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EZB hebt den Leitzins an: Was bedeutet das für die Baufinanzierung?

Archivmeldung vom 12.08.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.08.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
EZB Frankfurt
EZB Frankfurt

Foto: Epizentrum
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Inflation hat einen neuen Höchststand erreicht. Während sie in Deutschland derzeit bei 7,9 Prozent liegt, erreicht sie in der gesamten Eurozone sogar 8,1 Prozent. Um die sogenannte Teuerungsrate und die daraus resultierenden Preissteigerungen abzuschwächen, hat EZB-Chefin Christine Lagarde eine Erhöhung des Leitzinses angekündigt. Dieser liegt seit März 2016 bei 0 Prozent und wurde um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Weitere Erhöhungen sind für den September geplant. Sollte sich die Inflation dadurch nicht bremsen lassen, können zusätzliche und stärkere Zinserhöhungen darüber hinaus folgen. Die Leitzinsanhebung werden auch Kreditnehmer zu spüren bekommen, da die steigenden Kreditzinsen direkt an sie weitergegeben werden. Das betrifft neben Dispo- und Konsumentenkrediten ebenfalls Immobilienkredite. Die KVB informiert, wie sich die Anpassung des Leitzinssatzes auf die Baufinanzierung auswirkt und wie sich Kreditnehmer jetzt mit einem Forward-Darlehen gegen höheren Kosten schützen können.

Wie wirkt sich die Erhöhung des Leitzinses auf Baufinanzierungen aus?

Beim Leitzins handelt es sich um den von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegten Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei den Zentral- oder Notenbanken Geld leihen können. Insgesamt gibt es sogar drei Leitzinssätze. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit dem Leitzins oder EZB-Leitzins der Hauptrefinanzierungssatz gemeint. Die beiden anderen Zinssätze sind der Einlagezinssatz und der Spitzenrefinanzierungssatz. Mit einer Anhebung des Leitzinses kann die EZB direkt auf eine Inflation reagieren, um das Preisniveau und den Geldwert innerhalb des Währungsraums zu stabilisieren. Das hat letztlich Auswirkungen auf die Zinserträge von Spareinlagen sowie die Zinsrate bei Krediten. Bereits vor der Ankündigung der EZB, den Leitzins anzuheben, waren die Bauzinsen enorm angestiegen.

Wie sich die Bauzinsen vor dem Hintergrund der Leitzinserhöhung mittel- und langfristig entwickeln, bleibt abzuwarten. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass der Leitzinssatz nur mittelbare Auswirkungen auf Immobilienkredite hat. Denn die Banken leihen sich das Geld in der Regel nicht direkt bei der EZB, sondern von einem Anleger, wie zum Beispiel Fondsgesellschaften oder Versicherungen, an den sie Pfandbriefe herausgeben. Den Pfandbriefzins geben die Banken wiederum an die Kunden weiter und berechnen einen Zuschlag, um wirtschaftlichen Gewinn zu erzielen. Mit der Anhebung des EZB-Leitzinses steigt der Zinssatz und die Rendite für Staatsanleihen, die stärker nachgefragt werden. Damit klettern ebenfalls die Zinsen für Pfandbriefe und somit auch die Bauzinsen weiter nach oben.

