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US-Mittelklasse droht unweigerlich sozialer Abstieg

Archivmeldung vom 21.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grabstein: Geldsorgen plagen US-Mittelklasse. Bild: DonkeyHotey, flickr.com
Grabstein: Geldsorgen plagen US-Mittelklasse. Bild: DonkeyHotey, flickr.com

Die Mittelklasse in den USA verarmt zusehends und kann ihren Lebensstandard kaum noch halten. Aktuellen Zahlen nach musste der durchschnittliche US-Haushalt 2012 mit rund 50.500 Dollar (etwa 37.700 Euro) auskommen. Das ist fast derselbe Betrag wie vor 25 Jahren. Dabei sind die Lebenshaltungskosten in diesem Zeitraum enorm angestiegen und der Konsumgütermarkt ist zum Bersten gefüllt.

Ein vergleichender Blick zeigt den Nidergang der US-Mittelklasse auf. Galten 1977 noch 11,6 Prozent der Amerikaner offiziell als arm, so sind es heute bereits rund 15 Prozent. Doch obwohl das BIP pro Kopf seit 1988 um 40 Prozent angestiegen ist, konnten davon längst nicht alle US-Bürger profitieren.

"Die meisten Amerikaner nehmen zwar an neuen Technologien wie Smartphones und verbesserter Zahnmedizin teil, aber der Fortschritt hält nicht nachhaltig Einzug und eine größere ökonomische Sicherheit für die US-Mittelklasse kommt nicht zustande", so Carl Shapiro, Ökonom an der University of California, Berkeley http://berkeley.edu . Abzüge und Belastungen durch den Gesundheitssektor hätten sich seit 1988 inflationsbereinigt verdoppelt, auf rund 8.400 Dollar.

"Fast der komplette Nutzen aus dem Wachstum, das seit der großen Rezession in den 1920er- und 1930er-Jahren erzielt worden ist, wurde der oberen Klasse zuteil. Gering- und Normalverdiener erhalten nur ein sehr kleines Stück des Kuchens", führt Shapiro aus. Die Folge daraus ist heute sichtbar und wird sich weiter verstärken. "Es wird sich eine Drei-Klassen-Gesellschaft entwickeln", befürchtet Unternehmensberater Bernd Höhne http://jobdot.de im Interview mit pressetext.

Soziale Marktwirtschaft weit weg

Trotz des Wachstums, das in anderen entwickelten Nationen zu einer verringerten Arbeitslast führt, arbeiten Amerikaner etwa genauso viel wie noch vor einem viertel Jahrhundert, um denselben Lebensstandard zu haben wie eine Referenzfamilie aus den späten 1980er-Jahren. Eine Familie, in der zwei Mitglieder - meist Eltern - arbeiten, verdiente 2008 etwa 80.300 Dollar. 25 Jahre zuvor lag der Betrag noch bei knapp 60.000 Dollar. "Die Mittelklasse wird sich stark nach unten entwickeln", prognostiziert Höhne.

Der Grund für das Abrutschen der Gesellschaftsbasis liegt dem USA-Kenner nach darin, dass sich die Marktwirtschaft nicht weiterentwickelt und sich zunehmend vom Marktkampf entfernt. "Der Preis-Leistungs-Vergleich ist das Wesen der Marktwirtschaft, doch die Industriezweige stellen sich nicht dem Wettbewerb", erklärt Höhne. Laut ihm sollte vielmehr der Staat den Wettbewerb regeln. "Die Marktwirtschaft kommt zu schlecht weg, sie entwickelt sich nicht weiter und der Wettbewerb landet an der falschen Stelle", befindet der Berater abschließend.

Quelle: www.pressetext.com/Michael Krause

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