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Beschäftigte des Alsfelder Kreiskrankenhauses setzen sich für eine Fusion mit Bad Hersfeld ein

Archivmeldung vom 17.09.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.09.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Dieser Beitrag enthält ein Video. Es befindet sich im Textbereich.
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Damit das Kreiskrankenhaus in Alsfeld weiterhin eine kommunale Einrichtung bleibt und nicht verkauft wird, haben sich die Mitarbeiter des Krankenhauses in einer Kundgebung eingesetzt. Sie sprachen sich für eine Fusion des Kreiskrankenhauses Alsfeld mit dem Klinikum Bad Hersfeld aus, da dieses die einzige Möglichkeit sei, die Zukunft des Kreiskrankenhauses Alsfeld zu sichern.

Seit einem Jahr wird seitens der Politik diskutiert, wie die weitere Zukunft des Krankenhauses in Alsfeld aussehen soll. Es gibt hierbei zwei Vorschläge, zum einen die Fusion mit einem anderen kommunalen Krankenhaus und zum anderen die Privatisierung. Konkret geht es hierbei um die Verflechtung mit dem Klinikum Bad Hersfeld oder der Verkauf an die Stiftung Heilanstalt für Kranke in Lauterbach, die Träger des Lauterbacher Eichhof-Krankenhauses ist.

In einem offenen Brief hatte sich Verdi bereits im März diesen Jahres zu den beiden Möglichkeiten geäußert und eine Empfehlung für eine Fusion mit dem Klinikum Bad Hersfeld ausgesprochen. Zu den beiden Diskussionsgrundlagen war damals unter anderem  folgendes zu lesen:

Das Eichhof Krankenhaus in Lauterbach ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung. Dem Qualitätsbericht aus dem Jahr 2006 ist zu entnehmen, dass im Wesentlichen das gleiche Angebot an Gesundheitsdienstleistungen vorgehalten wird – wie in Ihrem Kreiskrankenhaus Alsfeld. Die Einzugsgebiete der beiden Krankenhäuser im Vogelsbergkreis sind unterschiedlich. Worin wird bei einem Zusammenschluss des Kreiskrankenhauses Alsfeld mit der Eichhof Stiftung Lauterbach der Zugewinn gesehen? Eine Ergänzung der bestehenden Leistungsstrukturen sehen wir vor diesem Hintergrund nicht. Die Stiftung Heilanstalt für Kranke am Eichhof Krankenhaus in Lauterbach hat sich dem Kirchenrecht verpflichtet, ist Mitglied im Diakonischen Werk Hessen-Nassau e.V. und bietet sich Ihnen als Partner für den Vogelsbergkreis an. Erfahrungsgemäß sind kirchliche Einrichtungen in ihrer Kirchenstruktur nicht allein und organisieren sich im Verbund. Wenn Sie sich mit öffentlichen Trägern verbünden, geht das in der Regel nur dann, wenn die Dominanz des Kirchenrechts gesichert ist. Beispiele dafür gibt es viele.

Nach wie vor besteht die Möglichkeit, dass sich die Eichhof Stiftung der geplanten Kooperation der beiden in kommunaler Trägerschaft befindlichen Krankenhäuser in Alsfeld und Bad Hersfeld anschließt.

Das Klinikum Bad Hersfeld ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung. In Bad Hersfeld ist im Rahmen des Versorgungsauftrages ein breiteres medizinisches Angebot vorzuhalten. Dieses breitere Angebot kommt den Patienten und der Bevölkerung im Vogelsbergkreis zu Gute. Die Versorgung kann wohnortnäher gestaltet werden. Medizinische Angebote des Krankenhauses in Bad Hersfeld wären auch in Alsfeld möglich. Notfall Patienten, die weder in Alsfeld noch in Lauterbach behandelt werden können, würden nach der Erstversorgung in Bad Hersfeld zeitnah zurück nach Alsfeld verlegt werden.

Beide Landkreise (der Landkreis Hersfeld–Rotenburg und der Vogelsbergkreis) sind in der politischen Verantwortung, den öffentlichen Versorgungsauftrag zu erfüllen und für den Erhalt sowie für die Weiterentwicklung der Krankenhäuser einzutreten. Die Vernetzung kommunaler Krankenhäuser ist aus unserer Sicht der richtige Weg zur Sicherung der öffentlichen und wohnortnahen Gesundheitsversorgung. Jedoch muss bei einer Fusion ausgeschlossen werden, dass einer der beiden Anteilseigner übervorteilt wird oder seine Anteile an Private veräußert. Hierzu sind die Verträge noch zu erarbeiten.

Nachdem in dem Streit um die Zukunft des Alsfelder Kreiskrankenhauses nach einem Jahr immer noch keine Entscheidung gefällt wurde, hatten sich die Mitarbeiter dieser Einrichtung Anfang der Woche vor dem Eingang des Krankenhauses zu einer Kundgebung versammelt. Es sollte damit noch einmal, vor der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Vogelsbergkreises, die Zustimmung der Mitarbeiter für eine Fusion mit dem Klinikum Bad Hersfeld zum Ausdruck gebracht werden. Man befürchtet, dass nach einem Verkauf des Hauses an einen privaten Betreiber wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen, was sich sowohl auf die Bezahlung der Mitarbeiter als auch auf die angebotenen Leistungen für die Patienten auswirken könnte.

 

Im Gespräch mit ExtremNews sagte der Betriebsratsvorsitzende des Kreiskrankenhauses Hans Götz, dass gut zwei Drittel der Mitarbeiter eine Verflechtung beider Einrichtungen befürworten, weil sie somit in kommunaler Hand bleiben können. Es sei auch nicht zu befürchten, wie die Gegner der dieser Lösung argumentieren, dass es zu einer Leistungsverlagerung von Alsfeld nach Bad Hersfeld kommt. Im Gegenteil, es würde zu zusätzlichen Sprechstunden von Abteilungen aus Bad Hersfeld in Alsfeld kommen, die es bisher im Vogelsbergkreis nicht gibt.

Angelika Kappe, verdi-Geschäftsführerin Osthessen, sagte im Interview, es soll eine Privatisierung verhindert werden. Man will, dass der öffentliche Versorgungsauftrag eingehalten wird. Durch die Verflechtung beider Häuser sei dieses gewährleistet und eine langfristige Zukunft gesichert. 

Für den Geschäftsführer des Alsfelder Krankenhauses, Henner Häfner, war die große Beteiligung der Mitarbeiter an der Kundgebung eine Bestätigung dafür, dass das Personal beider Häuser hinter der Verflechtung stehe. 

Der Chefarzt Dr. med. Martin Böhm bemängelte im Interview, dass zur Zeit seitens der Politik eine Hängepartie läuft und die Mitarbeiter nicht wüssten, woran man ist und wie es weitergeht. Um seine Mitarbeiter weiter motivieren zu können, müssten die Politiker eine baldige Entscheidung treffen, bevor es zu spät ist. Denn dann würden Sachzwänge entscheiden und diese würden wahrscheinlich nicht im Sinne der Beschäftigten sein.

Auf der Kreistagssitzung, zu der der Betriebsratsvorsitzende im Anschluss an die Kundgebung noch gefahren war, kam es erneut zu keiner Entscheidung. Der Antrag wurde im Hauptausschuss abgesetzt und die Entscheidung bis zum November vertagt.

 

 

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