Jahre 1931 beobachtete N.J.Giddings am 17. Juni des Jahres massive Lichtblitze auf der Mondoberfläche, die er mit bloßem Auge wahrnehmen konnte.

1956 beobachtete Robert Miles am 16. Januar ein weißes Licht auf der Mondoberfläche, welches dort eine Stunde lang auf- und abblitzte und sich dabei langsam blau verfärbte.

1972 fotografierte Rainer Klemm aus Passau eine mehrere Minuten andauernde Lichtfontäne.

Im Jahre 1987 fotografierte Helmut Starzynski solch ein „Moonblink“. Er erklärte sich das Phänomen mit einem Meteroiteneinschlag.

Inzwischen wurden über 700 Leuchtereignisse katalogisiert. Erklärungen dieser TLPs reichen von Vulkanismus, Fehlinterpretationen, Beobachtungsfehler, Gasausbrüche oder gar „intelligente“ Aktivitäten einer fremden (außerirdischen ?) Intelligenz.

Die Annahme von „Lebewesen“ auf dem Mond war bei vielen Forschern des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts weit verbreitet, so berichtet u.a. im Jahre 1822 der Astronom Franz von Paula Gruithuisen über eine „Stadt auf dem Mond“. Auch Wilhelm Herschel hatte 1790 noch ernsthafte Gedanken in Hinsicht auf Mondbewohner und Immanuel Kant glaubte, daß „mit bestimmtheit die meisten Planeten bewohnt“ sind, „und die es noch nicht sind, werden es eines Tages sein.“

Es war eigentlich klar, daß das erste Ziel von Überlegungen über Planetenbewohner der Mond bildete. Plutarch hatte die Seelen der Toten auf den Mond verwiesen. Lukian von Samosata hatte 160 n.Chr. große und wundervolle Armeen auf den Mond verlegt, sein Werk jedoch mit entsprechender Warnung versehen: „Ich schreibe über Dinge, die ich weder gesehen, noch erlebt, noch von anderen erfahren habe, und deshalb sollten meine Leser sie auf keinen Fall glauben.“

Im Jahre 1516 hatte Lodovico Ariosto in seinem „Orlando furioso“ (Der rasende Roland) ein bewohntes Mondtal beschrieben. In der 72. Strophe des 34. Gesangs weiß er denn auch zu berichten:

„Ganz anders als auf unserem Erdenkreise
Sind oben dort die Felder, Flüsse, Seen;
Die Ebnen, Täler, Höhn von andrer Weise,
Mit Städten und mit Schlössern wohl versehen,
Mit Häusern, die Astolf auf keiner Reise,
Vorher noch nachher, je so groß gesehen.
Auch weite Wälder gibt´s im Mondgefilde,
Wo stets die Nymphen jagen nach dem Wilde.“

Und auch Kepler stellte Überlegungen zu „Levaniern“ (Mondbewohnern, von dem hebräischen lebanan oder levana - Levania: der Mond) an, die 1634 - nach Keplers Tod - im Buch „Somnium“ (Schlaf) beschrieben wurden. So berichtete er u.a., daß alles auf Levania ungeheuerlich groß wäre und wegen der enormen Körpermasse alle Dinge sehr kurzlebig seien. Seine Levanier haben keine festen Behausungen und wandern tagsüber in Trupps umher, dem Wasser folgend, wenn es auf die andere Seite des Globus gezogen wird. Auch weiß er von den Endymioniden zu berichten, die in sumpfigen Gegenden in befestigten Städten leben.

Bischof Wilkins sinnierte 1639: „Ich schreibe dies nur, um die Meinung anderer über die Mondbewohner zu zeigen, wobei ich persönlich nicht wage, irgend etwas von diesen Seleniten vorzubringen, denn ich weiß nicht den geringsten Grund, irgendeine mögliche Meinung zu belegen. Doch denke ich, daß künftige Zeiten mehr erfahren werden; und unsere Nachwelt mag vielleicht ein Mittel erfinden, mit diesen Bewohnern vertrauter zu werden...“

Auch von Bernard de Fontenelle erfährt man 1686: „... da die Sonne, die nun unbeweglich ist, aufgehört hat, ein Planet zu sein, und die Erde, die sich um sie dreht, nun einer geworden ist, werden Sie nicht überrascht sein zu hören, daß der Mond ebenfalls eine Erde ist und bewohnt wie die unsrige.“

Soweit die wirren, mannigfachen Vorstellungen über den Mond. Doch auch in unserem Zeitalter des Fortschritts und der - häufig so benannten - „aufgeklärten“ Welt beobachtete man immer wieder ungewöhnliche Vorgänge auf und um den Erdtrabanten. So scheint es, daß der gute alte Mond immer noch viele Rätsel aufweist.

Im Laufe der jüngst vergangenen Zeit kamen immer neuere Vermutungen über die Existenz fremder (intelligenter?) Spuren auf dem Mond an die Öffentlichkeit. Da wurden z.B. mögliche „Obelisken“ auf dem Mond anhand von NASA-Fotos minutiös unter die Lupe genommen und eventuelle geometrische Verbindungen hergestellt. Darüber hinaus wollen die Autoren Fred und Glenn Steckling eine „unglaubliche“ Aktivität auf unserem Trabanten entdeckt haben. Dazu legen die Autoren in ihrem Buch „Wir entdeckten außerirdische Basen auf dem Mond“ eine Vielzahl von - meist NASA-Fotos - vor, die angeblich zeigen sollen, daß Außerirdische den Mond mit Basen nur so übersät haben und auch heute noch intensive Bergbauaktivität auf dem Mond zu beobachten wäre. In der allgemeinen Literatur werden überdies „UFO-Fotos“ auf, über und um den Mond veröffentlicht, die in der überwiegenden Zahl doch zu sehr den Eindruck gewöhnlicher Lichtreflexe machen. Sie sollen daher hier nicht in sich wiederholender Berichterstattung vorgestellt werden, was keinesfalls ein abschließendes Urteil sein möge und Ausnahmen bekanntlich die Regel betätigen können.

