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Neue Datenerhebung: Ostdeutsche in Führungspositionen nach wie vor stark unterrepräsentiert

Archivmeldung vom 08.06.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.06.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Mitteldeutschland - heute auch umgangssprachlich Ostdeutschland genannt (Symbolbild)
Mitteldeutschland - heute auch umgangssprachlich Ostdeutschland genannt (Symbolbild)

Bild: Screenshot Youtube Video: "Wahres Ostdeutschland - Länder Ostdeutschlands" / Eigenes Werk

Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Ostdeutsche in Führungspositionen bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil stark unterrepräsentiert, sowohl in gesamtdeutschen Führungspositionen als auch in Ostdeutschland selbst. Ein in den letzten Jahren erwartetes Nachrücken Ostdeutscher in Elitepositionen und ein Ansteigen der Anteile fand in vielen der untersuchten gesellschaftlichen Bereiche nicht statt.

Das ergab eine aktuelle Datenerhebung von MDR und der Universität Leipzig. Sie beschreibt Karrierewege sowie Repräsentanz von Ostdeutschen in bundesdeutschen Elitepositionen. Die Ergebnisse der Datenerhebung wurden heute in Anwesenheit des Staatsministers und Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider, im Haus der Bundespressekonferenz offiziell vorgestellt.

Carsten Schneider, Staatsminister und Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland: Ostdeutsche sind in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Das muss sich, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, ändern. Denn es geht dabei um Teilhabechancen und darum, ob ostdeutsche Sichtweisen und Erfahrungen in Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden. Und es geht um das große Potenzial der Ostdeutschen, das zu wenig genutzt wird. Die Ampel-Koalition hat vereinbart, die Repräsentation Ostdeutscher in Führungspositionen und Entscheidungsgremien in allen Bereichen zu verbessern und für die Ebene des Bundes bis Ende 2022 ein Konzept vorzulegen.

Neben Carsten Schneider wurden die Ergebnisse im Rahmen der Präsentation im Berliner Haus der Bundespressekonferenz mit dem Co-Autor der Studie, Michael Schönherr, sowie der Personalberaterin Constanze Buchheim, Managing Partner i-potentials, diskutiert und deren Entwicklung für die Bundesrepublik bewertet.

Während in den Bereichen Justiz und Wissenschaft, in denen die fachliche Qualifikation ein wesentliches Auswahlkriterium ist, ein Nachrücken Ostdeutscher in Elitepositionen festzustellen ist, sind in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Medien teilweise Rückgänge zu verzeichnen:

Politik: In den Landesregierungen lagen die Anteile Ostdeutscher in den Jahren 1991, 2004 und 2016 bei mindestens 70 Prozent, aktuell liegen sie bei nur noch 60 Prozent. Unter den Staatssekretär:innen ist der Anteil seit 2016 stetig gestiegen auf nunmehr 52 Prozent.

Wirtschaft: In der Leitung der 100 größten ostdeutschen Unternehmen ist der Anteil Ostdeutscher von 52 Prozent (2004) und 45 Prozent (2016) auf 27 Prozent gesunken. Auf der Stellvertreter:innenposition liegt er bei 20 Prozent.

Wissenschaft: 17 Prozent der Hochschulrektor:innen bzw. -präsident:innen der größten ostdeutschen Hochschulen haben eine ostdeutsche Herkunft. Unter den Kanzler:innen sind es 50 Prozent. Die Werte sind im Zeitvergleich stabil. An der Spitze ostdeutscher Forschungsinstitute stieg der Anteil Ostdeutscher von 15 auf 20 Prozent.

Justiz: In der gesamten Richter:innenschaft oberster ostdeutscher Gerichte stieg der Anteil Ostdeutscher stetig auf mittlerweile 22 Prozent nach 13 Prozent im Jahr 2016. Unter den ermittelten Vorsitzenden Richter:innen ging er von knapp 6 auf 4,5 Prozent zurück.

Medien: In den Chefredaktionen der großen Regionalzeitungen ging der Anteil Ostdeutscher von 62 Prozent (2016) auf 43 Prozent zurück. In der jeweiligen Verlagsleitung stieg er von 9 auf 20 Prozent. In den Führungsgremien der drei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die ihr Sendegebiet ganz oder teilweise in Ostdeutschland haben, stieg der Anteil Ostdeutscher stetig an, auf mittlerweile 31 Prozent.

"MDR und die Universität Leipzig legen mit der Datenauswertung den Finger in eine Wunde, die viele Ostdeutsche noch immer schmerzt. Umso mehr, weil ihr Anteil auf Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Medien 30 Jahre nach der Wende sogar wieder zurückgeht" sagt der Leiter der Wirtschaftsredaktion des MDR Achim Schöbel.

Die Daten werden als Zeitreihenuntersuchung seit 2004 von der Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig und dem Mitteldeutschen Rundfunk erhoben und jetzt anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums (OWF) vorgestellt.

Quelle: OWF (ots)

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