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Neue Studie: Deutsche Erben teilen gerne - vor allem junge Menschen wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben

Archivmeldung vom 19.02.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.02.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Bild: Shutterstock (Symbolbild) /Reitschuster / Eigenes Werk
Bild: Shutterstock (Symbolbild) /Reitschuster / Eigenes Werk

Eine große Mehrheit der Deutschen zwischen 18 und 65 Jahren befürwortet die gemeinnützige Spende des erwarteten Erbes. Zwei Drittel der potenziellen Erbinnen und Erben (67 Prozent) würden eine Entscheidung der Eltern bzw. nächsten Verwandten unterstützen, Teile ihres Nachlasses an eine wohltätige Organisation zu spenden - und dafür selbst auf Teile ihres Erbes verzichten. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage zur Einstellung deutscher Erbinnen und Erben im Auftrag der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Teilwillige Erben sind vor allem jung, weiblich und urban

Die Zustimmung für eine gemeinnützige Nachlassspende ist vor allem unter jungen Erbinnen groß. So würden 86 Prozent der Frauen unter 35 Jahren eine solche Spende der Eltern befürworten, während Männer gleichen Alters dem nur zu 67 Prozent zustimmen.

Auch in den Großstädten ist die Spendenunterstützung überdurchschnittlich hoch: 75 Prozent der potenziellen Erbinnen und Erben in Städten über 500.000 Einwohnende würden eine gemeinnützige Nachlassspende der Eltern oder nächsten Verwandten befürworten. In Städten mit weniger als 20.000 Einwohnenden trifft dies nur auf 64 Prozent zu.

Jede vierte Person wäre bereit, auf mindestens die Hälfte des Erbes zu verzichten

Bemerkenswerte Großzügigkeit prägt die Einstellung der deutschen Erbinnen und Erben: So fände es mehr als jede vierte Person (27 Prozent), die einer Nachlassspende zustimmt, angemessen, wenn ihre Eltern 50 Prozent oder mehr des gesamten Erbes zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung spenden würden. Unter den Menschen in Großstädten ist sogar mehr als jeder dritte so spendabel (37 Prozent).

Gründe für Unterstützung: Junge sehen sich gesellschaftlicher Verantwortung verpflichtet

Als Hauptgrund für die Unterstützung nennen die Befürwortenden das Recht der Eltern auf freie Entscheidung und eine selbstbestimmte Nachlassgestaltung (92 Prozent). Ein Bewusstsein für das Gemeinwohl ist dabei vor allem bei jungen Menschen ausgeprägt: Fast die Hälfte (45 Prozent) der befürwortenden Erbinnen und Erben zwischen 18 und 34 Jahren findet es wichtig, der Gesellschaft mittels Nachlassspende etwas zurückzugeben. Bei den 50- bis 65-Jährigen führen dies nur 23 Prozent als Motivation an.

"Die Ergebnisse unserer Studie verdeutlichen das wachsende Bewusstsein der Deutschen für soziale Verantwortung und die steigende Bereitschaft, für gemeinnützige Zwecke auf einen Teil des eigenen Erbes zu verzichten", sagt Barbara Françoise Gruner, Vorstandsmitglied der SOS-Kinderdörfer weltweit. "Es ist ein wichtiges und ermutigendes Signal, dass insbesondere junge Menschen einen Beitrag für die Gesellschaft leisten wollen."

Männliche Erben sind spendenskeptischer als weibliche

Es zeigen sich jedoch auch Unterschiede bei der Spendenbereitschaft zwischen den Geschlechtern: Etwa jeder dritte Mann (35 Prozent) lehnt eine solche Spende ab - bei den potenziellen Erbinnen liegt der Ablehnungsanteil hingegen bei nur 19 Prozent. Der Hauptgrund für diese Skepsis liegt wohl im fehlenden Vertrauen in gemeinnützige Organisationen: Fast die Hälfte der männlichen Gegner (46 Prozent) geben als Ablehnungsgrund an, dass sie einer solchen Spende kritisch gegenüberstünden, während dies nur 32 Prozent der ablehnenden Frauen sagen.

Erbe und Tod für Deutsche kein Tabuthema mehr

Jede dritte potenziell erbende Person (35 Prozent) hat mit den Eltern oder Verwandten noch nicht über deren Nachlass gesprochen. Die Hälfte von ihnen (54 Prozent) begründet dies damit, dass das Thema noch keine Relevanz für sie habe. Zudem gibt jede fünfte ältere Person in dieser Gruppe an, mit ihrer Zurückhaltung mögliche Familienkonflikte vermeiden zu wollen (21 Prozent der Altersgruppe 50 bis 65 Jahre). Dass man generell nicht über die Themen Nachlass und Erbe spricht, ist dabei nur für 14 Prozent dieser potenziellen Erbinnen und Erben ein Grund dafür, dass noch kein Gespräch dazu stattgefunden hat. Das Thema Tod ist sogar nur für 11 Prozent gänzlich Tabu.

Zur Studie

Im Auftrag der SOS-Kinderdörfer weltweit hat das Sozialforschungsinstitut forsa eine bundesweite Befragung zum Thema Nachlassspende durchgeführt. Im Januar 2024 wurden im Rahmen eines repräsentativen Online-Panels insgesamt 1.600 zufällig ausgewählte Personen zwischen 18 und 65 Jahren Personen befragt.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie sind auf Anfrage erhältlich und können unter dem folgenden Link abgerufen werden: Link zur Studie.

Quelle: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. (ots)

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