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PwC: Zahl der Wirtschaftsdelikte weltweit weiterhin hoch, Betrug durch den Kunden ist auf dem Vormarsch

Archivmeldung vom 03.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Hütchenspiel, Betrug, Manipulation und falsches Spiel (Symbolbild)
Hütchenspiel, Betrug, Manipulation und falsches Spiel (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Die nach wie vor auf Rekordniveau liegende Zahl der Betrugs- und Wirtschaftsdelikte belastet Unternehmen in vielerlei Hinsicht, und stärker als je zuvor. PwCs halbjährlich durchgeführte Erhebung zum Thema Wirtschaftskriminalität zeigt, dass betrügerische Praktiken von Kundenseite mit 35% an erster Stelle der Betrugsfälle stehen, gegenüber 29% im Jahr 2018.

Unternehmen berichten, dass Betrugsdelikte durch Kunden und Cyberkriminalität die stärkste geschäftsschädigende Wirkung entfalten. Die Betrugsfälle durch Kunden sind zwar auf dem Vormarsch, gleichzeitig ist dies aber eine Form von Betrug, für die sich dedizierte Ressourcen sowie robuste Prozesse und Technologie als die wirksamste Prävention erwiesen haben.

Weltweit haben alle Regionen innerhalb den letzten zwei Jahren von Betrug durch Kunden berichtet, wobei der Nahe Osten (47% gegenüber 36%) und Nordamerika (41% gegenüber 32%) den größten Anstieg verzeichneten.

Der "Global Economic Crime and Fraud Survey" umfasst über 5.000 Rückmeldungen aus 99 Ländern und wertet die allgemeinen Erkenntnisse der Unternehmen mit durchschnittlich sechs Vorfällen innerhalb der letzten zwei Jahre aus. Der Report gibt Einblicke in die Bedrohungslage und die durch Betrug entstehenden Kosten und die Frage, was Unternehmen tun müssen, um stärkere proaktive Abwehrmaßnahmen zu entwickeln.

Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Prävention und zeigt, dass die Investition in entsprechende Skillsets und Technologien einen Vorsprung verschaffen kann. Nahezu die Hälfte der Organisationen hat auf die Delikte mit der Einführung und Verstärkung von Kontrollmaßnahmen reagiert, und 60% erklärten, ihre Organisationen seien damit jetzt besser gerüstet.

Fast die Hälfte der Befragten hat die Vorfälle allerdings in keiner Weise untersucht. Nur knapp ein Drittel meldete das Delikt beim Vorstand des Unternehmens; wenn dies jedoch geschah, wirkte sich das bei 53% der Unternehmen als positiv aus.

"Der Kampf gegen Betrug und Wirtschaftskriminalität ist immer akut. Das Problem an der Wurzel zu packen ist der Schlüssel zur Prävention und zum Umgang mit künftigen Betrugsfällen. Ob durch Technologie, neue Prozesse, Fähigkeiten und Schulungen, oder eine Kombination aus all dem - das Ergebnis stärkt die Wirtschaft insgesamt gegen solche Delikte, was letztlich auch dem Verbraucher zugutekommt", kommentiert Kristin Rivera, PwC Global Forensics Leader.

Die Täter: Wer steckt hinter den Betrugsfällen

Betrug kann Unternehmen aus allen Richtungen treffen - der Täter kann intern, extern oder in vielen Fällen auch in Absprache mit anderen Firmen handeln.

  • 39% der Befragten gaben an, dass letzten zwei Jahren externe Täter hauptverantwortlich für ihre Fälle von Wirtschaftskriminalität sind.
  • Jeder fünfte Befragte nannte Anbieter/Lieferanten als Verantwortliche für geschäftsschädigenden Betrug von externer Seite.
  • 13% der in den letzten zwei Jahren durch Betrug Geschädigten gaben an, mehr als 50 Millionen US-Dollar verloren zu haben.
  • Kartellrechtliche Vorfälle, Insiderhandel, Steuerbetrug und Geldwäsche sowie Bestechung und Korruption werden als die fünf kostspieligsten Betrugskategorien in Bezug auf direkte Verluste genannt, die unter Umständen durch die erheblichen Kosten für die Behebung der Schäden noch verstärkt werden.

Maßnahmen ergreifen und vorbereitet sein

Auch wenn Technologie nur einen Teil der Betrugsbekämpfung ausmacht, zeigt sich in dem Bericht, dass mehr als 60% der Organisationen damit beginnen, fortschrittliche Technologien wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen zur Bekämpfung von Betrug, Korruption und anderen Wirtschaftsverbrechen einzusetzen. Vorbehalte gegen den Einsatz von Technologie bestehen im Hinblick auf die Kosten, unzureichende Expertise und begrenzte Ressourcen. 28% erklärten, sie täten sich schwer damit, den Wert der Technologien zu erkennen.

Der Nutzwert von Technologie bei der Bekämpfung betrügerischer Praktiken ist unbestreitbar, aber die Organisationen müssen akzeptieren, dass der Einsatz von Tools oder Technologien allein noch kein Programm zur Betrugsbekämpfung ausmacht.

"Das Sammeln der entsprechenden Daten ist nur der erste Schritt. Wie die Daten analysiert werden, ist der Knackpunkt, durch den die Unternehmen einen echten Vorsprung in der Betrugsbekämpfung erzielen können. Unternehmen verkennen oft den Wert einer Technologie, wenn sie nicht in die richtigen Fähigkeiten und das passende Fachwissen investieren, um diese Technologie zu nutzen", kommentiert Kristin Rivera, PwC Global Forensics Leader.

Anmerkungen:

1. Der Report steht als Download unter www.pwc.com/fraudsurvey bereit. 2. Betrug durch den Kunden ist definiert als Betrug am Unternehmen durch unrechtmäßige Nutzung oder betrügerische Praktiken im Zusammenhang mit seinen Produkten oder Dienstleistungen durch Kunden oder andere (z. B. Hypothekenbetrug, Kreditkartenbetrug). 3. Cyberkriminalität ist unter den Top-3 der Straftaten, die in nahezu allen in der Umfrage genannten Branchen zu Unterbrechungen führen - Finanzdienstleistungen (15%), industrielle Fertigung und Automobil (15%), Technologie, Medien und Telekommunikation (20%), Verbrauchermärkte (16%), Regierung und öffentlicher Sektor (17%), Gesundheitsbranche (16%). 4. Global waren alle Regionen innerhalb der letzten zwei Jahre von Betrug durch Kunden betroffen: Naher Osten (47%), Afrika (42%), Asien-Pazifik (31%), Europa (33%), Lateinamerika (33%), Nordamerika (41%). 5. PwC hat im 23. CEO Survey das globale Problem der Weiterqualifizierung hervorgehoben und festgestellt, dass die Umschulung bzw. Weiterqualifizierung zwar der beste Weg ist, um die sogenannte Qualifikationslücke zu schließen, aber nur 18% der CEOs bei der Einrichtung eines Upskilling-Programms 'erhebliche Fortschritte' erzielt haben. Um die Vorteile einer Technologie für das Unternehmen nutzbar zu machen, ist entscheidend, Mitarbeiter zu beschäftigen, die mit den neuen Technologien umgehen können. Dies wird selbst dann offensichtlich, wenn es darum geht, Mitarbeiter zur Unterstützung fortschrittlicher Technologien wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für die Aufdeckung von Betrugsfällen einzustellen.

Quelle: PwC Deutschland (ots)

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