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Integrierte Ökostromanlage versorgt Mehrfamilienhaus

Archivmeldung vom 24.10.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.10.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Diamante versorgt Mehrfamilienhaus mit Strom. Bild: enel.it
Diamante versorgt Mehrfamilienhaus mit Strom. Bild: enel.it

Der halbstaatliche Energiekonzern Enel hat ein geschlossenes System aus unterschiedlichen erneuerbaren Energiequellen entwickelt. Mit dem einer Kristallkugel ähnlichen "Diamante" und dessen Verbundanlage kann überschüssiger Solarstrom auch zur Wasserstoffproduktion und Energiespeicherung genutzt werden.

Kernstück der im Park der Villa Demidoff nahe der toskanischen Ortschaft Pratolino errichteten Pilotanlage ist eine zwölf Meter hohe und acht Meter breite Kugel aus Stahl- und Glasbauteilen, die mit 38 dreieckigen monokristallinen Photovoltaikpanelen ausgestattet ist. Die eingefangene Sonnenernergie wird in elektrischen Strom umgewandelt und kann damit ein Mehrfamilienhaus versorgen. Die nicht verbrauchten Energiemengen werden mit Hilfe des Elektrolyseverfahrens zur Erzeugung von Wasserstoff genutzt.

Über ein System von Brennstoffzellen kann zur Nachtzeit zusätzlicher Strom erzeugt oder mit Hilfe von Invertern innerhalb der Kugel gespeichert werden. "Bei einer je nach Standort zu erwartenden Leistung bis zu elf kW können selbst Dreifamilienhäuser oder kleinere Gewerbebetriebe netzunabhängig werden", erklärte Pier Luigi Maffei, Projektleiter und Dozent für Technische Architektur an der Fakultät für Ingenieurswissenschaften Universität von Pisa.

Speicherung auch in Autobatterien möglich

Doch seine Vision geht bereits einen ganzen Schritt weiter. "Angesichts der neuen Generation hocheffizienter und kostengünstiger Lithium-Ionen-Batterien kann der überschüssige Strom auch in Autobatterien gespeichert werden." Durchaus denkbar sei zudem eine Systemergänzung in Form der Nutzung von Erdwärme mittels einer geothermischen Sonde. Wegen der angenehmen, kaum landschaftsbeeinträchtigenden Ästhetik sei eine Unterbringung auf einem öffentlichen Platz oder Gebäude ohne Weiteres denkbar.

Eine Vielzahl lokaler Versorgungssysteme in Verbindung mit intelligenten Stromzählern käme auf jeden Fall auch den Netzbetreibern zugute. Der weltweit bisher einzigartige "Diamante" werde auch als Anschauungsobjekt für Schulklassen -und Studentenbesuche dienen. Die mit italienischem Design gestylte Anlage war nach dreijähriger Entwicklungszeit in enger Zusammenarbeit mit der Enel-Forschungsabteilung Enel Ricerche entstanden.

Quelle: pressetext.austria (Harald Jun)

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