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Sind wir alle Aliens? Meteo­riten aus dem All bringen tat­sächlich alle Bau­steine der DNA auf die Erde

Archivmeldung vom 18.05.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.05.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Fotomontage von Niki Vogt, aus gemeinfreien Einzelteilen
Fotomontage von Niki Vogt, aus gemeinfreien Einzelteilen

Schon länger ver­muten Wis­sen­schaftler, dass das DNA-basierte Leben auf der Erde keine ein­malige Beson­derheit im Uni­versum ist. Denn in Meteo­riten wurden die Bau­steine für die Bildung von DNA ent­deckt, soge­nannte „Nukle­in­basen“. Daraus lässt sich die uns allen bekannten Des­oxy­ri­bo­nu­kle­in­säure bilden, die die Fähigkeit besitzt, Erb­ei­gen­schaften zu spei­chern, sich zu ändern und zu ver­viel­fäl­tigen, und das ist der Keim des Lebens. Nur zwei wichtige Nukle­in­basen fehlten noch, aber die wurden jetzt auch durch ein anderes Extrak­ti­ons­ver­fahren in drei Meteo­riten gefunden. Damit ist der Werk­zeug­kasten zur Ent­stehung des Lebens, wie wir es hier auf der Erde kennen, kom­plett. Dazu schreibt Niki Vogt ihren nachfolgenden Artikel bei " Die Unbestechlichen".

Weiter heißt es wie folgt: " Es sind nur fünf winzige Nuklein- oder Nukleo­basen, die alles zusam­men­bauen können, was auf unserem Pla­neten kreucht und fleucht: Guanin, Adenin, Uracil, Cytosin und Thymin. Das sind in der verz­wir­belten Strick­leiter der DNA die Sprossen. Sie bestehen immer aus zwei anein­ander gekop­pelten Nukle­in­basen, deren „Ärmchen“ den vor­ge­se­henen Partner suchen und deren „Körper“ sich zu den Stricken zusam­men­setzen. Die Abfolge der Basen­paare ent­halten die Infor­ma­tionen, die nachher das Lebe­wesen aus­machen. Eigentlich ein unbe­greif­liches Wunder, dass diese fünf kleinen Bau­steine all diese viel­fäl­tigen und wun­der­baren Lebens­formen her­vor­bringen. Lego ist nix dagegen.

Die Max-Planck-Gesell­schaft berichtete 2018, dass sich ein Zusam­men­schluss von Wis­sen­schaftlern zu einer gemein­samen For­schung nach dem Ursprung des Lebens gebildet hat: der Direktor am Hei­del­berger Max-Planck-Institut für Astro­nomie, Thomas Henning, gründete die Initiative „Hei­delberg Initiative for the Origin of Life“ (HIFOL). Hier arbeiten Wis­sen­schaftler aus den ver­schie­denen Dis­zi­plinen zusammen. Astro- und Geo­phy­siker, die sich bisher aus­schließlich mit der Physik von Erde und Weltall beschäf­tigten, arbeiten darin zusammen mit den Bio­logen und (Bio)Chemikern, die sich bisher aus­schließlich um das küm­merten, was mit den Lebe­wesen auf unserem Pla­neten zu tun hat. Zusammen gehen sie die Fragen an, unter welchen Bedin­gungen Leben ent­stehen kann und wie es auf die Erde gekommen oder ent­standen ist. Dabei arbeitet das HIFOL auch mit renom­mierten Fach­leuten im Ausland zusammen, bei­spiels­weise der McMaster Uni­versity im kana­di­schen Hamilton.

Genau in dieser Frage, welche Ursprünge das Leben hat, können die Ana­lysen von Meteo­riten Ant­worten geben. Sollten die Grund­bau­steine der DNA und RNA in den Meteo­riten tat­sächlich die Saat für das Leben auf der Erde gelegt haben, würde sich unser Bild vom Uni­versum wahr­scheinlich dras­tisch ändern.

Denn in der Milch­straße, unserer Hei­mat­ga­laxie, gibt es nach neuen Erkennt­nissen der Astro­nomen wesentlich mehr Gesteins­pla­neten wie die Erde, als man bis vor wenigen Jahren noch ange­nommen hat. Die tech­nische Aus­rüstung der Astro­phy­siker hatte meist nur die großen Gas­pla­neten anderer Son­nen­systeme ent­decken können. In unserem Son­nen­system sind das Jupiter und Saturn, gegen deren riesige Masse die Erde ein kleines Bällchen ist. Die neuen Mög­lich­keiten, die Astro­nomen heute zur Ver­fügung stehen, ermög­lichen es, auch die kleinen Stein­murmeln in den Son­nen­sys­temen zu finden.