Doch neben vielen Bildern, auf denen auch wirklich gar (!) nichts auf eine außerirdische oder sonst wie geartete Aktivität schließen läßt - das uns wieder zeigt, wie allzu unkritische Beschäftigung mit solchen Themen ausfällt - existieren doch einige Aufnahmen, die einer näheren Untersuchung durch geologisch geschulte Fachleute unterzogen werden sollten.

Da sind z.B. Aufnahmen, die Strukturen auf der Mondoberfläche - ähnlich „Abdruckspuren“ oder „Raupenspuren“ von Fahrzeugen  - präsentieren oder gar Objekte zeigen, die diese ungewöhnlichen „Spuren“ hinterlassen. Handelt es sich hierbei lediglich um herabrollende Felsbrocken? Im Allgemeinen würde diese Erklärungsmöglichkeit ausreichen, wenn man diese Spuren nicht durch einen Krater hindurch, hinab und hinauf verfolgen könnte. Ein Aspekt, der unter die berühmte Lupe genommen werden sollte.

Weiterhin fand man u.a. im Krater Kepler Aufwölbungen (Dome), die gleichmäßig angeordnet sind und auf Plattformen zu ruhen scheinen. Diese ungewöhnlichen „Dome“ mit Größen bis zu 80 Kilometern beschrieb schon der Brite R. Barker im Jahre 1932 z.B. am Krater Arago im Mare Tranquillitatis. Manche dieser sogenannten `lunar doms´ besitzen kleine Gruben auf ihrem Gipfel.

Doch besitzen diese Gebilde keine sehr gewichtige Aussagekraft, fand Richard C. Hoagland - bekannt als der Autor der „Mars-Connection“ - weitaus interessantere Strukturen auf dem Mond, die man derzeit auch in Johannes Fiebags „Sternentore“ einsehen kann. Im Jahre 1869 entdeckte der Astronom Mädler eine rechteckige Einfriedung mit einem Längsdurchmesser von 104 Kilometern nahe dem Krater Fontanelle auf dem Mond. Diese Region scheint aus den Bergen „herausgeschnitten“ zu sein, die später wieder von Lava überflutet wurde. Großflächige Lavaergüsse fanden jedoch seit bereits drei Milliarden Jahren auf dem Mond nicht mehr statt. Eine Entstehung einer derart rechtwinkligen Struktur wie sie hier augenscheinlich vorhanden ist, wäre unter rein geologischen Prozessen nur schwer vorstellbar.

Auf einem Lunar Orbiter-Foto der sechziger Jahre bemerkte Hoagland im Sinus Medii ein über 2000 Meter hohes Objekt auf dem Mond, Hoagland nennt es „The Shard“. Eine natürliche Entstehung ist zweifelhaft.

Ebenfalls in einem Krater entdeckte Hoagland einen „Zentralberg“ in Form eines ebenmäßiges, monolithisch-symetrischen Objekts, „The Tower“ getauft., dessen Entstehung ebenfalls bisher unbekannt ist.

Nimmt man an, daß eine uns unbekannte Intelligenz vor langer Zeit in unserem Sonnensystem verweilte, oder gar unsere Erde besuchte, wäre es nur logisch anzunehmen, Relikte und Überreste ihrer Konstruktionen auf verschiedenen Planetenkörpern wie z.B. dem Mond zu vermuten. Ob solche „Basis-Stationen“ bis in unsere heutigen Tage noch „aktiv“ sind, ist und bleibt reine Spekulation, die Existenz ungewöhnlicher Strukturen ist jedoch nachweisbar und es wird an künftigen Mondmissionen liegen, diese Gebilde einer komplexeren Untersuchung zu unterziehen.

Man mag abschließend gut zwischen Mondrätsel und Mondschwindel, Tatsachen und Spekulationen unterscheiden können, und natürlich mag der ein oder andere alles als Schwindel hinstellen. Immerhin sind die hier gegebenen Fakten einer Erwähnung wert, wenn nicht gar einer näheren Untersuchung.

Autor: Roland Roth


Literaturhinweise:

  • Dr. Johannes Fiebag: Sternentore, Sie sind hier, Außerirdische Präsenz auf der Erdeund im Sonnensystem, München 1996
  • Luc Bürgin: Mondblitze, Unterdrückte Entdeckungen in Raumfahrt und Wissenschaft, München 1994
  • Fred und Glenn Steckling: Wir entdeckten außerirdische Basen auf dem Mond,Rottenburg 1996
  • Max Emil Chemnitzer: Obelisken auf dem Mond?, Magazin f. Grenzwissenschaften Nr. 2/95
  • Ludovico Ariosto: Der rasende Roland („Orlando furioso“), dt. Übersetzung Winkler-Verlag, München
  • Kurt Jaritz: Utopischer Mond, Mondreisen aus drei Jahrtausenden, Wien,Köln 1965
  • Alexander Benjamin: Das große Buch vom Vollmond, München 1990
  • Patrick Moore/ Harro Zimmer: Guinnes Buch der Sterne, Ullstein, Frankfurt/M. 1985
  • Michael Hesemann: Geheimsache U.F.O., Neuwied 1994
  • Sterne und Weltraum, Nr. 11 /87
  • Roland Roth: Referat „Das innere Sonnensystem“,  Goslar 1986
  • Roland Roth: Außerirdische Basen auf dem Mond?, UFO-Report, Ausgabe Januar 1995

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