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Deutschlands neue Regelungen erlauben ab 2021 endlich die Lizenzierung von Online-Casinos

Archivmeldung vom 26.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Casino (Symbolbild)
Casino (Symbolbild)

Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag (ISTG 21) ist am Donnerstag in Kraft getreten und läutet damit eine neue Ära des legal regulierten Online-Casino und Pokerspiels ein. Zuvor war Deutschland ein grauer Markt für Betreiber, wenn auch ein großer und äußerst lukrativer. Während es für Unternehmen mit Sitz in Deutschland illegal war Online-Glücksspiele anzubieten, konnten diejenigen, die außerhalb des Landes ansässig waren, dies ungestraft tun.

Casino (Symbolbild)
Casino (Symbolbild)

Es gab kein Gesetz, das deutsche Bürger davon abhielt auf gewisse Seiten zuzugreifen und Casino ohne Lizenz zu nutzen. In der Zwischenzeit bot das protektionistische staatliche Glücksspielmonopol begrenzte Sportwetten an. Bereits 2010 wurde das Monopol als unvereinbar mit dem EU-Recht befunden, was die 16 Bundesländer dazu verpflichtete, eine praktikable, einheitliche Regelung zu finden.

Die deutschen Regulierungsbehörden haben jahrelang darum gekämpft, angemessene Gesetze für Online-Glücksspiele zu schaffen. Im März 2020 wurde schließlich der neue Glücksspielstaatsvertrag verabschiedet, der im Juli 2021 in Kraft treten wird und die Zulassung von Online-Casinos ermöglicht. Aber was sind die Details des Gesetzes?

Restriktive Auflagen für Casinobetreiber

Während die neuen Regelungen es lizenzierten Betreibern endlich erlauben, Online-Casino Spiele anzubieten, kommen sie mit Auflagen, die von einigen als zu restriktiv bezeichnet werden, wenn es um Einzahlungslimits, Produktangebote und andere Branchenaspekte wie Werbung und Affiliate-Marketing geht. Dennoch bietet Deutschland immer noch eine verlockende Perspektive für Online-Glücksspiel Betreiber.

Der deutsche Glücksspielverband (DSWV) sagte, dass die Regulierung, einschließlich Richtlinien wie der Steuersatz auf den Umsatz, eine Ausgabenobergrenze von 1.000 € pro Monat und eine Einsatzobergrenze von 1 € pro Spin bei Spielautomaten, unattraktive Rahmenbedingungen für lizenzierte Betreiber schaffen würde. Er forderte daher die deutschen Behörden auf, mit rigorosen Sanktionen gegen die Offshore-Konkurrenten vorzugehen, um sie davon abzuhalten weiterhin auf Kundenfang zu gehen. Der Verband zeigte sich besorgt darüber, dass die Förderung von sicherem und verantwortungsvollem Glücksspiel für jene Unternehmen von Vorteil sein könnte, die versuchen außerhalb der neuen Regeln zu operieren und hohe Kosten zu vermeiden.

Neues Steuerregime

Ebenfalls umstritten ist die Entscheidung, eine 5,3-prozentige Steuer auf Spielereinsätze bei Online-Casino und Pokerspielen zu erheben, die als exzessiv bezeichnet wurde. Sie stellt auch ein großes Problem für die Betreiber von Online-Poker Spiele dar, die 5,3 Prozent des Einsatzes eines jeden Spielers an die Regierung abführen müssen.

Dies hat viele große Betreiber dazu veranlasst ihr Spielangebot einzuschränken, um diese Verpflichtungen zu vermeiden. Die Vorschriften haben auch eine neue Glücksspielregulierungsbehörde geschaffen, den Glücksspiel Neuregulierungsstaatsverag (GlüNeuRStV), der bequemer Weise die am längsten benannte Glücksspiel Regulierungsbehörde der Welt ist. Der GlüNeuRStV wird in Kürze damit beginnen, die ersten deutschen Online-Glücksspiellizenzen zu vergeben. Die Besteuerung für Online-Poker und virtuelle Spielautomaten wird auf der Basis des Geldeinsatzes abzüglich der virtuellen Spielautomatensteuer (Bemessungsgrundlage) berechnet. Zum Geldeinsatz gehören alle Ausgaben, die dem Spieler für die Teilnahme am Online-Poker oder virtuellen Spielautomaten entstehen. Beim Online-Poker gehören dazu auch alle Teilnahmegebühren und alle Einsätze, die im Laufe eines Spiels getätigt werden. Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage.

Die Branche im Wachstum

Unabhängig von der moralischen Haltung zum Online-Glücksspiel ist eines sicher: Die Branche boomt international. Statista.com rechnet damit, dass allein Online-Casinos im Jahr 2021 weltweit mehr als 266 Mrd. EUR umsetzen werden. Die Bruttospielerträge - also die Einsätze der Spieler, die bei den Anbietern verbleiben - werden sich laut Statista.com auf rund 40 Milliarden EUR belaufen. Rund die Hälfte davon soll aus legalen Angeboten in Europa stammen. Große Anbieter setzen jährlich Milliardenbeträge um. Die Daten zum deutschen Markt sind unklar, was an dem bisherigen De-facto-Verbot von Online-Glücksspiel in Deutschland liegt. Der erlaubte, regulierte Markt in Deutschland (inklusive staatlicher Lotterien) hat nach Angaben der Glücksspielregulierer der Bundesländer im Jahr 2018 11 Milliarden Euro umgesetzt. Was der Schwarzmarkt umgesetzt hat, kann nur vermutet werden. Niemand weiß genau, wie viele Deutsche illegal spielen oder an Online-Glücksspielen teilnehmen. Klar ist nur, dass Deutschland in Sachen Online-Glücksspiel noch ein Entwicklungsland ist und damit der legalen Branche viel Potenzial bietet.

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