Steigende Bauzinsen mit einem Forward-Darlehen abfedern

Durch die steigenden Zinsen bei Baufinanzierungen sehen sich Kreditnehmer unter anderem mit höheren monatlichen Tilgungsraten konfrontiert. Das bekommen vor allem Immobilienkäufer zu spüren, die derzeit einen Kredit für ein Haus oder eine Wohnung aufnehmen möchten. Angenommen, sie planen eine Kreditsumme von 320.000 Euro aufzunehmen, mit einer jährlichen Tilgungsrate von zunächst 2,0 Prozent und einer Zinsbindung von 10 Jahren. Liegen die Bauzinsen bei 2,5 Prozent, beträgt die monatliche Tilgungsrate 1.200 Euro. Steigen die Zinsen lediglich um 0,5 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent, erhöht sich die Monatsrate bereits auf 1.333 Euro, damit die Restschuld nach einer Laufzeit von 10 Jahren in etwa gleichbleibt und nicht drastisch teurer ausfällt. Die Leitzinserhöhung betrifft aber nicht nur die Neufinanzierung von Immobilien, sondern ebenfalls Kreditverträge, die kurz vor Auslauf der aktuellen Zinsbindung stehen. Denn in der Regel haben nur die wenigsten Immobilienbesitzer ihr Haus bereits vollständig bezahlt, bevor die vertraglich festgelegte Zinsbindung ausgelaufen ist. Um die Restschuld zu begleichen, kommt eine Anschlussfinanzierung infrage. Allerdings fällt diese in Zeiten höherer Bauzinsen oft deutlich teurer aus als bei Abschluss des ursprünglichen Kreditvertrags, wie das Rechenbeispiel deutlich macht. Aufgrund der Anhebung des Leitzinses, die sich ebenfalls auf Baufinanzierungen auswirkt, ist künftig weiter mit steigenden Bauzinsen zu rechnen. "In diesem Fall kann die Anschlussfinanzierung mit einem Forward-Darlehen deutlich günstiger ausfallen", erklärt Marc Kloetzel, Prokurist und Leiter Vertrieb der KVB Finanz. "Der Forward-Kredit bietet die Möglichkeit, einen neuen festgeschriebenen Zinssatz zu vereinbaren, bevor die alte Zinsbindung ausläuft. Auf diese Weise profitieren Kreditnehmer von vergleichsweise günstigen Zinsen zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses", so Kloetzel. Dieser "nach vorn" gerichtete Kredit kann ein bis fünf Jahre vor dem Ende der bisherigen Zinsbindungsfrist abgeschlossen werden.

Das Forward-Darlehen unterscheidet sich nur unwesentlich von einer normalen Anschlussfinanzierung mit festen monatlichen Raten und einer Zinsbindung über eine bestimmte Laufzeit. Kreditnehmern steht es hierbei frei, die Finanzierung bei ihrer aktuellen Bank oder einem anderen Geldinstitut abzuschließen. Der Vorteil ist, dass der Forward-Kredit unabhängig von der Marktentwicklung ein hohes Maß an Planungssicherheit bietet. Allerdings lohnt sich diese Kreditform lediglich in einer Niedrigzinsphase oder wenn vorherzusehen ist, dass die Zinsen langfristig weiter in die Höhe klettern. Das heißt, die Herausforderung für Verbraucher besteht vor allem darin, den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss des Darlehens zu finden. Denn der Kredit ist, sobald der Vertrag unterschrieben ist, verbindlich und nicht mehr rückgängig zu machen - selbst wenn die Zinsen wider Erwarten nicht steigen. Da auch die Bank die Zinsentwicklung nur schwer absehen kann, minimiert sie ihr Risiko, indem sie einen geringen Aufschlag auf den aktuellen Zinssatz erhebt. Für den Kreditnehmer gleicht sich dieser jedoch aus, sollten die Zinsen tatsächlich steigen.

Forward-Kredit aufnehmen und Geld sparen mit der KVB-Finanz

Angesichts der steigenden Inflationsrate und der Erhöhung des EZB-Leitzinses ist damit zu rechnen, dass auch die Bauzinsen langfristig steigen werden. Immobilienkäufer, die einen Kredit aufnehmen wollen, sollten Anbieter hinsichtlich der Zinskonditionen sehr genau vergleichen und eine möglichst lange Zinsbindung aushandeln. Kreditnehmer, die bereits eine Baufinanzierung bedienen, können sich dagegen mit einer frühzeitig geplanten Anschlussfinanzierung Zinsvorteile verschaffen. Ob Neufinanzierung oder Forward-Darlehen, es ist in jedem Fall sinnvoll, wenn Immobilienbesitzer einen Experten bei der Wahl eines geeigneten Kredits hinzuziehen. So holt die KVB Finanz mehrere Angebote ein und vergleicht sie sorgfältig miteinander. Bei der Entscheidung für einen geeigneten Forward-Kredit unterstützen die Kreditexperten der KVB Finanz ihre Kunden mit fachkundiger Expertise. Denn erst eine passende Finanzierung mit niedrigen Zinsen, einer optimalen Ratenhöhe und Laufzeit sorgt dafür, dass Kreditnehmer ihre Immobilie auch in Zeiten undurchsichtiger Markt- und Zinsentwicklungen erhalten und sorgenfrei in die Zukunft blicken können.

Quelle: KVB Finanz (ots)

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