Allein in der Milch­straße gibt es davon Mil­li­arden. Davon werden wahr­scheinlich einige Hundert Mil­lionen ähn­liche Ver­hält­nisse auf­weisen wie die Erde: Also in einer güns­tigen Ent­fernung zu ihrer Zen­tral­sonne, die einen nicht zu heißen und nicht zu kalten Lebensraum bietet, mög­lichst noch Wasser und keinen spru­delnden Vul­ka­nismus – und keine gif­tigen Che­mi­kalien, die jedes Leben zunichte machen.

Wenn also diese Meteo­riten, die ja nicht nur auf der Erde ein­schlagen, als Fracht noch alle Bau­steine für DNA-basiertes Leben mit sich bringen, auf diesen Gesteins­pla­neten ein­schlagen, kann sich dort überall Leben ent­wi­ckelt haben. Und natürlich auch intel­li­gentes Leben. Eine enorm span­nende Frage und Aufgabe für die Wissenschaft.

Dafür spricht, dass sich bereits vor 3,9 Mil­li­arden Jahren schon erste Ein­zeller auf der Erde tum­melten, und zwar im Wasser. Das aber bedeutet, dass sich die Erde gerade erst soweit abge­kühlt hatte, dass es über­haupt flüs­siges Wasser gab. Dieses in Seen und Ozeanen gesam­melte Wasser durfte auch nicht mehr kochend heiß sein. Mit anderen Worten: Fast „sofort“ (in Erd­zeit­altern gemessen) waren diese Ur-Ozeane belebt. Das bedeutet, dass die Nukle­in­basen der DNA älter sind als die Erde und unser Son­nen­system. Man könnte darin auch einen uni­ver­salen Schöp­fungs­willen erkennen.

Alle ent­deckten Ver­bin­dungen wurden dabei in ähn­lichen Kon­zen­tra­tionen auf­ge­funden, wie sie bereits bei frü­heren Expe­ri­menten unter simu­lierten Bedin­gungen der Zeit vor der Ent­stehung des Son­nen­systems nach­ge­wiesen wurden. Die Stu­di­en­au­toren schlossen daraus, dass alle DNA-Bau­steine durch pho­to­che­mische Reak­tionen im inter­stel­laren Medium ent­standen sein könnten.“

Damals, am Anfang des Lebens auf der Erde, ent­stand übrigens auch eines der gesün­desten Nah­rungs­er­gän­zungmittel: Chlo­rella. Dieser kleine, oft als „Blaualge“ bezeichnete Ein­zeller ist in Wirk­lichkeit ein Cyano-Bak­terium, das Chlo­ro­phyll bildet. Die „kleine Grüne“, das ist die deutsche Bedeutung von Chlo­rella, ist ein Wun­derding. Stellt man eine Flasche Lei­tungs­wasser einige Tage ins Licht, bildet sich innen ein grüner Belag: Chlo­rella. Sie ist einfach irgendwie überall.

Nun fehlten, wie bereits gesagt, bisher zwei Nukle­in­basen in den unter­suchten Meteo­riten. Wie sich nun her­aus­stellte, wurden sie bei der Methode der Extraktion aus dem Meteo­ri­ten­ge­stein zer­stört. Denn japa­nische Wis­sen­schaftler haben unter dem For­schungs­leiter Yasuhiro Oba von der Uni­ver­sität Hok­kaido mit einer neuen Methode tat­sächlich alle fünf Nukle­in­basen gefunden und zwar in drei Meteoren, die an sehr ver­schie­denen Orten zu sehr ver­schie­denen Zeiten auf die Erde gefallen sind: Die feh­lenden Basen Cytosin und Thymin haben sich also ein­ge­funden, und damit ist das „Starter-Kit“ fürs Leben kom­plett:

Den For­schenden gelang es schließlich bei der Analyse von Proben der drei koh­len­stoff­hal­tigen Meteo­riten Murchison, Murray und Tagish Lake aus Nord­amerika und Aus­tralien, die feh­lenden Basen zu extra­hieren. ‚Unsere Unter­su­chungen zeigen, dass es in Meteo­riten eine große Vielfalt an Nukleo­basen gibt‘, berichten die For­schenden. Bei ihren Unter­su­chungen arbeitete das Team mit sehr emp­find­lichen Mess­in­stru­menten und einem neuen Extrak­ti­ons­ver­fahren, das besonders schonend ist. Statt Amei­sen­säure ein­zu­setzen – wie üblich –, benutzten sie kaltes Wasser und Ultra­schall. ‚Wir haben eine Technik ein­ge­setzt, die eher einem Cold Brew statt einem heißen Tee ent­spricht. So wurden emp­find­li­chere Ver­bin­dungen geschont‘, erklärt Co-Autor Jason Dworkin vom Goddard Space Flight Center der NASA. Da die Pyrimi­din­basen Cytosin und Thymen sehr fragil sind, wurden sie in vor­he­rigen Ana­lysen ver­mutlich durch die Amei­sen­säure zerstört.“ "

Quelle: Die Unbestechlichen (Niki Vogt)

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